Gastbeitrag von Alexander Martin
Die Destination Rhön blickt auf ein spannendes Tourismusjahr 2025 zurück. Während die klassischen Beherbergungszahlen leicht rückläufig waren, zeigt die wirtschaftliche Gesamtbilanz eine erfreuliche Entwicklung.
Laut den neuesten Erhebungen der Landesämter für Statistik und Hochrechnungen auf Basis der dwif-Daten konnte der Bruttoumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 8,90 % auf insgesamt 1,744 Milliarden Euro gesteigert werden.
Entwicklung der Ankünfte und Übernachtungen
Das Jahr 2025 verzeichnete in der gesamten Region Rhön rund 1,52 Millionen Ankünfte in Betrieben mit zehn oder mehr Betten sowie auf Campingplätzen.
Dies entspricht einem Rückgang von 1,89 % gegenüber dem Vorjahr. Der saisonale Schwerpunkt lag wieder klar auf den Sommermonaten: Von Juni bis August wurden die meisten Gäste empfangen.
Bei den Übernachtungen ist ein minimaler Rückgang erkennbar. Mit knapp 5,0 Millionen Übernachtungen liegt das Ergebnis 0,52 % unter dem Wert von 2024. Die Hauptreisezeit konzentrierte sich hierbei auf Juli und August.
Dabei zeigen sich regionale Unterschiede: In der bayerischen Rhön ist die Verweildauer mit 4,8 Tagen am längsten, gefolgt von Thüringen (4,7 Tage). In der hessischen Rhön beträgt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer hingegen 2,1 Tage.
Knapp 19 % der Gäste übernachten in gewerblichen Betrieben, während 9,6 % Freunde und Verwandte besuchen (VFR-Segment). Camping und Privatquartiere machen mit 2,2 % bzw. 1,9 % einen kleineren Teil aus.
Verändertes Reiseverhalten
Der beobachtete leichte Rückgang bei den klassischen Beherbergungszahlen spiegelt ein verändertes Reiseverhalten wider, das sich bereits seit der Pandemie abzeichnet.
Gäste buchen zunehmend kurzfristiger und flexibler, was zu einer Verschiebung von lang geplanten Aufenthalten hin zu spontanen Tagesausflügen oder Aufenthalten im privaten Umfeld führt.
Dies wird durch die Statistik untermauert: Während die Übernachtungen in gewerblichen Betrieben minimal sanken, bleibt der Anteil der Tagesreisen mit 66,9 % aller Besucher dominierend.
Zudem gewinnt das Segment „Besuch bei Freunden und Verwandten“ (VFR) an Bedeutung. Die Rhön profitiert hier als Naherholungsziel, wobei die Wertschöpfung stärker durch gestiegene Tagesausgaben (25,00 € pro Tag) und weniger durch reine Übernachtungszahlen getrieben wird.
Kapazitäten und Auslastung
In der hessischen und bayerischen Rhön standen 2025 durchschnittlich 427 Beherbergungsbetriebe zur Verfügung, die zusammen etwa 28.260 Betten (ohne Campingstellplätze) anboten.
Die durchschnittliche Bettenauslastung lag bei 43 %, wobei die Spitzenwerte erneut in den Hochsommermonaten Juli und August erreicht wurden.
Für die thüringische Rhön liegen zu den Betriebszahlen keine detaillierten Daten vor, da diese vom Thüringer Landesamt für Statistik nicht erhoben werden.
„Der Rekordumsatz von 1,744 Milliarden Euro ist ein Erfolg des gesamten Netzwerks. Er beweist, dass sanfter Tourismus und wirtschaftlicher Erfolg in der Rhön keine Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig verstärken.
Der Tourismus sorgt dafür, dass dieser Wohlstand in der Region bleibt, unsere Kulturlandschaft geschützt wird und die lokalen Wertschöpfungsketten weiter gestärkt werden“, so Johannes Metz, Geschäftsführer Rhön GmbH.
Destinationsorganisation Rhön GmbH und der Dachmarke Rhön e.V.
Ein wesentlicher Faktor für die nachhaltige Entwicklung der Region ist die Arbeit der Rhön GmbH und des dazugehörigen Dachmarke Rhön e.V.
Mit ihrer Mitgliedschaft und der Nutzung des Qualitätssiegels „Rhön“ unterstützen die Akteure des Vereins nicht nur den Erhalt der einzigartigen Kulturlandschaft im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön.
Sie leisten zugleich einen aktiven Beitrag für einen sanften Tourismus und stärken gezielt die regionalen Wertschöpfungsketten.
Durch die gemeinsame Markenstrategie wird sichergestellt, dass der wirtschaftliche Erfolg der Region Hand in Hand mit ökologischer Verantwortung und dem Schutz des ländlichen Raums geht.





