Gastbeitrag von Rüdiger Christ
Am gestrigen Mittwoch fand in Suhl eine öffentliche Sitzung der Regionalen Planungsgemeinschaft Südwestthüringen (RPG) statt. Auf der Tagesordnung stand der Beschluss zur Freigabe des zweiten Entwurfs des Regionalplans Südwestthüringen, der die Windvorranggebiete festlegt, also jene Flächen auf denen künftig Windkraftanlagen gebaut werden sollen.
Zu einer „stillen Demo“ hatten regionale Windkraftkritiker aufgerufen. Dem folgten auch zahlreiche Teilnehmer aus der Rhön. Darunter auch Mitglieder der Stadtlengsfelder Bürgerinitiative gegen Windkraft im Wald (BI), die mit Plakaten in die Stadt im "Grünen Herzen" Deutschlands gereist waren.
Ein Aktivist der BI erklärte dazu: „Bei einer Demo, die mitten in der Woche für 9.30 Uhr angemeldet ist, hatte die BI Stadtlengsfeld vorher leichte Bauchschmerzen. Die Teilnehmerzahl könnte vielleicht gering ausfallen. Dazu kommt, dass die meisten Teilnehmer eine Anfahrt von mindestens einer Stunde hatten.
Weit gefehlt! Chuck Norris soll wohl gestorben sein, der Widerstand gegen Windkraft im Thüringer Wald stirbt nicht! Es waren geschätzt 150 Teilnehmer, die sich eingefunden hatten. Der Schilderwald war ansehnlich.
Klare Aussage: An der Stellung zu Windkraft im Wald kommt keine Partei vorbei und MUSS sich daran messen lassen. Die Stadtlengsfelder Bürgerinitiative zeigte Präsenz und war mit zahlreichen Teilnehmern vor Ort. Ihr Banner mit dem Luftbild vom Wald zwischen der Hämbacher Höhe und der Langenfelder Abspann hatte Aussagekraft und war DER Blickfänger“, meint der BI- Aktivist.
Auch BI-Sprecher Dr. Johannes Görg zeigte sich von der Beteiligung positiv überrascht: „Dass rund 150 hoch engagierte Menschen von ca. zehn windkraftkritischen Bürgerinitiativen teilnahmen, ist ein deutliches Zeichen, dass die Breite unserer Bewegung sprunghaft wächst.“
Vom Ergebnis der Sitzung ist Görg gemeinsam mit seinen Mitstreitern jedoch enttäuscht. Zwar wurden die Demonstranten vom Wartburgkreis-Landrat Michael Brodführer (CDU), der den Vorsitz der RPG innehat, begrüßt. In der anschließenden Abstimmung zeigte sich jedoch eine klare Mehrheit für den Entwurf. 21 Mitglieder stimmten dafür.
Der Sonneberger Landrat Robert Sesselmann (AfD) sowie der Schalkauer Bürgermeister Mark Schwimmer (pl) votierten dagegen.
Der verabschiedete Entwurf sieht insgesamt 40 Windvorranggebiete in Südwestthüringen vor, sieben davon liegen in der Rhön. In den folgenden Gebieten sind demnach in den nächsten Jahren neue Windräder denkbar:
Dietrichsberg bei Vacha
Hetzeberg bei Möhra
Hoppberg bei Dorndorf
Lohberg bei Vacha
Salzunger Berg bei Weilar
Ripperts bei Wernshausen
Hetzberg bei Christes/Grumbach
Tellerberg bei Viernau
Wacholderberg bei Mehmels
Hessenkoppe bei Meiningen
Knotenberg bei Dillstädt
Schneeberg bei Grub
Ahlstädter Berg bei Schleusingen
Mittelberg bei Vachdorf
Hoher Schuss bei Ernstthal
Wölfershausener Wald bei Bauerbach
Beinerstadt
Häselriether Forst bei Hildburghausen (Nord)
Schlotberg bei Jüchsen
Breitberg bei Dingsleben
Thomasberg bei Eisfeld (West)
Behrunger Höhe (Grabfeld)
Klettnitzberg bei Neuenbau
Weites Feld bei Eisfeld (Ost)
Lossbrand bei Hämmern/Blechhammer
Hohe Wart bei Hildburghausen (Süd)
Warth bei Römhild
Klauenkopf bei Straufhain
Harte Leite bei Gompertshausen
Ummerstädter Wald
Höhberg bei Hellingen
Das bisherige Windvorranggebiet 4 „Bornkopf“ wurde in Windvorranggebiet 14 „Salzunger Berg bei Weilar“ umbenannt.
Besonders kritisch sehen viele Bürgerinitiativen die deutliche Ausweitung der Flächen. Der Anteil steigt von bislang 0,15 Prozent auf 1,7 Prozent, eine Verfünfzehnfachung auf rund 6.900 Hektar.
Die Bürgerinitiativen wollen sich nun auf die am 18. Mai beginnende Öffentlichkeitsbeteiligung konzentrieren. Diese ist auf acht Wochen begrenzt und fällt teilweise in die Sommerferienzeit.









