Wo Tradition zu Hause ist: Die „Rhön“ feiert Patenschaft im Moccas Rhönstübchen

Gastbeitrag von Lea Hohmann

Ein Wiedersehen voller Geschichte und maritimer Tradition: Der Kapitän des Patenschiffs „Rhön“, Egon Rhauderwiek, und seine Ehefrau Anke Rhauderwiek trafen sich kürzlich mit den Landräten Thomas Habermann, 1. Vorsitzender des Naturparks und Biosphärenreservats Bayerische Rhön e.V., und Thomas Bold, 2. Vorsitzender, dem ehemaligen Geschäftsführer Klaus Spitzl sowie der heutigen Geschäftsführerin Lisa Jensen in Moccas Rhönstübchen, wo man sich bei bester Bewirtung austauschte.

Anlass war die Pflege der Patenschaft zwischen der Marine-Legende und dem Naturpark – eine Verbindung, die seit über 40 Jahren besteht und weit über die üblichen Ehrenaufgaben hinausgeht.

Alles begann 1978, als der damalige Naturpark-Geschäftsführer Hugo Müller erste Kontakte zur Bundesmarine knüpfte.

Gemeinsam mit dem damaligen Rhön-Grabfelder Landrat Dr. Fritz Steigerwald gelang es ihm, dass das Versorgungsschiff den Namen „Rhön“ erhielt und der Naturpark, die Landkreise Rhön-Grabfeld sowie Bad Kissingen die Patenschaft übernahmen.

Schon damals trafen sich die Verantwortlichen regelmäßig im Rhönstübchen in Brüchs. Ein Foto des alten Patenschiffs erinnert bis heute an diese Tradition – ein Grund, warum das Treffen nach der langen Schließzeit genau hier stattfand.

Landrat Habermann betitelte den Tag im Gästebuch mit den Worten: „Welch wunderschöner Tag!“

Unter dem späteren Naturpark-Geschäftsführer Kurt Mauer wuchs die Patenschaft weiter: Kapitän Garrels und Offiziere der „Rhön“ besuchten den Naturpark in regelmäßigen Abständen und stärkten die außergewöhnliche Verbindung zwischen Bundesmarine und Region.

Solche intakten Beziehungen sind heute selten – ein Schatz, den alle Beteiligten mit Stolz pflegen.

Ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung setzte der NBR e.V. mit zwei besonderen handwerklichen Präsenten für das Patenschiff: einer Keramikarbeit und einer kunstvoll gearbeiteten Holzskulptur aus der Staatlichen Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim an der Rhön.

Beide Werke verkörpern eindrucksvoll die handwerkliche Tradition der Region und symbolisieren die gewachsene Verbindung zwischen Heimat und Marine.

Die „Rhön“ selbst ist ein imposantes Schiff: Mit 130 Metern Länge, 19,30 Metern Breite und einer Verdrängung von 14.169 Tonnen gehört sie zu den größten Versorgungsschiffen der Marine.

Ihre Aufgabe: Kampfschiffe auf See gleichzeitig mit Kraftstoff, Proviant, Frischwasser, Schmieröl und Munition versorgen – selbst während der Fahrt und bei Nacht.

Das Treffen in Brüchs war mehr als ein Symbol: Es war ein lebendiges Stück maritimer Geschichte, ein Wiederaufleben jahrzehntelanger Freundschaft und ein Beweis dafür, dass Traditionen, die mit Herz und Leidenschaft gepflegt werden, niemals verblassen.