Stillstand, Streit & offene Fragen – Stadtlengsfeld ringt um Handlungsfähigkeit

Was nach politischem Alltag klingt, entwickelt sich in Stadtlengsfeld zunehmend zu einem handfesten Problem. Zwei aktuelle Stellungnahmen zeigen ein Bild, das für Außenstehende vor allem eines deutlich macht: Hier läuft etwas gehörig aus dem Ruder.

Im Mittelpunkt steht eine ungewöhnliche Fraktionsgründung im Ortsteilrat. Unter dem Namen „CDU und Die Linke – Bürger für die Region“ haben sich mehrere Mitglieder zusammengeschlossen – ein Schritt, der nicht nur überrascht, sondern auch für massiven Unmut sorgt.

Denn von offizieller Seite der CDU wird diese Zusammenarbeit klar abgelehnt und sogar infrage gestellt, wie CDU Ortsvorsitzender Alexander Ruppert deutlich macht.

Doch der politische Streit bleibt nicht nur auf dem Papier. Die Auswirkungen sind ganz konkret spürbar: Sitzungen platzen, weil zu wenige Mitglieder erscheinen, Entscheidungen werden vertagt – und wichtige Projekte kommen nicht voran.

So konnte zuletzt ein Beschluss zur Straßenbenennung nicht gefasst werden. Was nach einem kleinen Detail klingt, hat große Folgen: Ohne diesen Beschluss verzögert sich unter anderem der geplante Glasfaserausbau.

Für Bürgerinnen und Bürger ist das schwer nachvollziehbar. Während in der Öffentlichkeit von Zusammenarbeit und Neuanfang gesprochen wird, zeigt sich in der Praxis ein anderes Bild: Blockaden, gegenseitige Vorwürfe und ein Gremium, das aktuell nicht arbeitsfähig scheint.

Auch Ortsteilbürgermeister Andreas Kuropka beschreibt die Situation deutlich – zwischen Enttäuschung, Ärger und Ratlosigkeit. Ein politisches Miteinander, das eigentlich sachlich und überparteilich funktionieren sollte, ist derzeit kaum erkennbar.

Die Hoffnung richtet sich nun auf die nächste Sitzung Anfang April. Dann wird sich zeigen, ob die Beteiligten die Kurve bekommen – oder ob der Stillstand weiter anhält.

Für Stadtlengsfeld steht dabei mehr auf dem Spiel als nur politische Differenzen: Es geht um konkrete Entwicklungen vor Ort – und um das Vertrauen der Menschen in ihre gewählten Vertreter.


Hier die beiden Stellungnahmen von Ortsteilbürgermeister Andreas Kuropka und dem CDU-Ortsvorsitzendem Alexander Ruppert: