Viel Einsatz & wachsende Anforderungen: JHV der Feuerwehr Bad Liebenstein

Gastbeitrag von Stefanie Kießling

Zur Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Bad Liebenstein kamen am Freitag, 16. Januar 2026, die Kameradinnen und Kameraden der Standorte Bad Liebenstein, Steinbach und Schweina im Gasthaus „Grüner Baum“ in Steinbach zusammen.

Im Mittelpunkt standen der Rückblick auf das Einsatzjahr 2025 sowie die künftigen Aufgaben der Feuerwehr.

Stadtbrandmeister Enrico Pfeifer zog eine insgesamt positive Bilanz. Die Feuerwehr stellte ihre Einsatzbereitschaft im gesamten Jahr sicher, zugleich nahmen Umfang und Komplexität der Aufgaben weiter zu – sowohl im Einsatzdienst als auch im organisatorischen Bereich.

Mitgliederentwicklung: Nachwuchs stark, Einsatzabteilung unter Druck

Zum Jahresende 2025 gehörten der Feuerwehr Stadt Bad Liebenstein 88 Mitglieder der Jugendfeuerwehr, 81 aktive Kameradinnen und Kameraden in der Einsatzabteilung sowie 34 Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung an.

Während die Nachwuchsarbeit weiterhin auf einem stabilen Fundament steht, setzt sich in der Einsatzabteilung der demografische Trend der vergangenen Jahre fort.

Den größten Anteil stellen derzeit die 41- bis 45-Jährigen. Die Sicherung der Einsatzfähigkeit – insbesondere tagsüber – bleibt damit eine zentrale Herausforderung.

142 Einsätze – Technische Hilfeleistungen prägen das Geschehen

Im Jahr 2025 rückte die Feuerwehr Stadt Bad Liebenstein zu insgesamt 142 Einsätzen aus. Vor allem technische Hilfeleistungen bestimmten das Einsatzgeschehen und ließen das Einsatzaufkommen insbesondere im Dezember deutlich ansteigen.

Zahlreiche Verkehrsunfälle, unter anderem im Bereich des Rathauses und im Altensteiner Park, forderten die Einsatzkräfte ebenso wie ein Brand im Simon Autohaus in Barchfeld, ein Fahrzeugbrand bei Brotterode sowie Einsätze wegen Öl- und Altlasten auf dem ehemaligen Wälzkörpergelände in Schweina.

Darüber hinaus beteiligte sich die Feuerwehr im Sommer im Rahmen des Katastrophenschutzzuges am Waldbrandeinsatz auf der Saalfelder Höhe.

Trotz der Vielzahl und Bandbreite der Einsätze zog Pfeifer eine positive Bilanz: Es gab 35 verletzte Personen davon wurden 32 Personen durch die Feuerwehr gerettet und es kam zu zwei Todesfällen.

Sicherheitswachen, Übungen und besondere Herausforderungen

Die Feuerwehr übernahm im Jahr 2025 weniger Brandsicherheitswachen als im Vorjahr, was auch mit der aktuellen Schließung des Comödienhauses zusammenhängt.

Zugleich sicherten die Einsatzkräfte aber größere Veranstaltungen ab, darunter den Bergslalom oder das Musicalevent auf der Burgruine.

Der traditionelle Fackelbrand stellte an die Feuerwehr dieses Jahr auch besondere Anforderungen, da diesmal vor allem der Wind die Einsatzplanung erschwerte.

Regelmäßige Übungen, unter anderem in der m&i-Klinik und im AWO-Pflegeheim, unterstreichen die besondere Verantwortung der Feuerwehr in einer Stadt mit starkem Kur- und Klinikbetrieb.

Ausstattung verbessert – strukturelle Probleme bleiben

Im Bereich Technik und Ausstattung machte die Feuerwehr im vergangenen Jahr wichtige Fortschritte.

Neben der Indienstnahme des neuen Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs (HLF) schaffte sie unter anderem ein Absturzsicherungssystem und einen neuen Hubwagen an, verbesserte Helme, Schwimmwesten, das Ordnungssystem im Hochregal mit Bigboxen sowie die Einsatzbekleidung für die technische Hilfeleistung.

Gleichzeitig benannte Stadtbrandmeister Pfeifer klar bestehende Probleme. Der wachsende Verwaltungsaufwand, komplexe Förderverfahren, die unkoordinierte Digitalisierung sowie offene Themen wie die Weiterentwicklung der Wasserwehr, ein geeigneter Hubschrauberlandeplatz und Platzprobleme in den Gerätehäusern stellen das Ehrenamt vor zunehmende Herausforderungen.

Den Fördermittelantrag für ein Tanklöschfahrzeug TLF 3000 hat die Stadt bereits gestellt, eine Umsetzung ist jedoch voraussichtlich erst ab 2028 realistisch.

Brandschutzerziehung als wichtiger Baustein

Auch im Jahr 2025 engagierte sich die Feuerwehr intensiv in der Präventionsarbeit. Mit 35 Unterrichtseinheiten in Schulen leisteten die Kameradinnen und Kameraden einen wichtigen Beitrag zur Brandschutzerziehung und zur Nachwuchsgewinnung.

Aufnahmen, Beförderungen und Ehrungen

Im vergangenen Jahr nahm die Feuerwehr Maximilian Pfeifer, Eric-Nils Gebhart, Marcel Eckhardt, Felix Alexander Bodenstein und Tim Trautvetter in ihre Reihen auf. Zudem ernannte sie Jane Schmidt zur Fachberaterin Strahlenschutz.

Zu Feuerwehrmännern beförderte die Wehr Luis Münch und Maximilian Mathias Kürschner. Den Dienstgrad des Oberbrandmeisters erhielt Stephan Fischer.

Für langjährige aktive Mitgliedschaft ehrte der Freistaat Thüringen Stephan Fischer, Denny Wendlandt und Marco Reichel für jeweils 25 Jahre sowie Tim Trautvetter für zehn Jahre Dienst in der Feuerwehr.

Ehrungen des Thüringer Feuerwehrverbandes für außergewöhnlich lange Mitgliedschaft gingen an Peter Malsch (50 Jahre), Bernd Huhn (50 Jahre) und Werner Schlechtweg (70 Jahre).