Sie ist leider längst keine Selbstverständlichkeit mehr: Zivilcourage.
Um genau dafür ein deutliches Zeichen zu setzen und Menschen für ein respektvolles Miteinander zu sensibilisieren, hat Polizeipräsident Michael Tegethoff die jährliche Belobigungsveranstaltung ins Leben gerufen.
Am Freitag, den 23. Januar, wurden nun bereits zum dritten Mal engagierte Bürgerinnen und Bürger in das Polizeipräsidium Osthessen eingeladen, um sie für ihr vorbildliches Verhalten auszuzeichnen. Geehrt wurden Menschen, die nicht weggeschaut, sondern in schwierigen Situationen hingesehen, erkannt und gehandelt haben.
„Mit Ihrem Beitrag haben Sie aktiv eingegriffen und damit einen wertvollen Dienst für unsere Gesellschaft geleistet. Sie können stolz auf sich sein“, betonte Polizeipräsident Tegethoff in seiner Ansprache. Gerade in einer Zeit, in der viele lieber zum Handy greifen, statt zu helfen, sei Zivilcourage wichtiger denn je. Sie mache unsere Gesellschaft sicherer und menschlicher.
Dabei stellte Tegethoff auch klar: Zivilcourage bedeute nicht, sich selbst in Gefahr zu bringen. Oft beginne sie bereits im Kleinen – etwa durch das Alarmieren von Polizei oder Rettungskräften oder durch das Eintreten für andere bei Ungerechtigkeit. „Sie alle haben eines gemeinsam: Sie haben hingesehen und gehandelt“, lobte der Polizeipräsident die Geehrten ausdrücklich.
Von aufmerksamen Zeugen bis hin zu Lebensrettern
Besonders bewegend waren die Geschichten der ausgezeichneten Bürgerinnen und Bürger. Sechs Frauen – Jule Schmoll, Carolin Aßmann, Susanne Werner, Alisa Denhardt, Michaela Winkelhardt und Melanie Lamm – retteten durch ihr schnelles und professionelles Handeln nach einer Messerattacke in Bad Hersfeld einem Mann das Leben.
Auch Marcel Schneider und Felix Appel bewiesen Mut, als sie bei einem Scheunenbrand in Wartenberg-Angersbach ohne Zögern halfen. Bettina Schulz wurde in Fulda Zeugin eines Tötungsdelikts und leistete trotz der extremen Ausnahmesituation einen wichtigen Beitrag zur polizeilichen Arbeit.
In Schweben verhinderten Manuel Deigert und Hartmut John mit ihrem Eingreifen eine möglicherweise folgenschwere Tat. Matthias Heil wiederum rettete nach einem schweren Verkehrsunfall bei Neuhof durch sein beherztes Handeln das Leben einer Autofahrerin.
„Sie stehen heute stellvertretend für all jene Menschen, die Zivilcourage zeigen – auf ganz unterschiedliche Weise“, betonte Tegethoff. Genau dieses Engagement wolle man mit der Veranstaltung sichtbar machen und würdigen.
Mit der Belobigungsveranstaltung setzt das Polizeipräsidium Osthessen bewusst ein Zeichen:
für Hinschauen statt Wegsehen,
für Menschlichkeit statt Gleichgültigkeit
und für eine Gesellschaft, in der man sich aufeinander verlassen kann.
Ein Abend, der Mut macht – und zeigt, wie viel ein einzelner Mensch bewirken kann.

