„Lichtbringer-Radiogottesdienst“: MDR Kultur überträgt live aus Dermbach

Gastbeitrag von Julia Otto

Rund 230 Menschen kamen am Sonntag in der evangelischen Dreieinigkeitskirche Dermbach zusammen, um live mitzuerleben, wie ein Radiogottesdienst entsteht, der zeitgleich auf MDR Kultur übertragen wurde.

Während die Gemeinde in der Kirche den Gottesdienst erlebte, hörten Zehntausende zeitgleich am Radio mit – verbunden als eine große Radiogemeinde weit über Dermbach und die Rhön hinaus.

Schon vor der Sendung herrschte gespannte Vorfreude: Während der technischen Einweisung ertönte plötzlich eine Stimme laut im Kirchenschiff – zunächst wusste niemand, woher sie kam.

Ein Moment des kurzen Innehaltens, dann ein Schmunzeln in den Reihen. Die Rundfunkbeauftragte der EKM, Juliane Baumann, löste die Situation augenzwinkernd auf: „Das war natürlich nicht die Stimme Gottes, das war die Regie aus dem MDR Übertragungswagen.“

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand die Begegnung Jesu mit der Frau am Jakobsbrunnen. Passend zum 3. Sonntag nach Epiphanias stellte Pfarrerin Silke Glöckner in ihrer Predigt Fragen nach den Grenzen im eigenen Leben: Wovor schützen sie, woran hindern sie – und was braucht es, um sie zu überwinden?

Immer wieder ging es dabei um die Frage: „Was gibt mir Kraft?“ – „Was ist die Quelle in meinem Leben?“ Persönliche Statements aus der Gemeinde Dermbach machten diese Gedanken greifbar und lebensnah.

Die musikalische Vielfalt gab dem Radiogottesdienst seine besondere Kraft. Der Posaunenchor Dermbach (Leitung: Henri Krowiorsch), der Kirchenchor „Heavenly Voices“ (Leitung: Felicitas Kotsch), Kantorin Youna Park an der Orgel, Eberhard Mäurer am Klavier sowie Jakob Kotsch an der Gitarre, Thomas Wehner am Cajon und Christina Winterfeldt am Bass gestalteten den Gottesdienst gemeinsam und wechselten sich im Verlauf der Feier ab.

Gemeinsam schufen sie einen abwechslungsreichen Gottesdienst, der traditionelle Choräle und moderne Lieder harmonisch verband. Christina Quiatkowski wirkte als Lektorin mit.

Die Rückmeldungen aus der Gemeinde und von Radiohörerinnen und -hörern fielen sehr positiv aus. Ein besonders ausführliches Feedback hob die musikalische Gestaltung hervor:

„Ein großes Lob für den Radiogottesdienst der Gemeinde Dermbach. Mich hat vor allem die virtuose musikalische Umrahmung beeindruckt. Bereits der Posaunenchor zu Beginn ließ mich aufhorchen. Der leidenschaftliche und motivierende Gesang des Chores sowie die moderne instrumentale Begleitung zeigten, dass hier Raum für Neues ist.“

Besonders bewegend wurde der gemeinsame Schlussgesang erlebt: „Schließlich trieb es mir die Tränen in die Augen, und ich drehte das Radio lauter, als ich den gemeinsamen Gesang des letzten Liedes ‚Our God is an awesome God‘ und die überwältigende Stimme der Sängerin hörte. So kann Religion heute gelebt werden!“

Weitere Rückmeldungen beschrieben den Gottesdienst als „richtigen Lichtbringer“, lobten das hörbare ehrenamtliche Engagement. Auch die Predigt und die persönlichen Statements fanden großen Zuspruch: „Wir brauchen in dieser Zeit Jesu Wort – es gibt uns Frieden in einer schweren Zeit.“

Der Radiogottesdienst wirkte weit über den Sonntag hinaus nach – beseelt und getragen von einer Gemeinschaft, die nachklingt.

Die Radioübertragung kann weiterhin in der MDR-Mediathek nachgehört werden: www.mdr.de.

Wer einen musikalisch geprägten Gottesdienst der Kirchgemeinde Dermbach (Schloßberg 5, 36466 Dermbach) noch einmal live erleben möchte, ist herzlich eingeladen zum Gottesdienst in freier Form am Sonntag, den 8. März, um 9.30 Uhr in der Dreieinigkeitskirche Dermbach.

Unter dem Titel „Lieder zwischen Himmel und Erde“ wird der Gottesdienst musikalisch von den „Heavenly Voices“ gestaltet.