Nach fünf Jahren engagierter Zusammenarbeit ziehen die Akteure des Insektenschutzprojekts BROMMI Bilanz.
Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Gemeinden und Landschaftspflege kamen zusammen, um auf das gemeinsam geschaffene, beeindruckende Netzwerk von Insektenlebensräumen zurückzublicken.
Auf Äckern, Wiesen und kommunalen Flächen ist so ein vielfältiges Mosaik entstanden, das einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Insektenvielfalt leistet. Der Rückblick zeigt: Gemeinsames Handeln wirkt – und schafft Lebensräume mit Zukunft.
Im Haus der Schwarzen Berge in Oberbach kamen BROMMI - Landwirte, Bürgermeister, Gemeindemitarbeiter und der Landschaftspflegeverband Rhön-Grabfeld für einen Austausch zusammen.
Ziel war es, gemeinsam Resümee zum Projekt BROMMI – Biosphärenreservate als Modellandschaften für den Insektenschutz – zu ziehen. Gleichzeitig war die Veranstaltung Finissage der Insektenausstellung „Facettenreiche Insekten – Vielfalt - Gefährdung - Schutz“ in der Rhön.
BROMMI-Projekt als Erfolgsmodell für Insektenschutz
Den Auftakt bildete eine Führung durch die Insektenausstellung. Dr. Tobias Birkwald von der Bayerischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön erläuterte während der Finissage anschaulich die Bedeutung von Insekten für Ernährung und Ökosysteme. Kaffee und Erdbeeren wären geschmacklos und die Ernten geringer ohne die sechsbeinigen Bestäuber.
Im Anschluss präsentierte Wiltrud Fischer vom WWF Deutschland beeindruckende Ergebnisse aus dem bayerischen Teil des Biosphärenreservats Rhön: Über sieben Kilometer Blühstreifen und Insektenwälle haben die Landwirte mit regionalem Saatgut angelegt.
Bürger, Bauhöfe, Landwirte und LPV-Rhön-Grabfeld legten mehr als zwei Kilometer Hecken mit heimischen Gehölzen an. „Eine Pflanzenvielfalt, die von Insekten dringend benötigten Blüten- und Strukturreichtum schafft“, betonte Wiltrud Fischer.
Dank der von Landwirten und Kommunen angelegten Kleingewässer und offener Bodenstellen finden bodennistenden Bienen sowie wassergebundene Insektenlarven hier Lebensraum.
Landwirt Eberhard Räder etablierte als Pionier in der Rhön ein Agroforstsystem. Hier können sich nützliche Insekten vermehren und die Schädlinge im Acker reduzieren. Gleichzeitig schützen die Sträucher den Boden vor Wind- und Wasser-Erosion.
Positive Rückmeldungen von Landwirten und Kommunen
In einer anschließenden Diskussionsrunde reflektierten die Teilnehmenden die durchgeführten Maßnahmen und deren Umsetzung.
Die Landwirte, die ein breites Spektrum landwirtschaftlicher Ausrichtungen abdeckten – von Grünlandbetrieben über Schweinehalter bis hin zu Ackerbauern – zeigten sich überwiegend positiv und bestätigten die überragende Bedeutung des Projekts für die Insektenvielfalt.
Auch die Vertreter der Kommunen begrüßten die Ergebnisse. Sie erwarten von den durchgeführten Maßnahmen nicht nur eine Verbesserung der Insektenpopulationen, sondern auch eine positive Wirkung auf den Klimaschutz durch die Heckenpflanzungen als natürliche Puffer gegen extreme Wetterereignisse.
Zukunft des Projekts und Ausblick
Das BROMMI-Projekt endet offiziell am 30. Juni 2026. Bis dahin wird das Team die erreichten Ergebnisse weiterhin aufbereiten und für die breite Öffentlichkeit zugänglich machen.
Die Zusammenarbeit mit den Akteuren wird durch eine vom bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz geförderte Projektstelle bis 2028 fortgeführt.
Ziel ist, dass eine Verbesserung des Insektenlebensraums in der Rhön langfristig Teil der landwirtschaftlichen Praxis wird.
Über das Projekt BROMMI
Seit 2020 fördert das Projekt „BROMMI - Biosphärenreservate als Modelllandschaften für Insektenschutz“ in fünf deutschen UNESCO-Biosphärenreservaten die Integration von Insektenlebensräumen in die landwirtschaftliche Nutzung.
„Die letzten Projekt Monate werden wir nutzen, das Erreichte auszuwerten und zu kommunizieren“, erklärt Wiltrud Fischer, Projektmanagerin beim WWF im bayerischen Teil des Biosphärenreservats Rhön.
Gefördert wird BROMMI durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums. Mehr Informationen: www.biosphaerenreservat-rhoen.de/brommi



