Mitteilung der Stadt Bad Salzungen
Alle haben es im eigenen Alltag erlebt: Der Winter hat sich in der vergangenen Woche mit anhaltend tiefen Temperaturen und kräftigen Schneefällen zurückgemeldet.
Straßen und Gehwege waren vielerorts schneebedeckt, Glätte war unser aller täglicher Begleiter. Was für viele Bürgerinnen und Bürger eine Herausforderung war, bedeutete für den Bauhof der Stadt Bad Salzungen eine besonders arbeitsintensive Zeit.
Volle Leistung unter schwierigen Bedingungen
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des städtischen Bauhofs waren während der vergangenen Frost- und Schneeperiode nahezu durchgehend im Einsatz. Insgesamt wurden rund 210 Tonnen Streusalz auf den Straßen ausgebracht.
Die Vorräte des Bauhofes sind damit nahezu aufgebraucht. Bereits vor drei Wochen wurde eine Nachlieferung bestellt, diese lässt jedoch noch auf sich warten, da aktuell deutschlandweit winterliche Witterungsverhältnisse herrschen und Streumittel stark nachgefragt sind.
Trotz des hohen Einsatzes war es nicht immer möglich, alle Straßen und Wege dauerhaft in dem Zustand zu halten, den man sich wünscht. Festgefahrener Schnee, überfrierende Feuchtigkeit und dauerhaft niedrige Temperaturen setzen dem Winterdienst Grenzen.
Hinzu kam der Ausfall eines im Winterdienst eingesetzten Fahrzeugs, wodurch Streustrecken kurzfristig von anderen Fahrzeugen mit übernommen werden mussten. Besonders betroffen waren dabei Langenfeld sowie Teile des Stadtgebiets Bad Salzungen.
Winterdienst: Ein Job zwischen Nachtarbeit und Kritik
Der Wunsch nach einer jederzeit „schwarzen Fahrbahn“ ist verständlich – aber nicht realistisch. Der Winterdienst beginnt häufig mitten in der Nacht, lange bevor der Berufsverkehr einsetzt.
Die Fahrerinnen und Fahrer der Räum- und Streufahrzeuge manövrieren tonnenschwere Technik durch enge Straßen, zwischen parkenden Autos hindurch und nicht selten an Verkehrsteilnehmern vorbei, die mit ungeeigneter Bereifung unterwegs sind.
Wenn die Lage besonders schwierig wird, hängen viele Beschäftigte zusätzliche Stunden an ihre ohnehin langen Schichten an. Dennoch schlägt ihnen nicht selten Unmut entgegen.
Dabei gerät schnell aus dem Blick, dass auch der beste Winterdienst Naturgesetze nicht außer Kraft setzen kann – und dass hinter jedem Räumfahrzeug Menschen stehen, die ihre Arbeit so gut wie möglich erledigen.
Früher war mehr Schnee – und mehr Gelassenheit?
Manch einer erinnert sich noch an Zeiten, in denen Schneehaufen deutlich höher waren als heute und normaler Schneefall nicht sofort als Ausnahmezustand galt.
Damals gehörte eine Schneeschaufel im Kofferraum fast zur Grundausstattung, Sandsäcke sorgten für zusätzlichen Grip und gegenseitige Hilfe war selbstverständlich.
Winterdienst ist auch Aufgabe der Anlieger
Die Stadt Bad Salzungen nimmt die aktuelle Witterung zum Anlass, an die Räum- und Streupflichten der Grundstückseigentümer und Anlieger zu erinnern.
Diese sind in der Straßenreinigungssatzung geregelt und gelten unabhängig vom Einsatz des städtischen Winterdienstes.
Was bedeutet das konkret?
Bei Schneefall sind Gehwege vor den Grundstücken in einer Breite zu räumen, die den Fußgängerverkehr nicht mehr als unvermeidbar beeinträchtigt (in der Regel 1,5 Meter).
In Straßen mit nur einseitigem Gehweg wechseln sich die Verpflichtungen je nach gerader oder ungerader Jahreszahl zwischen den beiden Straßenseiten ab.
Die geräumten Flächen sollen aufeinander abgestimmt sein, sodass ein durchgehend nutzbarer Gehweg entsteht.
Für jedes Grundstück ist ein Zugang zur Fahrbahn und zum Hauseingang freizuhalten. Auch festgetretener oder antauender Schnee ist – soweit möglich und zumutbar – zu beseitigen.
Schnee soll nach Möglichkeit auf dem eigenen Grundstück (z. B. im Vorgarten) gelagert werden. Das Abkippen auf die Fahrbahn führt zu Verengungen und sorgt später für Ärger, wenn der Schneepflug den Schnee wieder auf den Gehweg zurückschiebt.
Abflussrinnen sind bei Tauwetter freizuhalten, um Überflutungen zu vermeiden. Die Räum- und Streupflicht gilt täglich von 7 bis 20 Uhr und ist bei Schneefall unverzüglich umzusetzen.
Beim Streuen gilt: Vorrangig sind Sand, Splitt oder ähnliche abstumpfende Materialien zu verwenden. Streusalz darf nur in geringen Mengen eingesetzt werden, etwa bei festgetretenem Eis. Auftauende Eisreste sind zeitnah zu beseitigen.
Gemeinsam durch den Winter
Winterdienst ist Teamarbeit – zwischen Stadt, Bauhof und Bürgerschaft. Je besser alle Beteiligten ihren Teil beitragen und Verständnis füreinander aufbringen, desto reibungsloser lassen sich auch schwierige Witterungsphasen bewältigen.



