Falsche Polizeibeamte ergaunern Schmuck in Hünfeld

Mit der dreisten Masche des Schockanrufes hatten am Donnerstag (22.01.) Betrüger im Hünfelder Ortsteil Mackenzell Erfolg.

Indem sie vorgaukelten Polizeibeamte zu sein, brachten sie einen 85-jährigen Mann dazu diversen Schmuck auszuhändigen. Auch am 17.12. hatten die Täter bereits in Hünfeld mit ihrer perfiden Masche bei einem 83-Jährigen Erfolg.

In beiden Fällen ähnelt sich das Vorgehen: Unter einen Vorwand rufen die Betrüger ahnungslose Bürgerinnen und Bürger an und verwickeln sie in ein Gespräch.

Dabei nutzen sie die Legende eines Bankmitarbeiters oder als Angestellter eines Onlinehandels, erschleichen sich das Vertrauen ihrer Gesprächspartner und erlangen so einen Überblick über die Vermögensverhältnisse der Angerufenen.

Im weiteren Verlauf der Masche erhalten die Opfer dann einen Anruf von einem vermeintlichen Polizeibeamten, der wiederum über eine derzeit verbreitete Betrugsmasche informiert und um die Mithilfe bei einer Zugriffsmaßnahme wirbt.

Dabei sollen Wertgegenstände an die Betrüger übergeben werden, um diese anschließend "auf frischer Tat" festnehmen zu können. Die Wertgegenstände sollen dabei als bedeutende Beweismittel dienen, welche für eine Verurteilung wichtig seien.

In beiden Fällen kann der Tatverdächtige wie folgt beschrieben werden: männlich, circa 20-30 Jahre alt, circa 1,80 m groß, normale Statur, schwarze kurze gelockte Haare. Bekleidet war der Betrüger am 22.01. mit einer hellen Winterjacke.

Hinweise bitte an das Polizeipräsidium Osthessen unter Telefon 0661/105-0, jede andere Polizeidienststelle oder über die Onlinewache unter www.polizei.hessen.de.

Es kann Jeden treffen

Wer glaubt, das hätte ihm definitiv nicht passieren können, der hat weit gefehlt: Das Vorgehen der Täterinnen und Täter - das zeigt die kriminalistische Erfahrung - ist besonders perfide, überaus gut geschauspielert und vorbereitet und passt oft auf die Lebenssituation der Angerufenen oder wird dieser angepasst.

„Hier spricht die Polizei! Schließen Sie sofort Ihre Türen und Fenster und lassen Sie Ihre Rollläden herunter. Wir sorgen für Ihre Sicherheit! Wir helfen Ihnen!“

Bei der Masche der sogenannten "Falschen Polizeibeamten" ruft meist eine Rufnummer mit örtlicher Vorwahl, manchmal sogar dem ersten Anschein nach die 110, an und der Anrufer stellt sich als Polizeibeamter einer örtlichen Dienststelle vor.

Unmöglich, denn der Notruf kann nur angerufen werden und nicht raus telefonieren. Mittels sogenanntem "Call-ID-Spoofing" können Betrüger jedoch tatsächlich jede frei gewählte Rufnummer auf dem Telefondisplay ihrer Opfer anzeigen lassen. Erste Zweifel an der Identität des betrügerischen Anrufers werden so bereits ausgeräumt.

Was die Betrüger dann von sich geben, löst bei Angerufenen oftmals große Sorge aus: Einbrecher seien in der Nachbarschaft des Angerufenen unterwegs. Die Polizei habe bereits einige der Täter festgenommen.

Einer der Festgenommenen habe einen Zettel bei sich gehabt, auf dem die Adresse des späteren Opfers und dessen Vermögenswerte gestanden hätten. Nun sei die Polizei um die Sicherheit des Angerufenen und dessen Ersparnisse besorgt.

Im weiteren Gesprächsverlauf gehen die Betrüger äußerst geschickt vor und bringen ihre Opfer so dazu, Wertsachen zusammenzutragen und an vereinbarten Örtlichkeiten abzulegen oder zu übergeben.

Den Opfern wird eindringlich suggeriert, dass man nur so für die Sicherheit ihres Ersparten sorgen könne und sie die Wertsachen in den kommenden Tagen auf der Polizeistation abholen könnten.

Es ist bei dieser Masche auch nicht auszuschließen, dass die Kriminellen ihre Opfer anweisen zur Bank zu fahren, um dort Bargeldbeträge abzuheben.

Als Vorwand geben die Schwindler an, dass die vermeintlichen Einbrecher mit Bankangestellten zusammenarbeiten würden, um unbefugt und unbemerkt Gelder von Kundenkonten abzubuchen.

Sobald die Vermögenswerte greifbar und ein Ablage- oder Übergabeort vereinbart wurde, kommt ein Betrüger oder eine Betrügerin persönlich vorbei, um die Wertgegenstände abzuholen.

Ihre Polizei warnt: Trickbetrug ist vielfältig.

- Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand am Telefon nicht selbst mit Namen vorstellt oder Polizeibeamter beziehungsweise Person
der Justiz ausgibt, den Sie als solchen nicht erkennen.

- Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert.

- Rufen Sie die Polizei an.

- Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an Ihnen unbekannte  Personen.

- Informierten Sie Angehörige, Verwandte und Bekannte über die aktuelle Anrufwelle.

Informationen zum Trickbetrug finden Sie auf der Internetseite www.polizei.hessen.de.