Rasdorfs Bürgermeister lud zum Neujahrsempfang

Gastbeitrag von Winfried Möller

Ein Novum war, dass es eine Podiumsdiskussion zum Thema Fachkräftemangel gab. Zuvor aber blickte Bürgermeister Jürgen Hahn auf das Jahr 2025 zurück und stellte die Projekte des neuen Jahres vor.

Der Bürgermeister zeigte sich sehr erfreut, dass trotz winterlicher Schneeverhältnisse und glatter Straßen, so viele seiner Einladung zum Neujahrsempfang 2026 in das Dorfgemeinschaftshaus in Grüsselbach gefolgt waren.

So konnte er zahlreiche Ehrenamtliche, Parlamentarier, Vereinsvertreter, Führungskräfte der Freiwilligen Feuerwehren Grüsselbach, Rasdorf und Setzelbach, Gewerbetreibende, Vertreter der Kirchen, darunter die Pfarrer Andreas Matthäi und Harald Krüger, des Kindergartens Stefanie Gauer und der Kindertagespflege, Benedikt Stock, Point-Alpha-Stiftung, sowie die gemeindlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Presse begrüßen.

Sein besonderer Gruß galt dem Ersten Beigeordneten Christoph Pralle, dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung Klaus-Peter Sauerbier, den Ortsvorstehern, darunter Frank Gollbach, Grüsselbach, sowie der VR-Bank NordRhön Gerhard Hahn und den Mitgliedern des Podiums Katharina Henkel, Agentur für Arbeit, Gabriele Leipold, Kreishandwerkerschaft, Michael Konow, Industrie- und Handelskammer, Hendrik Wiegand, Fa. Freizeit Wiegand Rasdorf und Moderator Christoph Burkard, Region Fulda.

Kurz streifte Jürgen Hahn die aktuelle politische Lage und beleuchtete dann die Situation der Point-Alpha-Gemeinde Rasdorf. Man habe kräftig investiert und werde weiter investieren, damit die Gemeinde weiter lebens- und liebenswert bleibe.

Kritik übte er an der Gewichtung der Gewerbesteuer und mahnte die ausreichende Finanzierung durch Bund und Land an, um den wirtschaftlichen Anschluss nicht zu verlieren.

Die Wahrheit sei aber auch, dass alle ihre Ansprüche gegenüber Gemeinde und Staat zurücknehmen müssten und mehr Eigeninitiative und Eigenverantwortung gefordert sei. Bessere Stimmung und weniger Missgunst und Neid täten gut, so der Bürgermeister.

Eine traurige Nachricht sei, dass am Jahresende der Bürgerbus aus dem Carport beim Pfarrhaus gestohlen worden sei und später als Totalschaden aufgefunden wurde.

Als positive Nachrichten zählte Bürgermeister Jürgen Hahn den Dorfentwicklungsprozess, abgeschlossene private Maßnahmen, den Umbau des DGH Setzelbach zum Treffpunkt der Generationen, die Umgestaltung des Spielplatz Grüsselbach und die funktionale Verbesserung und Erhöhung der Aufenthaltsqualität des Rasdorfer Angers auf.

Das Wohnprojekt Gemeinsam Wohnen Rasdorf soll im Sommer in Betrieb gehen und die Renaturierung, die planmäßig voranschreite, werde mit dem Bau der Brücke in der Großentafter Straße und der Freilegung im Rinnweg, sowie der Verlegung des Goldbachs Richtung B 84 vorangetrieben und bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

Leider müsse die Großentafter Straße vom Abzweig Selmbach bis Gehilfersberger Weg voll gesperrt werden und er hoffe auf die Geduld und das Verständnis der Anlieger.

Wenn man auch die hohen Investitionen der vergangenen Jahre nicht mehr leisten könne, so plane die Gemeinde doch 2,5 Millionen Euro auszugeben.

Sie würden in Schutzausrüstung und Fahrzeuge der Feuerwehr, in Spielplätze, die Trinkwasser- und Abwasserentsorgung, in Straßen und Dorfentwicklungsmaßnahmen investiert. Die an das Nahwärmenetz angeschlossenen Grundstücke erhalten in Abstimmung mit dem Landkreis Fulda Breitbandleerrohre. Außerdem gäbe es demnächst eine Physiotherapiepraxis in der Landstraße (ehemals Café Budenz).

In seinem Grußwort, das er für beide Kirchen sprach, betonte Pfarrer Andreas Matthäi nicht nur auf sich zu schauen, sondern auch die anderen im Blick zu behalten. Offenheit sei wichtig, egal woher jemand komme.

Er dankte für die guten gemeinsamen Einrichtungen. Karl Hohmann, Vorsitzender Verein Heimat- und Kulturpflege bat zur Unterstützung der „Sicherung der Rasdorfer Mundart“ im Rhön-Energie-Projekt täglich zu votieren.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion zum Thema „Fachkräftemangel“ wurde auch kein Patentrezept gefunden. Doch es gab einige Impulse. So berichtete Hendrik Wiegand, dass zurzeit 27 Auszubildende im Betrieb tätig seien, die alle nach ihrem Abschluss übernommen würden.

Die Firma mache Werbung in den Sozialen Medien und unterstütze die Auszubildenden durch Mobilitätshilfen wie Fahrgemeinschaften oder Stellung firmeneigner Fahrzeuge, um beispielsweise die Berufsschule in Gelnhausen zu erreichen.

Von 11.000 fehlenden Fachkräften und der Flucht in die Verwaltung und öffentliche Hand, sprach Michael Konow. Dabei finde die Wertschöpfung in der regionalen Wirtschaft statt. Ebenso hoffe auch das Handwerk auf mehr Zulauf.

Zurzeit habe es „Goldenen Boden“ so Gabriele Leipold. Sie habe die Hoffnung, dass Mitarbeitende der Industrie, die zurzeit freigesetzt würden, wie bei den Gummiwerken Fulda, ihr neues Berufsfeld im Handwerk suchten.

Katharina Henkel, selbst ein Dorfkind, sieht in der Kontaktaufnahme mit den Firmen für die Arbeitsagentur ein Instrument, um rechtzeitig entgegen steuern zu können. Manche Auszubildene brächen ihre Lehre ab, um mehr Geld zu verdienen.

Ihr Blick sei mehr auf Freizeit gerichtet und darauf, dass der Verdienst als „Ungelernter“ oft höher sei als „Ausgebildeter“. Hier gelte es adäquate Lösungen zu finden, waren alle Podiumsteilnehmenden einer Meinung.

Nach Fragen und kritischen Äußerungen aus der Zuhörerschaft, zum Beispiel zur mangelnden Bereitschaft Firmen zu übernehmen, danke Bürgermeister Jürgen Hahn den Podiumsteilnehmenden für die rege Diskussion.

Alle waren im Anschluss zu einer Gyrossuppe eingeladen, die die Landmetzgerei Christof Budenz aus Rasdorf zubereitet hatte.