Musik in Ostheim: Konzert mit vier Museumsorgeln begeistert Publikum

Gastbeitrag von Sabine Göbel

Am Samstag erlebte das zahlreich erschienene Publikum ein außergewöhnliches Konzert, das vier historische Museumsorgeln in den Mittelpunkt stellte.

Als Solisten konnten drei talentierte Studenten der Hochschule für Kirchenmusik Dresden gewonnen werden, die das Publikum mit einem vielfältigen Programm aus vier Jahrhunderten und vier europäischen Ländern verzauberten.

Die Künstler führten auf unterhaltsame und kurzweilige Weise durch das sorgfältig zusammengestellte Programm, das perfekt auf die einzelnen Orgeln abgestimmt war.

Besonders beeindruckend war der Einsatz der italienischen Orgel von Vincenzo Ragone, die 1843 erbaut wurde. Sonja Schubert und Klaus-Henri Göbel entführten die Zuhörer mit Werken aus der Renaissance, die von italienischer und spanischer Musik geprägt waren, und sorgten damit für große Begeisterung im Saal.

Ebenfalls zu hören war eine romantische Kirchenorgel, die von Eduard Hofmann um 1900 gebaut wurde und selten in Konzertaufführungen zu finden ist.

Paul Bernhardt brachte mit einer Auswahl von zehn Präludien des Komponisten Karl Roeder (1860–1933) das volle Klangpotenzial dieses Instruments zur Geltung. Mit einer äußerst gelungenen Registrierung und präziser Spielweise wurde diese Musik zu einem wahren Klangerlebnis.

Besonders eindrucksvoll war auch die Interpretation von Johann Sebastian Bach, der auf der Steinmeier-Orgel von 1913 meisterhaft von Paul Bernhardt und Klaus-Henri Göbel gespielt wurde.

Der Klang der romantischen Orgel fügte sich perfekt in die großen Werke des Barock ein und zeigte eindrucksvoll, wie vielseitig diese Instrumente sind.

Sonja Schubert eröffnete das Konzert mit einem festlichen Präludium von Felix Mendelssohn, das auf derselben Orgel zur Geltung kam. Nicht zuletzt wurde auch eine vierte Orgel im Konzertsaal gebührend gewürdigt.

Sonja Schubert wählte eine Toccata von Dietrich Buxtehude (1637–1707) aus, die auf der neobarocken Hausorgel gespielt wurde.

Der Klang mag für die Konzertbesucher ungewöhnlich gewesen sein, doch die beeindruckende Darbietung der Künstlerin zeigte, wie schön dieses Stück auch auf einer kleinen Hausorgel wirkt.

Der Eintritt zu diesem besonderen Konzert war frei, doch das Publikum zeigte sich äußerst großzügig. Während des Konzertes erläuterten die Studenten ihr geplantes, sehr kostenintensives Kantatenprojekt, für das alle Spenden verwendet werden sollen.

Die Atmosphäre war geprägt von einer Mischung aus Begeisterung für die Musik und der Unterstützung für das vielversprechende Projekt der angehenden Kirchenmusiker.

Das Konzert war ein gelungenes Beispiel für die Vielfalt und den Reichtum der Orgelmusik und hinterließ bei den Zuhörern sowohl musikalisch als auch emotional einen bleibenden Eindruck.