Manchmal sind es Momente am Straßenrand, die uns innehalten lassen und uns daran erinnern, wie eng das Leben von Mensch und Tier miteinander verbunden ist.
Ein solcher Moment ereignete sich am gestrigen Freitag gegen 11 Uhr auf der Umgehungsstraße B62 bei Bad Salzungen – ein Erlebnis, das ein Ehepaar aus der Region noch lange begleiten wird.
Auf ihrer Fahrt entdeckten die beiden auf der Straße einen schwer verletzten Fuchs. Vermutlich war das Tier erst kurz zuvor von einem Fahrzeug erfasst worden. Es lebte noch – doch schnell wurde klar, dass seine Verletzungen gravierend waren. Für das Ehepaar begann in diesem Augenblick eine Situation voller Emotionen, Hilflosigkeit und Mitgefühl.
Ohne zu zögern, zogen sie ihre Warnwesten an und versuchten, den Verkehr zu verlangsamen, um das Tier zu schützen und weitere Gefahren zu vermeiden. Beim Näherkommen bot sich ihnen ein Bild, das tief berührte. Der Fuchs lag schwer verletzt auf der Straße.
Trotz offensichtlich gebrochener oder stark verletzter Hinterbeine versuchte er immer wieder aufzustehen – ein verzweifelter Kampf ums Überleben, der dem Tier sichtbare Schmerzen bereitete.
Ein Schuss beendet das Leiden
Hilfesuchend wandte sich das Ehepaar an die Polizei in Bad Salzungen. Die Beamten trafen kurze Zeit später am Einsatzort ein. Doch auch für sie gab es keine Möglichkeit mehr, das Leben des Tieres zu retten.
In einer schweren, aber notwendigen Entscheidung beendete ein Polizist das qualvolle Leiden des Fuchses mit einem gezielten Schuss aus der Dienstwaffe.
Für das Ehepaar war dieser Moment zutiefst traurig und bewegend. Dennoch empfanden sie große Dankbarkeit gegenüber den eingesetzten Beamten. Sie wissen, dass hier keine andere Möglichkeit bestand, als dem Tier weiteres Leid zu ersparen.
Am Tag nach dem Vorfall schilderten die Rhönkanal-Leser ihre Eindrücke noch immer sichtlich berührt.
Für sie war der Fuchs nicht „nur“ ein Wildtier am Straßenrand – sondern ein Lebewesen, das Respekt und Mitgefühl verdient. Besonders enttäuscht zeigte sich das Paar über einige Verkehrsteilnehmer, die lediglich kurz anhielten, Fotos machten und weiterfuhren, anstatt nach Hilfe zu fragen oder Verantwortung zu übernehmen.
Dieser Vorfall mahnt uns alle
Unsere Straßen führen durch Lebensräume von Wildtieren. Begegnungen zwischen Mensch und Tier sind dabei keine Seltenheit – doch wie wir damit umgehen, liegt in unserer Verantwortung.
Rücksicht, Aufmerksamkeit und Mitgefühl sollten nicht nur im Umgang mit anderen Menschen selbstverständlich sein, sondern auch gegenüber den Tieren, die mit uns diese Region teilen.
Vielleicht erinnert uns dieser traurige Moment daran, wieder genauer hinzusehen, langsamer zu fahren und im Ernstfall nicht wegzuschauen. Denn Menschlichkeit zeigt sich oft genau dann, wenn wir Verantwortung übernehmen – auch für die Schwächsten unserer Gemeinschaft.
Die Rhön ist nicht nur Heimat für uns Menschen, sondern auch für zahlreiche Tiere. Ein respektvoller Umgang miteinander kann helfen, Leid zu verringern und unsere gemeinsame Umwelt zu bewahren.


