Priester werden im Bistum Fulda: Berufung & Ausbildung für die Seelsorge

Mitteilung des Bistums Fulda

Wer heute Priester im Bistum Fulda werden möchte, durchläuft eine klar strukturierte Ausbildung, die sich deutlich von früheren Wegen unterscheidet.

Während die Priesterausbildung lange Zeit unmittelbar in Fulda stattfand, setzt das Bistum inzwischen auf Kooperationen mit anderen Diözesen, spezialisierte Ausbildungsorte und eine intensive persönliche Begleitung der Bewerber. Die nächste Priesterweihe findet im März in der Fuldaer Stadtpfarrkirche statt.

Priester werden im Bistum Fulda bedeutet heute, einen Weg in mehreren Etappen zu gehen: von der begleiteten Berufungsklärung über Vorbereitung, Studium und Pastoralkurs bis hin zur Weihe.

Am Anfang der Priesterausbildung steht immer die Auseinandersetzung mit sich selbst. Bevor erste formale Schritte gegangen werden, geht es um die grundlegende Frage, ob und wie Gott im eigenen Leben ruft.

„Im persönlichen Gespräch versuchen wir, Motivation und innere Neigung zum Priestertum sorgfältig zu klären und zu begleiten. Zugleich achten wir darauf, dass die notwendige menschliche, geistliche und fachliche Eignung für diesen Dienst gegeben ist“, betont Regens Dr. Dirk Gärtner, der Leiter des Bischöflichen Priesterseminars in Fulda.

„Berufungen werden daher verantwortungsvoll geprüft, damit jeder, der diesen Weg einschlägt, ihn auch mit einer tragfähigen Grundlage gehen kann“, sagt Gärtner.

Orientierung und Selbstfindung

Dieser Prozess der Klärung beginnt in der Regel lange vor einem ersten Kontakt mit dem Regens. Junge Männer setzen sich dabei mit ihrer Lebensgeschichte, ihren Begabungen und ihrer Motivation auseinander – mit der Frage nach einem neuen Lebensweg und mit der Bereitschaft, Gott künftig mehr Raum im eigenen Leben zu geben.

Begleitet wird diese Phase von der Berufungspastoral des Bistums. In Gesprächen, Veranstaltungen und geistlichen Angeboten werden Berufene dabei unterstützt, eine Vision für ihr Leben zu entwickeln.

Dabei spielen drei Aspekte eine zentrale Rolle: die Standortbestimmung (Wo komme ich her?), die Selbstfindung (Was macht meine Persönlichkeit aus?) und die Vergewisserung (Wie kann ich gute Entscheidungen treffen?).

Ziel ist es, Orientierung zu geben, ohne Druck auszuüben, und frühzeitig zu klären, ob der priesterliche Weg tatsächlich der eigene ist.

Erst wenn diese Phase der Selbstfindung und geistlichen Klärung tragfähig abgeschlossen ist, folgt der nächste Schritt auf dem Weg zum Priestertum: die Bewerbung als Priesterkandidat beim Regens der Diözese Fulda.

Vorbereitung mit unterschiedlichen Schwerpunkten

Das Propädeutikum, das sich der Phase der Orientierung und Selbstfindung anschließt, ist ein Vorbereitungsjahr vor dem eigentlichen Studium, das Papst Franziskus für alle Kandidaten verpflichtend gemacht hat.

Kandidaten aus dem Bistum Fulda gehen dazu entweder nach Freiburg, Bamberg oder Trier, deren Programme eine je eigene Schwerpunktsetzung haben.

In Bamberg stehen zum Beispiel vor allem die alten Sprachen Latein, Griechisch und Hebräisch im Mittelpunkt, die für das Theologiestudium notwendig sind. Und in Trier liegt der Schwerpunkt stärker auf biografischer Arbeit und einer vertieften Klärung der Berufung.

„So können wir den sehr unterschiedlichen Lebensläufen der Bewerber besser Rechnung tragen“, erläutert Regens Gärtner.

Studienphase und Pastoralkurs

Die anschließende Studienphase von 10 Semestern mit dem Abschluss eines Magister theologiae absolvieren die Priesteramtskandidaten aus Fulda derzeit an der Ludwig-Maximilians-Universität in München oder an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt.

Ein zentraler Baustein der Ausbildung ist der Pastoralkurs, der seit 2021 gemeinsam mit anderen Diözesen durchgeführt wird.

Inzwischen haben sich 14 Diözesen und Erzdiözesen zusammengeschlossen – von Aachen im Westen bis Görlitz im Osten sowie vom Main bis nach Hamburg.

Eine Vorstufe dieser Kooperation bestand bereits seit 2008 zwischen den fünf Ostdiözesen sowie Fulda und Paderborn.

Ausbildung bundesweit

Ziel dieser Zusammenarbeit ist eine bewusste Horizonterweiterung. Teile der Ausbildung finden in sehr unterschiedlichen pastoralen Räumen statt, etwa in Hamburg als Diasporaregion.

Gärtner spricht vom „Priesteranwärter mit Rucksack“, der bundesweit Erfahrungen sammelt. Eine solche Form der Ausbildung sei in vielen anderen Ländern üblich.

Neben klassischen Bewerbern haben auch Quereinsteiger eine Chance: Männer, die bereits ein Theologiestudium abgeschlossen haben, die auf dem Weg der Lehrerausbildung sind oder andere Vorstudien haben und sich erst später für den priesterlichen Dienst entscheiden.

Darüber hinaus ist es auch möglich, Priester zu werden, ohne das Abitur zu haben.

Spätberufene, die eine abgeschlossene Berufsausbildung und einige Zeit Berufserfahrung besitzen, haben die Möglichkeit sich im Priesterseminar St. Lambert Lantershofen auf den priesterlichen Dienst vorzubereiten.

Priesterweihe im März

Die nächste Priesterweihe im Bistum Fulda findet im kommenden Monat statt. In der Fuldaer Stadtpfarrkirche wird am 14. März Ivan Kolodii nach byzantinischem Ritus geweiht.

Die Weihe erhält er von Bischof Dr. Bohdan Dzyurakh, dem Apostolischen Exarchen der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche in Deutschland.

Ivan Kolodii stammt aus der Ukraine und hat seine Ausbildung im Fuldaer Priesterseminar absolviert. Im vergangenen September wurde er zum Diakon geweiht, in den drei Jahren davor wurde er zum Pastoralreferenten ausgebildet.

Derzeit ist er in der Fuldaer Stadtpfarrei tätig. Nach der Weihe wird er dort und in der Seelsorge der Ukrainer als Priester arbeiten.

Kontakt

Bischöfliches Priesterseminar
Regens Dr. Dirk Gärtner
Eduard-Schick-Platz 5
36037 Fulda
sekretariat@priesterseminar-fulda.de

Berufungspastoral im Bistum Fulda
Pastoralreferenz Marius Hübner
Liobastraße 2
36037 Fulda
www.berufungspastoral.bistum-fulda.de