Windpark-Debatte in Friedelshausen: Zutritt zu Einwohnerversammlung begrenzt

Gastbeitrag von Rüdiger Christ

Die Diskussion um mögliche Windkraftanlagen in der Rhön wird weiterhin auch in der Thüringer Rhön geführt. Dies zeigte sich bei einer Einwohnerversammlung zum Thema „Errichtung einer Windparkanlage der BayWa r.e. im Gemeindegebiet von Friedelshausen“.

Die geplante Errichtung eines Windparks im Gemeindegebiet von Friedelshausen war Thema einer Einwohnerversammlung am Montagabend. Hintergrund ist ein Vorhaben des Unternehmens BayWa r.e. zur Errichtung von Windkraftanlagen in der Region.

In der Bekanntmachung zur Veranstaltung wurde angekündigt, dass Vertreter der Firma BayWa r.e. den aktuellen Planungsstand des Projekts vorstellen und für Fragen zur Verfügung stehen. Zu der Versammlung hatte Bürgermeister Michael Kirchner (FWV) eingeladen.

Vor Beginn der Veranstaltung kamen mehrere Interessierte zusammen, um sich über das Vorhaben zu informieren.

Der Zutritt zur Versammlung im Kulturhaus „Zur Taube“ wurde wie angekündigt nur Einwohnerinnen und Einwohner der etwa 250 Einwohner zählenden Gemeinde Friedelshausen gewährt.

Bürgermeister Michael Kirchner verwies dabei auf sein Hausrecht, was mit Hilfe von Einsatz von Polizeikräften durchgesetzt wurde.


In einem Leserbrief äußert sich Hartwig Blaufuß aus Herpf zu den Ereignissen wie folgt:
Windpark Friedelshausen mit mindestens 21 Windgiganten?

Am 9. März fand in Friedelshausen eine Einwohnerversammlung zum Thema Windpark Friedelshausen statt. Mit massiver Unterstützung der VG Amt Sand Wasungen sollen vorerst an 3 Standorten je 7 Windgiganten im Gebiet Friedelshausen - Hümpfershausen errichtet werden.

Die ersten bis 2030 in Friedelshausen. Mit der Einwohnerversammlung, zu der der Bürgermeister Michael Kirchner eingeladen hatte, wurde der Windkraftfirma BayWa r.e. die Möglichkeit einer einseitigen Marketing Aktion ermöglicht. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Da es sich inzwischen herumgesprochen hat, dass im Umkreis von 15 km um derartige Windgiganten mit einer erheblichen Schädigung von Klima, Natur Umwelt und insbesondere der Gesundheit von Menschen und Tier ausgegangen werden muss, gab es erhebliches Interesse von Bürgern der Nachbargemeinden in einem Dialog mit der Windkraftfirma ihre berechtigten Fragen beantwortet zu bekommen.

Der Bürgermeister war der Hausherr und verweigerte jedem, der nicht in Friedelshausen gemeldet war, den Zutritt. Ca. 150 Bürger wurden ausgesperrt und sogar die Benutzung der Toiletten wurde verboten. Die ausgesperrten Bürger machten den Vorschlag, einer Abordnung von 5 bis 10 Personen, je einem aus den Nachbargemeinden, den Zutritt zu gewähren. Auch das wurde abgelehnt.

Der Eingang wurde durch den Bürgermeister bis zum Beginn persönlich versperrt und anschließend von 3 Einsatzwagen der Polizei abgeriegelt. Die Polizei hat hervorragende Arbeit geleistet und den ausgesperrten Bürgen empfohlen, im Freien eine Versammlung /Demonstration durchzuführen.

Das war zwar nicht die Absicht der Anwesenden, denn wir hatten alle nur Fragen und wollten Antworten, aber es schaffte Zeit zum Nachdenken. Kein Mensch wollte protestieren oder stören und das hat auch niemand. Das Ergebnis: 87 Personen haben spontan eine WhatsApp Gruppe gebildet, um die Bürger zu informieren und in der ganzen Region Vorträge zu Wissensvermittlung zu organisieren.

Es war wieder mal ein Lehrstück zum Thema Deutsche Demokratie und Achtung der Bürger durch Politiker. Das Interesse der Bürger an Wissen, Beweisführung und Aufklärung ist riesig. Nur mit echtem Wissen kann man eine eigene Meinung offen vertreten. Das zeigt die Beteiligung in Friedelshausen genauso wie der Vortrag in Kaltennordheim.

Es sollte die Pflicht der Politiker und besonders der gewählten Volksvertreter sein, solche Info-Vorträge an Stelle von Marketing-Aktionen mit offensichtlichem Profit-Interessen, zu organisieren. Das Gegenteil ist der Fall. Bürger mussten privat Saalmiete für öffentliche Räume zahlen und selbst Referenten finden, um Mitbürger zu informieren.

Nur ein Beispiel: Kennen die Gemeinden und Verpächter z.B. das Rückbaurisiko in Höhe von Mio. € je Windrad, falls der Betreiber (wie derzeit sehr beliebt) rechtzeitig in Insolvenz geht? Jede Ansammlung von Windrädern ist eine eigene Firma, die nicht durchschlägt auf die Mutterfirma, z.B. BayWa r.e.. Das vernichtet die Existenz von Bürgern und Gemeinden, wenn keine Kaution, abgesichert durch Bankbürgschaft vorliegt, Herr Bürgermeister!


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