Natur, Geschichte & Poesie – Inspirierender Abend zum Grünen Band

Gastbeitrag von Sylvia Möller

Mit einem außergewöhnlich eindrucksvollen Vortragsabend widmete sich der Förderverein Kunst, Kultur und Wissenschaft Geisa e. V. in der ANNELIESE DESCHAUER Galerie einem Ort, der wie kaum ein anderer für Wandel, Erinnerung und Zukunft steht: dem Grünen Band.

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung und erlebten einen Abend, der Wissen, Emotionen und ästhetische Eindrücke auf besondere Weise verband. Das Thema lautete: „Die stille Schönheit des Grünen Bandes“

Ein Raum, der verbindet – Natur, Geschichte und Identität

Zur Eröffnung betonte Sylvia Möller vom Förderverein die Bedeutung dieses einzigartigen Landschaftsraums: „Touristen kommen hierher und staunen über die Schönheit unserer Landschaft. Wir dagegen sehen sie jeden Tag – und gerade deshalb tut es gut, einmal innezuhalten und bewusst hinzuschauen.

Das Grüne Band ist ein Ort des Naturschutzes, der Erinnerungskultur und der naturnahen Erholung. Ein Ort, der uns zeigt, wie wertvoll es ist, Natur zu bewahren und Geschichte lebendig zu halten.“

Der Abend stand ganz im Zeichen dieses besonderen Erbes – des ehemaligen Grenzstreifens, der heute als lebendiges Symbol für Freiheit, Artenvielfalt und europäische Verbundenheit gilt.

Impulse aus Naturschutz und Tourismus

Zunächst gab Martina Klüber-Wibelitz (Rhön GmbH, Bereich Marke & Produkt) Einblicke in ihre Arbeit und die Bedeutung des Grünen Bandes für die Region. Sie machte deutlich, dass dieser Landschaftsraum weit mehr sei als ein Wanderweg: ein Ort, an dem Natur, Kultur und Geschichte ineinandergreifen.

Sie hob hervor, wie wichtig das fein austarierte Zusammenspiel von Tourismus und Naturschutz sei – ein Prozess, der oft „chirurgisches Feingefühl“ erfordere, um Erlebnisräume zu schaffen, die Gäste wie Einheimische gleichermaßen bereichern.

Rückzugsräume für bedrohte Arten

Ralf Hofmann, Gebietsbetreuer des Nationalen Naturmonuments „Grünes Band Thüringen“ der Stiftung Naturschutz Thüringen, führte die Gäste anschließend tief in die ökologische und historische Dimension dieses Schutzgebiets.

Seit 2018 trägt die Stiftung die Verantwortung für Pflege und Weiterentwicklung des Nationalen Naturmonuments – eines 763 Kilometer langen Abschnitts des European Green Belt, der sich über 12.500 Kilometer durch 24 Länder zieht.

Hofmann verdeutlichte die enorme ökologische Bedeutung des Grünen Bandes: Über 100 Tagfalterarten, Fledermäuse, Rotmilan, Neuntöter und zahlreiche weitere Arten finden hier wertvolle Rückzugsräume.

Gleichzeitig bleibt das Gebiet ein Ort der Erinnerung an die deutsch-deutsche Teilung – ein lebendiges Mahnmal und eine Schatzkammer der Artenvielfalt. Interessiert lauschten die Gäste auch den Ausführungen Hofmanns über die Biber.

Diese kleinen Baumeister der Natur leisteten wahre Ingenieursarbeit und zeigten uns, wie wichtig und gleichzeitig beeindruckend die Tierwelt sein kann.

Fotoausstellung eröffnet

Im Anschluss präsentierten Andreas Hundertmark und Johannes Schneider vom Fotozirkel Geisa die neue Ausstellung „Rund um das Grüne Band“. Mit feinem Gespür für Licht, Landschaft und die leisen Geschichten dieser Region haben die Fotografen Momente eingefangen, die man nicht nur sieht – sondern spürt.

Ihre Bilder führen die Betrachtenden in die stille Poesie des Grünen Bandes und machen sichtbar, was diesen Ort so unverwechselbar macht.

Die Fotoausstellung wird noch bis 7. Mai 2026 in der Galerie zu sehen sein – während der Öffnungszeiten sowie nach Vereinbarung mit dem Tourismusbüro der Stadt Geisa.

Dank und Ausblick

Die Vorsitzende des Fördervereins, Doris Heim, dankte allen Mitwirkenden und Partnern: „Der große Zuspruch zeigt uns, dass wir mit dieser Mischung aus Kultur, Natur und regionaler Identität genau den richtigen Weg gehen.“

Sie lud die Gäste ein, die Ausstellung in Ruhe zu erkunden, die Eindrücke wirken zu lassen und den Abend bei Gesprächen und einem Glas Wein ausklingen zu lassen.

Fotowettbewerb für junge Talente: „Unsere schöne Rhön – mit meinen Augen sehen“

Passend zum Thema fiel in diesen Tagen der Startschuss für den Fotowettbewerb des Fördervereins. Eingeladen sind Schülerinnen, Schüler und Jugendliche bis 21 Jahre, ihre persönliche Sicht auf die Rhön fotografisch festzuhalten – kreativ, überraschend, authentisch.

Bis zu 4 Fotos können je Teilnehmer bis zum 31. März 2026 eingereicht werden. Informationen: www.anneliese-deschauer-galerie.de. Der Wettbewerb möchte junge Menschen ermutigen, ihre Heimat neu zu entdecken und ihre Perspektiven sichtbar zu machen.

Nach Auswertung durch eine Fachjury werden die Gewinnerfotos ab 9. Mai 2026 in einer Sonderausstellung in der ANNELIESE DESCHAUER Galerie präsentiert.