2.500 Euro für Gemeinschaft: Ministerin Beate Meißner würdigt Engagement in Gerstengrund

Beitrag von Martin Veltum

Große Freude in der Rhöngemeinde Gerstengrund: Die Thüringer Justizministerin Beate Meißner (CDU) übergab symbolisch Lottomittel in Höhe von 2.500 Euro an den Sport- und Kulturverein Gerstengrund e. V.

Der Empfang im kleinen Ort war herzlich und offen – organisiert von Vereinsvorsitzendem Marco Schuchert, Bürgermeister Sascha Völkner und zahlreichen engagierten Bürgerinnen und Bürgern und Vereinsmitgliedern.

Begleitet wurde die Ministerin vom Landtagsabgeordneten Martin Henkel (CDU), der wertschätzend sagte: „Ich bin immer wieder beeindruckt vom Zusammenhalt der Bürger in Gerstengrund.

Dieses Beispiel führe ich auch in vielen Diskussionen an, wenn behauptet wird, große Strukturen seien automatisch effizienter. Gerstengrund zeigt eindrucksvoll, dass gerade in kleinen Gemeinden Zusammenhalt und bürgerschaftliches Engagement besonders gut funktionieren.

Deshalb setze ich mich dafür ein, dass kleine Gemeinden auch künftig eigenständig bleiben können – denn gerade dort entsteht der besondere Zusammenhalt, der das Leben vor Ort ausmacht.“

Ministerin Meißner, die seit 2006 Mitglied des Thüringer Landtag ist, betonte bei ihrem Besuch die große Bedeutung ehrenamtlichen Engagements für die Zukunft ländlicher Regionen.

„Gerade in kleinen Gemeinden zeigt sich, wie viel Kraft im Ehrenamt steckt. Projekte wie dieses Stärken Gemeinschaft, Lebensqualität und Zusammenhalt im ländlichen Raum“, sagte Meißner bei der symbolischen Übergabe.

Der Besuch führte die Ministerin in die Rhöngemeinde Gerstengrund, die zum Wartburgkreis gehört und mit nur wenigen Dutzend Einwohnern zu den kleinsten eigenständigen Gemeinden Thüringens zählt.

Ein Ort mit 65 Einwohnern, davon sind 44 Personen über 18 Jahre alt und somit wahlberechtigt. Weitere 21 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 17 Jahre leben ebenfalls im Dorf.

Sport und Begegnungsstätte für alle Dorfbewohner und Freunde als neues Gemeinschaftsprojekt

Die Lottomittel fließen in ein besonderes Vorhaben: den Bau eines Spielplatzes mit Baum / Spielhaus sowie kleinen Sportplatz und Volleyballfeld.

Auch sollen Sitzmöglichkeiten mit einer Grillecke entstehen, dass künftig Kindern, Familien und Gästen der Gemeinde als Begegnungs- und Erlebnisort dienen soll.

Konstruiert wurde das Bauwerk vom Zimmermannsmeister Matthias Wald. Mit viel handwerklicher Erfahrung entwickelte er eine kreative, funktionale und langlebige Holzkonstruktion, die traditionelle Zimmermannskunst mit moderner Nutzung verbindet.

„Holz ist ein lebendiger Baustoff. Wenn man ihn richtig auswählt, konstruktiv schützt und sorgfältig verarbeitet, entsteht etwas, das Generationen überdauern kann“, erläuterte Wald der Ministerin und den Gästen während der Vorstellung des Projekts.

Das Baum- und Spielhaus entstand vollständig in Eigenleistung der Vereinsmitglieder und Matthias Wald. Ein Name möchte der Verein aber persönlich hervorheben, Benedikt Bott welcher viel Energie für das Projekt der Dorfgemeinschaft einbringt.

Gebaut wurde es in der Scheune von Manfred und Marco Schuchert, wo das Projekt von Grund auf umgesetzt werden konnte. Manfred Schuchert stellte dafür gern seine Scheune zur Verfügung – auch wenn er dafür seinen Fuhrpark vorübergehend ausquartieren musste.

Der endgültige Standort für den Aufbau der Spielgeräte Schaukel und Wippe wofür die Lottomittel eingesetzt wurden sowie des Baum- und Spielhauses in der Rhöngemeinde wird derzeit noch gemeinsam im Ort festgelegt.

Ein junger Verein mit großen Ideen

Der Sport- und Kulturverein Gerstengrund e. V. wurde im Oktober 2024 gegründet und zählt derzeit rund 20 Mitglieder. Ziel des Vereins ist es, das gesellschaftliche Leben im Ort zu stärken und neue Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen.

Vereinsvorsitzender Marco Schuchert blickte auf die Entstehung des Projekts zurück: „Von der ersten Idee im März des Jahres 2024 bis zur Umsetzung haben viele Menschen im Ort zusammengearbeitet. Ohne dieses Mitwirken wäre ein solches Projekt nicht möglich gewesen.“

Annika Völker - Vereinsmitglied betonte die Bedeutung des gemeinschaftlichen Einsatzes: „Unser Verein steht für Gemeinschaft im Ort. Wir möchten das Leben im Ort aktiv gestalten und freuen uns über jeden Menschen, der Lust hat, sich einzubringen.“

Der Verein wirbt derzeit aktiv um neue Mitglieder und Unterstützer.

Kontakt:

Sport- und Kulturverein Gerstengrund e. V.
E-Mail: sport-kultur-gerstengrund@gmx.de
Telefon: 015162776206

IBAN: DE095530612300003297080

Spendenquittungen können jederzeit ausgestellt werden. Der Verein freut sich zudem über Spenden zur Unterstützung weiterer Projekte für Kinder, Familien und die Dorfgemeinschaft.

Dank an Unterstützer aus der Region

Besonders dankte Marco Schuchert den zahlreichen Helferinnen und Helfern sowie den regionalen Unterstützern, die das Projekt ermöglichen. Dazu zählen unter anderem Unternehmen aus der Region, die Material, Unterstützung oder Hilfe zur Verfügung stellen.

Genannt wurden dabei unter anderem die Firma Herrmann Holzbau aus Geisa, die Firma Michael Fladung Zimmerei aus Geismar sowie die Firma Matthias Fladung Spenglerei in Gerstengrund.

„Auch nicht zu vergessen die Firma BTS Bauservice Thomas Schmidt aus Dermbach der uns die Robinen Holstämme für einen schmalen Thaler an der Schweizer Grenze in Büsingen organisierte. Diese wurden an einem Tag mal spontan abgeholt.

Viele Hände haben geholfen – Handwerker, Freunde, Nachbarn. Von der Idee im März des vergangenen Jahres bis zur Umsetzung hat das gesamte Team hervorragend zusammengearbeitet. Dieses Projekt ist ein echtes Gemeinschaftswerk“, sagte Marco Schuchert.

Der Vereinsvorstand lebt die Worte des früheren Bürgermeisters Antonius Schütz: „Wir müssen etwas für die Kinder und Jugend machen, auf diese müssen wir schauen, sonst geht es hier am Land nicht weiter“.

„Genau das wollen wir weiterleben lassen und dem ehemaligen Bürgermeister, welcher 36 Jahre die Fäden zusammengehalten hat, sein Motto weitertragen und hoffen das es später einmal genauso gelebt wird“, ergänzte Marco Schuchert im Gespräch.

Bürgermeister lobt Engagement im Ort

Bürgermeister Sascha Völkner, der seit 2022 im Amt ist, zeigte sich beeindruckt vom Einsatz des Vereins und der Dorfgemeinschaft.

„Ich bin sehr froh und dankbar, dass sich unter der Führung von Marco Schuchert und den engagierten Mitgliedern so viele Menschen im Ort einbringen. Diese Hilfsbereitschaft stärkt unsere Gemeinde und zeigt, wie lebendig unser Dorf ist“, sagte Völkner.

Blick in die Geschichte der Gemeinde

Auch der langjährige frühere Bürgermeister Antonius Schütz prägte die Entwicklung der Gemeinde über Jahrzehnte hinweg maßgeblich. Während seiner Amtszeit wurden zahlreiche Projekte umgesetzt.

So wurde 1989 / 1990 die erste Straße in der ganzen DDR von der Firma Bickhardt Bau komplett neu ausgebaut und geteert. Auch der Ausbau moderner Glasfaseranschlüsse im Jahr 2016 sowie der Bau der neuen Ortskirche in gemeinschaftlicher Eigenleistung der Dorfbewohner unter seiner Führung realisiert.

Bei einem Rundgang führte Schütz die Ministerin und den Landtagsabgeordneten durch die Kirche, die bis heute als Stolz der Dorfgemeinschaft gilt. Die Gäste zeigten sich beeindruckt von der Leidenschaft der Einwohnerinnen und Einwohner.

Herzlicher Ausklang mit regionaler Backkunst

Zum Abschluss des Besuchs sorgten die Frauen des Ortes mit selbst gebackenen Spezialitäten für einen geselligen Ausklang. Dabei wurde einmal mehr deutlich, was Gerstengrund auszeichnet: starker Zusammenhalt, Einsatz und ein lebendiges Miteinander.

Ministerin Meißner zog beeindruckt ein positives Fazit ihres Besuchs: „Gerstengrund zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Menschen zusammenhalten. Diese Beteiligung verdient große Anerkennung.“