Gastbeitrag von Siegfried Hartmann
Am Samstag begaben sich zahlreiche Natur- und Heimatfreunde auf eine besondere Entdeckertour durch die Rhön.
Unter der fachkundigen Leitung des zertifizierten Natur- und Landschaftsführers Andreas Nolda führte die rund acht Kilometer lange Wanderung durch eine Landschaft voller Geschichte, Naturwunder und eindrucksvoller Ausblicke.
Bereits der Startpunkt an der ehemaligen Ziegelhütte in Erbenhausen bot spannende Einblicke in vergangene Handwerkskunst. Anschaulich erläuterte Nolda die Herstellung von Backsteinen – jenen aus Lehm gebrannten Steinen, die vielerorts das Bild alter Gebäude prägen.
Der Weg führte weiter in die umliegenden Wälder, wo die Teilnehmer auf die Überreste der hennebergischen Landwehr stießen – ein stiller Zeuge vergangener Grenzsicherung, der die Fantasie anregte und Geschichte greifbar machte.
Ein besonderer Höhepunkt war der Aufstieg zum Stellberg nahe Melpers. Hier überraschte die Natur mit ihren ersten Frühlingsboten. Vor allem der seltene Seidelbast beeindruckte die Wandergruppe so sehr, dass mancher Wanderer künftig mit ehrfürchtigem Blick an ihm verweilen wird.
Auf dem Gipfelplateau ist ein geheimnisvoller Ort: ein sogenannter Burgstall – die vermutete Stelle einer ehemaligen Burganlage. Zwar sind heute keine Mauern oder Wälle mehr sichtbar, doch die ovale, leicht erhöhte Fläche lässt die einstige Bedeutung dieses Platzes erahnen und regt zu historischen Gedankenreisen an.
Ebenso lehrreich wie unterhaltsam war die anschauliche Erklärung der Wasserscheide. Mit einem einfachen, aber eindrucksvollen Experiment zeigte der Wanderführer, wie sich hier die Wege des Wassers trennen: Während ein Teil Richtung Rhein fließt, gelangt der andere zur Weser. Mit einem Augenzwinkern bemerkte ein Teilnehmer, der Weg sei damit kurzerhand „getauft“ worden.
Die Gruppe setzte sich aus Interessierten aus dem gesamten Landkreis Meiningen zusammen, darunter auch Teilnehmer aus Rasdorf und Melkers.
Einig waren sich alle: Die Rhön ist ein wahrer Schatz, dessen landschaftliche Schönheit und kulturelle Tiefe immer wieder aufs Neue begeistert. Beeindruckende Ausblicke in das Streu- und Feldatal sowie auf die markante Silhouette der Rother Kuppe rundeten das Erlebnis ab.
Den gelungenen Abschluss fand die Wanderung bei einer gemütlichen Einkehr im Gasthaus „Zur guten Quelle“ bei Heiko Möllerhenn, wo die Teilnehmer mit regionalen Spezialitäten verwöhnt wurden.
Die Tour zeigte eindrucksvoll: Fachwissen allein macht noch keine gute Führung – erst die Fähigkeit, dieses Wissen lebendig, verständlich und mit einer Prise Humor zu vermitteln, macht ein echtes Erlebnis daraus.
Ein herzlicher Dank gilt Andreas Nolda – die nächste Wanderung ist bereits gebucht.



