Glaube, Spaß & Brettspiele: Kinderkompetenzen spielerisch fördern

Gastbeitrag von Julia Otto

Unter dem Motto „Glauben spielend entdecken – Brett- und Gruppenspiele in der Gemeindepädagogik“ fand am Samstag der erste Gemeindepädagogische Tag dieses Jahres des Ev.-Luth. Kirchenkreises Bad Salzungen-Dermbach im Gemeindezentrum Bad Salzungen in der Wuckestraße 1 statt.

Die Veranstaltung richtete sich an ehrenamtlich Mitarbeitende in der Arbeit mit Kindern in Kirchgemeinden sowie an Mitarbeitende in Kindertagesstätten und Schulen.

Ziel war es, praxisnahe Anregungen für den Einsatz von Spielen im gemeindepädagogischen Kontext zu geben und den Wert von Spielpädagogik für die Kompetenzentwicklung von Kindern zu vermitteln.

Als fachliche Begleitung stand Juliane Stepan, seit einem Jahr Gemeindepädagogin im Kirchenkreis, zur Verfügung. Mit ihrem Hintergrund in Sozialer Arbeit, einem Zertifikat Studium in Gemeindepädagogik und umfangreicher Weiterbildung im Bereich Brett- und Gruppenspiele brachte sie wertvolle Expertise ein.

„Kirche darf Spaß machen und soll Spaß machen. In unseren Gruppenstunden steht das Spielen im Vordergrund – nicht unbedingt christliche Spiele, sondern die Entwicklung von Kompetenzen bei den Kindern“, betonte Stepan.

Ziel sei es, dass Kinder Beziehungs- und Bildungsarbeit erfahren, Handlungsfähigkeit entwickeln und Gemeinschaft in der Gemeinde erleben.

Die Veranstaltung begann mit einer kurzen Andacht und einem Impuls, der das Leben mit Gott mit einem großen Brettspiel verglich: „Mal gewinnt man, mal verliert man, aber das Herz bleibt offen – bereit zum Singen, bereit zum Vertrauen, bereit zum Spielen mit Gott.“ Anschließend wurde gemeinsam ein Kanon gesungen.

Der Nachmittag war praxisorientiert gestaltet. Nach Kennenlernspielen wie „Pelloball“ und „Koffer packen“ folgte ein Einstieg in die Spielpädagogik.

Dabei wurde vermittelt, dass die Spielentwicklung eines Kindes meist etwa ein Jahr seiner geistigen Entwicklung vorausläuft. Spiel ermögliche frühes Lernen, soziale Kompetenzen und emotionale Resilienz – vom explorativen Spiel der 0- bis 3-Jährigen bis hin zu komplexen Regel- und Rollenspielen für ältere Kinder und Jugendliche.

Ein Schwerpunkt lag auf der Förderung von Kompetenzen wie Frustrationstoleranz, Fairness, Teamfähigkeit, Konfliktlösung, Selbstberuhigung und Regelverständnis – essentielle Fähigkeiten für ein demokratisches und sozialverträgliches Handeln.

Verschiedene Spieltypen der Kinder wurden vorgestellt, mal übersprudelnd wie ein Mineralwasser oder auch still-abwartend wie ein Mäuschen, um auf unterschiedliche Bedürfnisse und Charaktere der Kinder einzugehen.

Auch der verantwortungsvolle Umgang mit Grenzen und schwierigen Situationen wurde thematisiert, etwa durch SOS-Sätze oder klare Regeln für Körperkontakt und Mediennutzung.

Im praktischen Teil konnten die elf Teilnehmenden zahlreiche Brett- und Gruppenspiele ausprobieren, darunter „Uno“, „Dobble“, „Dixit“, „Skyjo“, „Just One“ oder christliche Spiele wie „Cards for Christianity“ und „Arche Noah“.

Außerdem wurde gezeigt, wie Spiele kreativ für Outdoor-Aktivitäten oder thematische Anpassungen genutzt werden können. Abschließend reflektierten die Teilnehmenden gemeinsam ihre Erfahrungen, bevor der Tag mit einem Segen endete.

„Spielen ist Nahrung für unser inneres Kind, fördert Gemeinschaft, Resilienz und Demokratieverständnis. Es schult Konzentration, Fairplay und soziale Kompetenz – und macht Freude“, fasste Juliane Stepan zusammen.

Der Gemeindepädagogische Tag 2026 zeigte, wie Spielen im kirchlichen Kontext weit über Unterhaltung hinausgeht: Es ist ein pädagogisches Werkzeug, das Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützt und Gemeinschaft erlebbar macht.