Dem Rebhuhn auf der Spur – Exkursion macht „Vogel des Jahres 2026“ erlebbar

Gastbeitrag von Lea Hohmann

Wie viele Eier legt eigentlich ein Rebhuhn? Wo brütet es – und warum ist es heute so selten geworden?

Mit diesen und vielen weiteren Fragen zum „Vogel des Jahres 2026“ sind zahlreiche Naturinteressierte vor wenigen Tagen zu einer Exkursion im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön aufgebrochen.

Unter der sachkundigen Leitung von Daniel Scheffler, Ranger im Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön e.V., wurden nicht nur Revierrufe und Verhaltensweisen vorgestellt, sondern auch deutlich, wie dramatisch der Bestand dieser typischen Feldart zurückgegangen ist.

Zu Beginn der Veranstaltung führte Scheffler die Gruppe durch eine abwechslungsreiche Landschaft aus Wiesen, Hecken und strukturreichen Feldrainen der Bayerischen Rhön.

Diese typischen Elemente kleinstrukturierter Agrarlandschaften sind entscheidend für das Rebhuhn, das als Bodenbrüter Schutz, Nahrung und Deckung auf offenem Gelände sucht.

Genau solche Strukturen finden sich in der Rhön – und machen das Gebiet zu einem wichtigen Lebensraum für den scheuen Hühnervogel.

Drastischer Rückgang der Bestände

„Der Bestand des Rebhuhns ist in Europa seit 1980 um mehr als 90 % zurückgegangen“, erklärte Scheffler den Teilnehmenden. „Was früher auf vielen Feldern alltäglich war, ist heute selten geworden.“

Dieser drastische Rückgang wird vor allem auf die intensive Landwirtschaft, das Verschwinden strukturreicher Lebensräume und den starken Einsatz von Pestiziden zurückgeführt. Gleichzeitig seien gerade solche Lebensräume zugleich der Schlüssel für eine erfolgreiche

Zukunft des Rebhuhns.

Während der Exkursion erläuterte Scheffler anschaulich Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen, die Balz und Revierverhalten zeigen sowie das Brutverhalten der Art: Rebhühner brüten am Boden, oft gut getarnt in dichter Vegetation, und sind daher schwer zu entdecken.

Zum Schutz der brütenden Tiere und zur Vermeidung von Störungen während dieser sensiblen Zeit werden Besucherinnen und Besucher gebeten, Hunde an der Leine zu führen. Auch auf die Ernährung ging Scheffler ein – vom überwiegend pflanzlichen Kostanteil der Altvögel bis zur vitalen Bedeutung von Insekten für die Aufzucht der Küken.

Ganze Lebensgemeinschaften fördern

Höhepunkte des Abends waren die gemeinsamen Versuche, mit klassischen Lockrufen Rebhühner zu hören. Mit der Wahl zum „Vogel des Jahres 2026“ rückt diese Art wieder verstärkt ins öffentliche Bewusstsein.

Sie steht damit stellvertretend für den breiteren Verlust an Artenvielfalt in unseren Agrarlandschaften und den dringenden Bedarf an Schutzmaßnahmen.

Abschließend betonte Ranger Scheffler, dass der Schutz des Rebhuhns nicht allein Aufgabe von Fachleuten sei. „Jeder Strukturbaustein im Feld – Hecken, Blühstreifen, Feldraine – schafft Lebensraum. Wo wir Vielfalt fördern, fördern wir nicht nur das Rebhuhn, sondern ganze Lebensgemeinschaften“, so Scheffler.