Gastbeitrag von Elvira Marschaus
Nichts geht über Live und hervorragende, ortsverbundene Künstler mit jahrzehntelanger Erfahrung, die ihr Publikum in handgemachte Musik hüllen.
Ein Publikum, das ganz überwiegend aus Fans besteht und auch die Location – die eher kleine St. Laurentius Kirche – kommen hinzu.
Das ist die Mischung, aus der das unwiderstehlich beseelende Konzert entsteht, das rund 250 Personen in der damit voll besetzten Kirche am Sonntagabend genießen.
Mit den Klassikern und Evergreens aus Blues, Swing und Soul aus den 1960er, die meisten aus den 1970er Jahren bis in die 1990er, begeistert Kalles Band sein Publikum aus den augenscheinlich reiferen Jahrgängen der Ü50 besteht.
Niemand kann die Füße stell halten und wippt im Rhythmus der vertrauten Klänge, auf der Empore wiegt man sich etwas im Tanz.
Mit Stimmungsgaranten wie „Smooth Operator“ von Sängerin und Band Sade aus 1984 und „Riders on the Storm“ von The Doors, 1971, wickelt die Band ihre Zuhörer augenblicklich um den Finger.
Das gelingt auch mit dem ikonischen Soulklassiger „Ain’t no Sunshine“ aus 1971 von Bill Withers. Und wenn der Welthit des Blues-Rock „Still got the Blues“ an der Reihe ist, möchte man Blues eindeutig nicht als Traurigkeit, sondern als das Musikgenre übersetzten und Kalles Band bescheinigen: Yes, you got die Blues, ihr habt es immer noch drauf.
Schon in der Konzertpause drücken die Besucher ihre Begeisterung aus, so auch Elisabeth Linke aus Bad Liebenstein und Sylvia Wolf aus Schweina.
„Wir freuen uns über jeden Song und die Leidenschaft der Vollblutmusiker“, bekundet Linke. Der „wunderschöne Rahmen“, den die Kirche darstellt, sowie das „Konzert für kleine Spende statt Eintrittsgeld“ findet den Zuspruch der Konzertbesucherinnen.
In Anspielung auf das nicht mehr jugendliche Alter der Musiker steht für sie ganz entschieden fest: „Sie sind schon etwas älter, aber ganz und gar keine Rentnerband.“ Das Konzert endet mit standing ovations und zwei Zugaben.
Kreiskantor Damian Poloczek, der mit einem Team von Ehrenamtlichen solche Konzerte in der Kirche organisatorisch vorbereitet, berichtet am Rande des Konzerts, dass das Konzept der Kirchenmusik beim Kirchenkreis Bad Salzungen-Dermbach bieten vorsieht, regelmäßig weitere nicht-kirchliche Musikveranstaltungen anzubieten und dies bevorzugt in der St. Laurentius Kirche Schweina.
So kündigt er die Konzerte am 21. Juni mit der Very Little Big Band und am 5. September mit Abi Wallenstein.
Kalles Band – musikbegeistert seit über 50 Jahren
Bandchef Karl Aschenbach (Kalle), Gitarre und Gesang, Volker Trautvetter, Bassgitarre und Klaus Müller, Schlagzeug, machen schon seit ihrer Jugendzeit zusammen Musik.
In verschiedenen Rock- und Bluesbands ab Ende der 1960er Jahre haben sie die Tanzsäle in der nahen und weiteren Umgebung und über Landesgrenzen hinweg aufgemischt.
Im Sommer 2017 kam Heide Lochner, Stagepiano und Gesang, hinzu, und seit dem vergangenen Jahr verstärkt ein weiterer gestandener Musiker, Eberhard Mäurer am Keybord und an der original Hammondorgel sowie mit Gesang die Band.
„Wir proben regelmäßig“, berichtet Lochner, „und unsere musikalische Begeisterung ist nicht schwächer geworden.“



