Gastbeitrag von Detlef Schulz
Das Pressenwerk in Bad Salzungen ist nicht nur einer der größten und vielseitigsten Veranstaltungsorte in Südthüringen, sondern auch einer der ältesten. Im Mai feiert der Club seinen 30. Geburtstag.
Alles begann 1995, als sich einige Musikverrückte zu einem Verein zusammenschlossen, um die alte Maschinenfabrik von 1866 vor dem Abriss zu bewahren.
Und dann ging alles ganz schnell. Wo im März 1996 noch die letzten Maschinen auf den Abtransport warteten, stand im Mai bereits Rio Reiser auf der Bühne – keine drei Monate vor seinem viel zu frühen Tod.
Chaotisch war‘s damals in der leergeräumten Fabrikhalle mit undichtem Dach, öligem Fußboden, ohne Heizung und Toiletten. Widrige Umstände wurden mit Engagement, Improvisation, Liebe zur Musik und einem gehörigen Maß an Verrücktheit gekonnt überspielt. Doch mit jedem überstandenen Jahr lief es besser.
Das Pressenwerk steht heute für kulturelle Angebote aller Art. Konzerte und Partys gibt’s hier ebenso wie Puppentheater, Lesungen, Reisevorträge oder Theateraufführungen. Genauso wandlungsfähig ist die Location. Die zwei Hallen werden je nach Event flexibel umgestaltet. Nie sieht es gleich aus.
Die Liste der Künstler, die in den vergangenen 30 Jahren in der „Provinz“ Station gemacht haben, ist lang. Das Spektrum reicht von Nina Hagen bis Mark Benecke, von In Extremo bis Deichkind, vom „Traumzauberbaum“ bis Clueso.
Hunderte Bands und Solisten haben es ihnen gleich getan. Künstler von allen Kontinenten waren dabei – außer der Antarktis.
Trotzdem soll es noch Leute geben, die das Pressenwerk noch nie besucht haben. Ein schwerer Fehler! Das aktuelle Programm findet sich auf der Homepage www.pressenwerk.com. Und garantiert ist für jeden etwas dabei.
Also - Happy Birthday, Pressenwerk!



