Beitrag von Martin Veltum
Die Stadt Geisa hat sich öffentlich zum Umbau des Stadtparks Gangolfiberg geäußert – ausführlich, transparent und mit dem Versuch, den Entscheidungsprozess nachzuzeichnen (wir berichteten).
Anlass waren kritische Rückmeldungen in sozialen Medien, vor allem zur Größe und Ausführung der neuen Treppenanlage.
Doch hinter der konkreten Baukritik offenbart sich ein grundsätzlicheres Dilemma, das fast jedes größere kommunale Projekt begleitet: die Unmöglichkeit, es allen recht zu machen.
Die Stadtverwaltung, die Bürgermeisterin, die Ortsteilbürgermeister:innen und der Stadtrat bewegen sich in einem Spannungsfeld aus Denkmalschutz, Förderrichtlinien (im vorliegenden Fall mit 80 Prozent Zuschuss), Haushaltsdisziplin, Sicherheitsanforderungen und bürgerschaftlichen Erwartungen.
Dass dabei nicht jede Einzelentscheidung auf uneingeschränkte Zustimmung stößt, ist zwangsläufig. „Wo gehobelt wird, fallen Späne“, lautet ein bekanntes Wort – auch und gerade bei notwendigen Sanierungen historischer Anlagen.
Was den aktuellen Diskussionen aber oft fehlt, ist die Bereitschaft zur realistischen Betrachtung. Die alte Schräge am nördlichen Ende der Allee war überwachsen und bei Nässe nicht verkehrssicher.
Die neue Treppe mit Handläufen schafft erstmals eine barriereärmere Verbindung – Geschmackssache, aber funktional. Und sie wird, so die Stadt, durch Erdmodellierungen später harmonischer eingepasst, als es die aktuelle Bauphase vermuten lässt.
Das eigentliche Problem liegt jedoch in der Diskussionskultur. In sozialen Medien, oft kommentiert von gesichts- und identitätslosen Profilen, fällt der Richtspruch sekundenschnell – eindeutig, emotional und häufig ohne Kenntnis der Förderauflagen, der denkmalpflegerischen Abstimmungen oder der langen öffentlichen Vorläufe (erste Vorstellung im Januar 2025, Beschluss im Oktober 2025, Spatenstich im November 2025). Hier werden auch legitime Beiträge missbraucht.
Das Gefährliche daran: Emotionen drohen, das Gute, Richtige und Sachorientierte zu zerstören. Eine destruktive Haltung macht sich breit, die am Ende auch Projekte gefährden kann, die für die Stadtentwicklung wichtig wären.
Dabei gäbe es opportune Möglichkeiten der Einflussnahme: öffentliche Stadtratssitzungen, die Übernahme von Mandaten, persönliche Gespräche, investigative Einbringung und berechtigte Kritik – all das ist ausdrücklich richtig und notwendig.
Die Stadt ruft daher zu Geduld auf, bis die Baumaßnahme abgeschlossen ist und sich ein Gesamtbild ergibt.
Dann werden gute Projekte und Entwicklungen eine Chance haben. Der Gangolfiberg könnte einer davon sein – wenn nicht vorher die Lautstärke der sozialen Medien die Vernunft übertönt.









































