Fördermittel für Bürgerbus in Breitungen – Landkreis stärkt ehrenamtliche Mobilitätsangebote

Gastbeitrag von Christoper Eichler

Am Mittwoch übergibt Landrätin Peggy Greiser um 16 Uhr auf dem Rathaushof (Rathausstraße 24) in Breitungen einen Fördermittelbescheid an die Gemeinde Breitungen. Bürgermeister Ronny Römhild nimmt diesen für das örtliche Bürgerbusprojekt entgegen.

Mit der Förderung unterstützt der Landkreis Schmalkalden-Meiningen gezielt den laufenden Betrieb des Bürgerbusses in Breitungen. Die Gemeinde ist eine der ersten Kommunen im Landkreis, die ein derartiges Projekt bereits erfolgreich etabliert hat.

Neben Breitungen ist aktuell auch in Floh-Seligenthal ein Bürgerbus im Einsatz. Auch dieses Projekt wird vom Landkreis gefördert.

„Bürgerbusse schließen Lücken im öffentlichen Nahverkehr und bringen Menschen zuverlässig ans Ziel – gerade dort, wo klassische Angebote nicht ausreichen. Sie leben vom Engagement ehrenamtlicher Fahrerinnen und Fahrer. Dieses Engagement wollen wir gezielt stärken und nach Möglichkeit langfristig absichern“, betont Landrätin Peggy Greiser.

Breitungens Bürgermeister Ronny Römhild betont: „Derartige sind wichtig, schließen Lücken und ermöglichen auf diese Weise soziale Teilhabe.“

Der Bürgerbus Breitungen richtet sich insbesondere an Bürgerinnen und Bürger, die keine eigene Fahrmöglichkeit haben oder nicht ausreichend an den öffentlichen Nahverkehr angebunden sind – darunter vor allem ältere Menschen oder Personen mit Einschränkungen.

Das Angebot in Breitungen ermöglicht Fahrten im gesamten Gemeindegebiet sowie in die umliegenden Orte Fambach, Wernshausen, Trusetal, Barchfeld-Immelborn und Bad Liebenstein.

Die Fahrten finden regelmäßig dienstags von 9 bis 13 Uhr sowie donnerstags von 9 bis 17 Uhr (außer an Feiertagen) statt. Voraussetzung für die Nutzung ist eine vorherige Anmeldung bis spätestens 14 Uhr am Vortag unter der Telefonnummer 036848/8820.

Kreistag hat Richtlinie beschlossen

Grundlage der Förderung ist die vom Kreistag beschlossene Richtlinie zur Unterstützung von Bürgerbusprojekten, die seit dem 1. Januar 2026 gilt.

Ziel ist es, die Mobilität insbesondere in bislang nicht ausreichend durch den öffentlichen Personennahverkehr erschlossenen Bereichen und Zeiten zu verbessern und gleichzeitig den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren.

Gefördert werden ausschließlich Organisations- und Betriebskosten, etwa für Kraftstoffe, Versicherungen, Wartung, Schulungen der ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer sowie für Öffentlichkeitsarbeit.

Investitionen wie die Anschaffung von Fahrzeugen sind nicht Bestandteil der Förderung. Der Landkreis übernimmt die zuwendungsfähigen Kosten vollständig – bis zu einer Höhe von maximal 5.000 Euro pro Projekt und Jahr.

Für das Jahr 2026 sind insgesamt Anträge von sechs Gemeinden für sieben Bürgerbusprojekte im Landkreis eingegangen. Während bestehende Projekte weiter gestärkt werden, bereiten weitere Kommunen – unter anderem Meiningen und Steinbach-Hallenberg – derzeit eigene Angebote vor.

Die Förderung ist zunächst als Pilotphase bis Ende 2027 angelegt und wird im Anschluss evaluiert. Ziel des Landkreises ist es, im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten über eine dauerhafte Etablierung zu entscheiden.

Anträge für 2027 bis 30. Juni einreichen

Im Rahmen der Übergabe weist Landrätin Peggy Greiser zudem auf eine wichtige Frist hin: Anträge auf Förderung der Betriebskosten für das Jahr 2027 müssen bis spätestens 30. Juni 2026 beim Landratsamt eingereicht werden. Bislang liegen erst drei entsprechende Anträge vor.

„Wir möchten alle interessierten Gemeinden und Initiativen ermutigen, diese Chance zu nutzen. Bürgerbusse können einen entscheidenden Beitrag leisten, um Mobilität vor Ort flexibel und bürgernah zu gestalten“, so Greiser.

Der Landkreis stellt für das Förderprogramm im Jahr 2026 insgesamt 50.000 Euro zur Verfügung. Ziel ist es, bestehende Projekte zu stabilisieren, neue Initiativen anzustoßen und damit die Mobilität im ländlichen Raum nachhaltig zu verbessern.