Fahnenflucht war in der für Soldaten in der DDR ein schweres, politisch aufgeladenes Delikt, das hart bestraft wurde, da Desertion als Verrat am SED-Staat galt.
In einem Vortrag beleuchtet Konstantin Neumann am Mittwoch, den 3. Juni, in der Gedenkstätte Point Alpha dieses spannende Thema genau.
Sein Vortrag steht unter dem Titel „Fahnenfluchten und Strafverfolgung desertierter NVA-Soldaten“ und er beginnt um 18.30 Uhr im Haus auf der Grenze. Die Öffentlichkeit ist willkommen. Der Eintritt ist frei.
Die Nationale Volksarmee (NVA) und insbesondere die Grenzsoldaten waren eine wichtige Stütze der SED-Herrschaft. Aber jedes Jahr versuchten Soldaten in den Westen zu flüchten, manchmal sogar Offiziere.
Konstantin Neumann hat die Fälle von 1.111 verurteilten Deserteuren statistisch analysiert.
Anhand einer Stichprobe von 97 Personen wertete er Ermittlungs- und Überwachungsakten, staatliche Sachakten, Gesetzeskommentare, Memoiren und weitere Quellen aus und liefert so in einer empirisch gesättigten Fallstudie einen neuen Forschungsbeitrag zur DDR-Justiz.
Wie haben die Justizakteure das Delikt konstruiert? Welche Strafverfolgungspraktiken ergaben sich daraus? Welche Rolle spielten Teil-Öffentlichkeiten?
Eine Anmeldung zu der Veranstaltung ist per E-Mail über veranstaltungen@pointalpha.com oder Telefon 06651/919030 erwünscht.


