Gastbeitrag von Jeannine Müller
Vielleicht hast Du dich auch schon einmal gefragt, was passieren würde, wenn du plötzlich einen medizinischen Notfall erleiden würdest, während du mit deinem Kind allein zu Hause bist?
Bei größeren Kindern, die nachmittags gemeinsam unterwegs sind, fürchten Eltern oft, dass niemand Hilfe holen könnte, wenn beim Toben und Klettern einmal ein Unfall passieren sollte. Genau da versuchen Erste-Hilfe-Kurse für Kinder anzusetzen.
Kinder sind grundsätzlich wissbegierig, motiviert und lernen unheimlich schnell. Anderen helfen zu können gibt Selbstsicherheit und stärkt das Verantwortungsgefühl. Allein aus diesem Grund kann ein Erste-Hilfe-Kurs bereits im Kindergartenalter sinnvoll sein.
Dies dachten sich auch einige Leiterinnen der DRK-Rhönblick-Kindergärten während einer Arbeitsberatung in Meiningen, mit Silvana Klett, Abteilungsleiterin für Bildung & Soziales beim DRK-Meiningen und Koordinatorin für den Erste-Hilfe-Bereich Kinder.
Da ein interner Erste-Hilfe-Kurs im Kindergarten allerdings mindestens acht teilnehmende Kinder (Schulanfänger) benötigt, ist dies für kleinere Einrichtungen nur schwierig umsetzbar. Doch auch das lässt sich lösen, indem man sich einfach zusammenschließt und drumherum gleich noch einen tollen Kennenlerntag für die zukünftigen Schulkameraden plant.
Gesagt getan – so stimmten sich die Leiterinnen von Helmershausen, Wohlmuthausen und Stedtlingen ab und trafen sich an einem Freitag mit ihren Schulanfängern im Kindergarten in Helmershausen, da dieser die geeigneten Räumlichkeiten zur Verfügung hat.
Mit im Gepäck hatten die Kids ein kleines Proviant, sodass man sich bei einem gemeinsamen Frühstück erstmal ein bisschen beschnuppern und kennenlernen konnte, bevor der DRK-Kursleiter, Herr Röder, startete.
Zu Beginn zeigte er den Kindern ein Plakat mit verschiedenen Unfallsituationen und stellte spielerisch Fragen: „Was könnte da passiert sein? Was für Vorfälle gibt es?“ Die Ideen sprudelten nur so aus den Kindern heraus.
An praktischen Beispielen erklärte er den Kindern die Notruf-Kette und vermittelte ihnen spielerisch den Umgang mit kleinen Unfällen und was im Ernstfall zu tun ist. Dann durften die Kinder selbst Hand oder besser Verband anlegen und sich gegenseitig, die Erzieherinnen und den Riesen-Teddy verbinden. Was für ein Spaß!
In den 1,5 Stunden wurde die natürliche Hilfsbereitschaft der Kinder weiter gestärkt und sie lernten, dass es das Schlimmste ist, nichts zu tun und das auch schon kleine Maßnahmen, wie Trösten oder Pflaster geben, wichtige erste Schritte sind. Ganz stolz bekamen sie am Schluss noch ihre Teilnehmer-Urkunde und ein kleines Geschenk überreicht.
Zuhause berichteten sie ihren Eltern stolz vom heutigen Tag und dem Erlernten – vielleicht ein guter Anlass, den eigenen Erste-Hilfe-Kurs auch mal wieder aufzufrischen?!







