Beitrag von Martin Veltum
Die heimische Natur mit offenen Augen, achtsamen Schritten und allen Sinnen wahrnehmen – dazu luden die Kräuterwanderungen mit Kräuterexpertin Sabine Etzel in Wiesenfeld und Zitters ein.
Organisiert wurden die Veranstaltungen von der Dorfgemeinschaft Wiesenfeld unter der engagierten Leitung von Ann-Katrin Wingenfeld, Verena Hohmann, Nicole Wald und Regina Helmer.
Bereits zu Beginn stimmte Sabine Etzel die Teilnehmer mit einem Frühlingsvers auf die besondere Atmosphäre der Wanderung ein. Ruhe, Fokus und das bewusste Wahrnehmen der Natur standen dabei im Mittelpunkt.
„Höre und lausche – die Natur schenkt uns Kraft, Gesundheit und innere Ruhe. Wir sind ein Teil der Natur“, erklärte die Kräuterexpertin.
Immer wieder lud sie dazu ein, innezuhalten, zu genießen, zu fühlen, zu hören und die Geräusche des Waldes und der Wiesen bewusst wahrzunehmen. Das sogenannte „Waldbaden“ sei heute wichtiger denn je, um Abstand vom hektischen Alltag zu gewinnen.
Die erste Kräuterwanderung am Freitag richtete sich besonders an Familien und Kinder. Rund 30 Teilnehmer, darunter etwa 20 Kinder unterschiedlichsten Alters, erkundeten gemeinsam die Pflanzenwelt der Rhön.
Auf dem Sonnenplateau wurde anschließend Kräuterwasser hergestellt und ein schmackhafter Brotaufstrich zubereitet. Besonders beliebt war das von Sabine Etzel selbst gebackene Brennnesselbrot, das gemeinsam mit Bratwürsten genossen wurde.
Während der Wanderung vermittelte die Referentin umfangreiches Fachwissen über heimische Heil- und Wildpflanzen. So erläuterte sie die Bedeutung des Ackerschachtelhalms, einer altbekannten Heilpflanze, die traditionell wegen ihres hohen Kieselsäuregehalts geschätzt wird. Die Brennnessel bezeichnete sie als wahres Kraftpaket der Natur.
„Als Tee kann die Brennnessel den Stoffwechsel unterstützen und den Körper stärken“, erklärte Etzel.
Auch Pflanzen wie Günsel, Goldnessel, Holunder, Weißdorn, Frauenmantel und der stinkende Storchschnabel wurden vorgestellt. Beim Waldmeister verwies die Kräuterexpertin auf das enthaltene Cumarin, das für den typischen Duft verantwortlich ist.
Zugleich warnte sie davor, die Blatterbse zu verzehren. Weitere interessante Informationen erhielten die Teilnehmer über die Bachnelkenwurz und zahlreiche heimische Wildkräuter der Rhön.
Die zweite Wanderung führte Erwachsene durch die Natur rund um Zitters. Neben den Heilpflanzen standen hier besonders Achtsamkeit, Naturschutz und Nachhaltigkeit im Fokus.
Die Teilnehmer erfuhren Wissenswertes über das Biosphärenreservat Rhön mit seinen verschiedenen Schutzzonen. Die Kernzone dient dabei dem vollkommenen Schutz der Natur und bleibt weitgehend unberührt.
In der Pflegezone wird die traditionelle Kulturlandschaft erhalten, während die Entwicklungszone nachhaltiges Leben und Wirtschaften von Mensch und Natur miteinander verbindet.
Sabine Etzel betonte dabei die wachsende Bedeutung von Naturschutz und Insektenschutz. Blühflächen, heimische Kräuter und naturnahe Landschaften seien wichtige Lebensräume für Bienen, Schmetterlinge und zahlreiche weitere Insektenarten.
Gerade die Rhön mit ihrer einzigartigen Natur sei ein wertvoller Schatz der Heimat.
Ein schöner Abschluss fand die Kräuterwanderung im Café Kohlbachtal, wo die Teilnehmer die Erlebnisse des Tages in gemütlicher Runde ausklingen ließen.
Die beiden Kräuterwanderungen überzeugten durch hohe Fachkompetenz, lebendige Wissensvermittlung und eine besondere Verbundenheit zur Natur der Rhön.
Viele Teilnehmer nahmen nicht nur neues Wissen über heimische Kräuter mit nach Hause, sondern auch neue Kraft und Inspiration für den Alltag.








































