Gastbeitrag von Kristina Krieg
Der DRK Kreisverband Bad Salzungen e.V. sieht sich als einer der letzten gemeinnützigen Altkleidersammler in der Region gezwungen, die dezentralen Altkleidersammlungen zum 30. Juni 2026 einzustellen.
Diese Entscheidung ist dem DRK nicht leichtgefallen. Über einen Zeitraum von rund 18 Monaten wurde mit großem Engagement und
erheblichem Einsatz versucht, ein bewährtes Sammelsystem aufrechtzuerhalten, das in seiner bisherigen Form jedoch infolge grundlegender Veränderungen nicht mehr tragfähig ist.
Insbesondere die weltpolitische Lage – zuletzt nochmals deutlich verschärft – hat die Möglichkeit genommen, das System zu stabilisieren und perspektivisch wieder auszubauen.
Eine Erholung der internationalen Nachfrage nach Textilien, die hierfür notwendig gewesen wäre, ist aktuell nicht absehbar.
DRK-Kleiderladen bleibt bestehen
Gerade in den vergangenen Monaten hat sich täglich gezeigt, wie groß der Bedarf an gebrauchter Kleidung in der Bevölkerung
weiterhin ist.
Die Kunden im Bad Salzunger Kleiderladen am Rhönblick-Center bestätigen eindrücklich, dass der Laden für viele Menschen eine unverzichtbare Anlaufstelle darstellt – sowohl für Bedürftige als auch für alle, die bewusst auf nachhaltige Second-Hand-Angebote setzen.
Das DRK werde daher mit aller Kraft daran arbeiten, den Betrieb des Kleiderladens auch künftig sicherzustellen. „Wir sind überzeugt, dass uns dies gemeinsam mit der Unterstützung der Bevölkerung gelingen wird“, sagt Vorstandsvorsitzender Thorsten Rittner.
„Um den Kleiderladen weiterhin sinnvoll betreiben zu können, bitten wir die Bürgerinnen und Bürger, gut erhaltene und uneingeschränkt nutzbare Kleidung direkt im Laden abzugeben. Hierfür haben wir feste Annahmezeiten eingerichtet: Dienstag und Mittwoch: 10 bis 17 Uhr.“
Während dieser Zeiten prüfen die Mitarbeiterinnen vor Ort, ob die angebotene Ware angenommen werden kann. Diese Maßnahme ist notwendig, um den Anteil nicht verwertbarer Kleidung zu reduzieren, da diese sonst erhebliche Entsorgungskosten verursacht.
„Wir bitten ausdrücklich um Verständnis, dass nicht jede angebotene Spende angenommen werden kann. Eine Ablehnung stellt keine
Geringschätzung dar, sondern dient ausschließlich der Aufrechterhaltung eines funktionierenden und nachhaltigen Systems“, betont Rittner.
Ebenso weist das DRK darauf hin, dass es keine akzeptable Form der Spendenabgabe ist, Kleidung außerhalb der Öffnungszeiten vor dem Laden abzulegen. Solche Ablagerungen führen regelmäßig zu Verunreinigungen und zusätzlichem Entsorgungsaufwand.
Künftig werde konsequent dagegen vorgegangen und etwaige Verursacher zur Verantwortung gezogen. Der Bereich wird entsprechend überwacht.
Wunsch des Teams im Kleiderladen bleibt es, auch weiterhin mit hochwertiger, tragbarer Kleidung versorgt zu werden, um diese an Bedürftige und Interessierte weitergeben zu können und so einen Beitrag zu sozialer Unterstützung und nachhaltigem Konsum zu leisten.


