Neues Zuhause für Meister Adebar – Tierischer Zuwachs in Bettenhausen

Gastbeitrag von Jeannine Müller

Scheint es nur so, oder gibt es in diesem Jahr sehr viele Störche? Vielerorts wird Meister Adebar derzeit beobachtet und über ihn berichtet.

Und tatsächlich, schon seit Jahren wächst der Bestand der Störche in Deutschland beständig und aktuell gibt es mehr Störche als je zuvor. Experten des NABU führen das vor allem auf mildere Winter, kürzere Zugwege und neue Nahrungsquellen zurück, aber auch engagierte Menschen leisten ihren Beitrag dazu (Quelle: RND.de).

„Egal wo er auftaucht und sich ausbreitet, er ist immer willkommen. Davon können andere Tierarten wie Wolf und Bär nur träumen“, sagt Ulrich Schmölcke vom Leibnitz-Zentrum für Archäologie.

Auch im Rhönblick-Dörfchen Bettenhausen freute man sich sehr, als man vor einigen Wochen immer wieder Klapper-Geräusche, in der Nähe des Spielplatzes, vernehmen konnte.

Kurz darauf sah man Meister Adebar nebst Frau über dem Dorf seine Bahnen ziehen. Ihr Ziel sollte der alte Schornstein auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei sein, auf welchem die beiden ihr Nest aufschlagen wollten.

Sie sammelten fleißig Nistmaterial, inklusive sehr langer Stöcke, und verbrachten diese mühevoll, teils in mehreren Anläufen, auf den ca. 30 Meter hohen Schornstein.

Ein interessantes Schauspiel für die Besucher des direkt angrenzenden Spielplatzes und natürlich auch die interessierten Dorfbewohner. Bei so manchem Beobachter kam allerdings die Sorge auf, dass der alte Schornstein zu hoch und vor allem zu breit für den zukünftigen Nistplatz sein könnte und das Nest aus diesem Grund nicht halten würde.

In der direkten Nachbarschaft, dem Wiesengrundstück von Michael Stahr, wurde aus diesem Grund sogar ein extra angefertiges Gerüst, ein Nistmast, aufgebaut.

Inklusive entsprechendem Weidengeflecht und Nistmaterial, mit weißer Farbe bespritzt, als wäre das Nest schon einmal bewohnt gewesen. Gebaut und finanziert hat er dieses selbst und mit Hilfe von Sponsoren aus Bettenhausen, um dem Storchenpaar eine sicherere Nist-Alternative anzubieten.

Die beiden „Häusle-Bauer“ zeigten allerdings Ausdauer und Geschick und verbrachten ihren Horst, wie geplant, am Rande des Schornsteins an.

Der dort befindliche Blitzschutz und die Aufstiegshilfe wurden hierbei clever integriert. Bisher, zum Glück, mit Erfolg. So bewohnen die beiden seither ihr neues Domizil und ziehen emsig ihre Runden über Bettenhausen.

Beobachtet wurden sie am Männertagswochenende dann auch von Markus Aßmus, einem gebürtigen Bettenhäuser, der in Nordrhein-Westfallen für ein Planungsbüro arbeitet und ornithologisch ziemlich bewandert ist.

Mit im Gepäck hatte er, glücklicherweise, sein hochauflösendes Beobachtungsfernrohr (Spektiv) und konnte so, verbunden mit dem Handy, tolle Fotos und Videos des Storchenpaares ablichten - für das Storchenpaar vollkommen störungsfrei.

Die Einwohner von Bettenhausen konnten diese bereits im „Dorffunk“ bewundern und auch uns stellt er sie, dankenswerterweise, zur Verfügung.

Auf die Frage, ob es in diesem Jahr auch noch Storchennachwuchs geben wird, antwortete er allerdings eher verneinend: „Da es sich um Jungstörche handelt, ist dies im ersten oder zweiten Jahr wohl eher unwahrscheinlich.“

Dann hoffen wir nun einfach darauf, dass die beiden Tiere Bettenhausen auch im nächsten Jahr wieder beehren und hier „sesshaft“ werden.

Sie würden dem alten Schornstein, zur Freude der Einwohner, damit endlich eine Daseinsberechtigung geben. Vielleicht bringen sie gleich noch Verstärkung mit, ein zweiter Nistplatz steht ja auf jeden Fall schon einmal bereit.

Und mal sehen, ob sich der Mythos, dass „der Klapperstorch die Babys bringt“ auch bewahrheitet und Bettenhausen, neben dem tierischen Zuwachs, auch noch ein paar neue Erdenbürger beschert…