Energiewende zum Anfassen: Studierende der Hochschule Fulda zu Gast in Geisa

Mitteilung der Stadt Geisa

Die Verbindung von Theorie und Praxis konnten zehn Studierende der Hochschule Fulda Anfang Mai diesen Jahres anhand vier praktischer Beispiele und Projekte im Wartburgkreis und im Landkreis Fulda erleben.

Gemeinsam mit ihrer Professorin Isabell Wirth verschafften sie sich im Rahmen ihrer Lehrveranstaltungen „Energiespeicher" und „Aufbau und Betrieb elektrischer Netze" einen Überblick vor Ort.

In Hünfeld stellte Geschäftsführer Manuel Gollbach den Batteriespeicher der Stadtwerke vor. Der größte Batteriespeicher in Hessen hat eine Leistung von 6,4 MW und eine Speicherkapazität von 21,6 MW.

In Treischfeld zeigte die familiengeführte Biogasanlage Vogt, wie Bioenergie heute flexibel und bedarfsgerecht eingesetzt wird. Seit 2005 erzeugt die Biogasanlage des Familienbetriebs Energie für rund 1.200 Haushalte und versorgt den Ort zusätzlich über ein eigenes Wärmenetz.

In der Gemeinde Buttlar wurde ein alter Kalischacht besichtigt, der als möglicher Baustein einer kommunalen Wärmeversorgung im Ort entwickelt werden könnte. Markus Hundertmark, Beigeordneter der Gemeinde und Mitarbeiter der Hochschule stellte den Studierenden das Projekt vor.

„Die Frage, die sich die Gemeinde Buttlar gestellt hat: In welchem Umfang kann der Kalischacht als geothermische Wärmequelle oder saisonaler Wärmespeicher genutzt werden und lässt sich darauf basierend ein Wärmenetz für die Gemeinde realisieren“, berichtet Markus Hundertmark.

Die Antwort könnte weit über Buttlar hinausweisen: In Thüringen gibt es zahlreiche stillgelegte Kalischächte. Gelingt das Projekt, hätte es Pilotcharakter für die gesamte Region.

Den inhaltlichen Mittelpunkt der Tour bildete Geisa. Die Stadt arbeitet in Kooperation mit der Hochschule gemeinsam am Projekt „energieLAND:Geisa“, das den Ausbau regenerativer Energie vor Ort voranbringen soll.

Aktuell betreibt die Stadt bereits ein kommunales Nahwärmenetz, das mit Hackschnitzeln aus dem eigenen Stadtwald gespeist wird. Bürgermeisterin Manuela Henkel und Projektmanagerin Olga Antosz empfingen die Gruppe und erläuterten die energiepolitischen Herausforderungen und Chancen der Stadt.

„Die Energiewende gelingt nur, wenn wir vor Ort gemeinsam mit den Gemeinden pragmatische und wirtschaftliche funktionierende Lösungen entwickeln und umsetzen“, betonte Bürgermeisterin Henkel.

Prof. Wirth ergänzte: „Technisches Know-how allein reicht nicht. Man muss auch verstehen, was Kommunen wirklich brauchen und was vor Ort geht.“

Genau das sei der Grund, warum sie ihre Studierenden regelmäßig aus dem Hörsaal in die Region schicke. Wer später Energiesysteme plane, müsse wissen, dass zwischen Theorie und Umsetzung oft ein Bürgermeister, ein Förderbescheid und ein alter Kalischacht stehen.

Für Geisa ist der Besuch Ausdruck einer gewachsenen Partnerschaft. Seit Jahren verbindet die Stadt und die Hochschule Fulda eine enge Kooperation.

„Wir profitieren vom wissenschaftlichen Blick auf unsere Projekte und begeistern gleichzeitig junge Menschen für die Energiewende“, betonte Manuela Henkel. Beide Seiten planen, die Zusammenarbeit weiter auszubauen und regelmäßige Austauschformate zu etablieren.