Kneippen in der Fulda-Aue: Gesund & fit auf dem Hessentag

Es war eine Kraftanstrengung für den Kneipp-Verein Fulda-Lauterbach, doch es ist geschafft: Mit ganz vielen ehrenamtlichen Kräften wird er an allen zehn Tagen des Hessentags Mitte Juni am Kneipp-Wassertretbecken in der Fulda-Aue präsent.

Vereinsvorsitzender Peter Wolff erwähnt, dass es neben den Möglichkeiten des Wassertretens und des Armbadens Angebote gibt, wie "Kneipp mit - bleib fit" in denen die Besucher kleine Fitnessgymnastiken absolvieren können.

Für Kinder gibt es Ausmalblätter, auf denen sie die fünf Kneippsäulen "Wasser - Bewegung - Ernährung - Heilpflanzen - Lebensordnung" malerisch in Szene setzen können.

Auch kleine Fußbäder kann man sich mit Meersalz und Heilkräutern selbst zusammenmixen oder ein kleines Kräuterquiz ausprobieren. Gemeinsam mit den Kneipp-Freunden in Hessen (u.a. Kassel, Bad Nauheim, Bad Vilbel) sind es Kneippianer aus Bad Berka, nahe des thüringischen Weimar, die den Kneipp-Auftritt am Hessentag in Fulda bereichern.

Und Wolff hat noch eine besondere Spezialität, die er den Kommunalvertretern und Abgeordneten näher bringen will. Eine Kneipp-Gesundheitseinrichtung für fast kein Geld, die in fast jeder Gemeinde zu realisieren ist: Kneipp-Venentreppen.

Treppen die sich im öffentlichen Raum befinden, werden mit einem Schild versehen, auf dem vier Venenübungen skizziert sind, und um Nu verfügt man über eine Stelle in der Kommune, in der der Gesundheit und Fitness gefrönt werden kann.

„Es geht nicht ums Treppensteigen, auch wenn das für sich genommen gesund ist“, so Wolff, „es handelt sich um Ballen- oder Fersenübungen, hier genügen auch Treppen mit nur wenigen Stufen.“

Als ehemaliger Bürgermeister Gersfelds weiß er natürlich um die schwierige Situation kommunaler Haushalte. „Hier braucht es nur den politischen Willen, dann wird ein Schild gefertigt und angebracht, fertig ist die Kneipp-Venentreppe.“

Aber auch das Wassertreten wird immer beliebter und nicht immer bräuchte man ein Tretbecken. „Es gibt schmale Aluwannen oder sogar relativ flache Stellen in natürlichen Fließgewässern (Bächen), in denen man mit einer Stange eine Wassertretstelle errichten könne“, so Wolff weiter.

Seit 2015 ist das Kneipp Immaterielles Kulturerbe in Deutschland - und dies lebe davon, dass es weitergetragen wird.

„Insofern erhoffe ich mir vom Hessentag eine Vitalisierung der Kneipp-Ideen in der Region und darüber hinaus“, sagt Wolff abschließend und betont, dass es gerade die neuen Mitglieder aus Lauterbach sind, die vor zwei Jahren zum Verein gestoßen sind, die durch ihre Aktivitäten und ihr Engagement ganz wesentlich zum Erfolg Kneipps in Osthessen beitragen.

Er selbst wird wieder mit Gießkanne in seiner Paraderolle des "Pfarrers Sebastian Kneipp" auf dem Hessentag sein.