Gastbeitrag von Pfr. Thomas Volkmann
Pfingsten ist, wo der Geist Gottes weht. Mal sanft wie ein Hauch, mal stark wie ein Sturmwind, der Türen aufreißt. Genau das erlebten rund 120 Besucher am Pfingstsonntag beim Burggottesdienst auf der Krayenburg.
Der Krayenburg-Verein hatte die Gemeinden der Umgebung eingeladen – und die alte Burgruine wurde für einen Vormittag zum lebendigen Zeugnis von Musik, Gemeinschaft und Glaube.
Jana und Thomas Volkmann gestalteten dazu eine ungewöhnliche Dialog-Predigt. Jana Volkmann begann mit einem leichten Tuch von absoluter Stille zu reden: einem kaum wahrnehmbaren Hauch.
Sie erinnerte an den Propheten Elia, der Gott nicht im Sturm, sondern im stillen Säuseln fand. Thomas Volkmann protestierte und demonstrierte mit dem Laubbläser, wie stark Sturm sein kann.
„Und plötzlich kam vom Himmel ein Brausen, wie von einem gewaltigen Wehen“, zitierte er die Apostelgeschichte. Gottes Geist kam wie ein Sturm und hat die verängstigten Jünger total verändert.
Gemeinsam machten die beiden deutlich: Gottes Geist kommt einem mal still, mal stark und kraftvoll entgegen. So sprengt er Grenzen – auch die des Denkens.
Im Mittelpunkt der Feier stand ein bemerkenswertes Jubiläum: Matthias Theuerkauf spielt seit nunmehr 50 Jahren Orgel – und kam aus einer spontanen Not heraus dazu, als er am Sonntag nach seiner Konfirmation kurzfristig einspringen musste.
Seitdem ist der heute hauptamtliche Kirchenmusiker nicht mehr wegzudenken aus der Region. Jahrelang ehrenamtlich tätig, folgte nach seinem Studium der Kirchenmusik der hauptamtliche Dienst.
Unzählige Chorproben, Gottesdienste, Taufen, Trauungen, Trauerfeiern und Orgelandachten hat er seither geprägt.
Ein Grußwort, das Pfarrer Volkmann verlas, brachte die Wertschätzung der Kollegen zum Ausdruck: Kreiskantor Damian Poloczek dankte Theuerkauf im Namen der gesamten Kirchenmusik der Region – herzlich, persönlich und mit großer Anerkennung für ein halbes Jahrhundert Dienst an der Orgel.
Musikalisch getragen wurde der Gottesdienst von Sängerinnen und Sängern aus Möhra, Ettenhausen, Oberzella, Kieselbach, Tiefenort und weiteren Orten – ein lebendiges Bild dafür, wie der Glaube Menschen über Ortsgrenzen hinweg verbindet.
Zwei besondere Momente gab es dabei noch: Ein Chormitglied wurde mit einem Ständchen zum Geburtstag geehrt, ein weiteres herzlich verabschiedet.
Beides geschah unter großem Applaus der rund 120 Gäste, die aus diesem berührenden Gottesdienst eine Menge für sich mitnahmen.




