Verborgene Spuren in den Bonifatius-Handschriften: Vortrag in Fulda 9.6.26

Die Handschriften des Bonifatius zählen zu den bedeutendsten Zeugnissen der frühmittelalterlichen Schriftkultur.

Prof. Dr. Andreas Nievergelt (Universität Zürich), Gangolf-Schrimpf-Fellow des Jahres 2025, erforscht diese einzigartigen Codices und präsentiert nun die Ergebnisse seines Forschungsaufenthalts am Institut Bibliotheca Fuldensis.

Im Mittelpunkt seines Vortrags stehen volkssprachliche Eintragungen in den Bonifatius-Handschriften. Diese kurzen Notizen in althochdeutscher und angelsächsischer Sprache gehören zu den frühesten schriftlichen Zeugnissen der Volkssprachen und bieten wertvolle Einblicke in deren Entwicklung im Frühmittelalter.

Besonderes Augenmerk gilt den sogenannten Griffelglossen – ohne Tinte in das Pergament eingeritzten Schriftspuren, die nur unter besonderen Lichtverhältnissen sichtbar werden.

Anhand ausgewählter Beispiele zeigt Nievergelt, welche sprachgeschichtlichen und kulturhistorischen Erkenntnisse sich aus diesen oft unscheinbaren Einträgen gewinnen lassen und welche neuen Perspektiven sie auf die Nutzung und Überlieferung der Bonifatius-Handschriften eröffnen.

Der Vortrag findet am Dienstag, 9. Juni 2026, um 19 Uhr im Lesesaal der Bibliothek (Domdechanei 4, 2. Obergeschoss) statt. Der Eintritt ist frei. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.