Der schwere Verkehrsunfall zwischen Kaltensundheim und Aschenhausen mit vier Todesopfern hat weit über die Rhön hinaus tiefe Betroffenheit ausgelöst.
Während zahlreiche Menschen ihre Anteilnahme ausdrückten und Spenden für die Familien der Verstorbenen sammelten, sorgte eine weitere Spendensammlung im Internet zunächst auch für Fragen und Misstrauen. Viele Menschen wunderten sich über den unbekannten Namen bei der GoFundMe-Spendenseite für den beteiligten Lkw-Fahrer sowie die Feuerwehren.
Der Rhönkanal sprach deshalb exklusiv mit den beiden Initiatorinnen Martina Hartmann und Janina Werner aus der Gemeinde Rhönblick.
Die beiden Frauen wollten ursprünglich bewusst anonym bleiben und kombinierten deshalb ihre Namen für den Aufruf von „Martina Werner“.
„Wir wollten nicht in die Öffentlichkeit treten oder Lob bekommen. Uns ging es einzig darum zu helfen“, erklären sie im Gespräch.
Besonders tragisch ist auch das Schicksal des Lkw-Fahrers aus dem Raum Barchfeld-Immelborn. Nach bisherigen Erkenntnissen versuchte er noch bis zuletzt durch ein Ausweichmanöver das Schlimmste zu verhindern.
Körperlich blieb er zwar unverletzt, doch seelisch wird ihn dieses Ereignis vermutlich ein Leben lang begleiten. Innerhalb weniger Sekunden wurde auch sein Leben völlig verändert. Viele Menschen denken deshalb inzwischen nicht nur an die Familien der Verstorbenen, sondern auch an den Fahrer, der unfreiwillig Teil dieser schrecklichen Tragödie wurde.
„Jeder schrieb den Angehörigen viel Kraft. Aber an den Fahrer hat kaum jemand gedacht“, erzählen die Initiatorinnen. Eine von ihnen berichtet dabei von eigenen Erfahrungen aus dem Bekanntenkreis mit ähnlichen Schicksalsschlägen.
„Der LKW-Fahrer hat alles gesehen, wollte noch helfen und musste in dieses Auto schauen. Wir können uns gar nicht vorstellen, welche Bilder ihn verfolgen.“
Auch auf die Menschen der freiwilligen Feuerwehren aus Kaltennordheim, Kaltensundheim und Aschenhausen wollten die beiden Frauen aufmerksam machen. Die Einsatzkräfte hätten unter extremen Bedingungen gearbeitet und ebenso Bilder erlebt, die man einfach schlecht vergessen könne.
„Da waren zwei kleine Kinder beteiligt. So etwas steckt niemand einfach weg. Manche Kameraden brauchen vielleicht Wochen oder Monate, um das Erlebte zu verarbeiten“, sagen die Initiatorinnen.
Ein Teil der Spendengelder soll deshalb auch für die psychosoziale Betreuung und Nachsorge der Einsatzkräfte genutzt werden.
Der Rhönkanal sprach zudem mit der Feuerwehr Kaltennordheim über die große Anteilnahme.
Die Kameradinnen und Kameraden der beteiligten Wehren freuen sich über diese Anerkennung und Unterstützung. Gleichzeitig betonen sie, dass die Arbeit der freiwilligen Feuerwehren oft als selbstverständlich angesehen werde.
Dabei müsse es nicht Geld sein. Häufig reiche schon ein ehrliches Dankeschön oder der Besuch eines Feuerwehrfestes, um Wertschätzung für die ehrenamtliche Arbeit zu zeigen.
Der tragische Unfall hat viele Leben verändert. Neben den Familien der Opfer tragen auch Helfer und Beteiligte schwer an den Folgen dieses Tages. Vielleicht zeigt gerade diese Welle der Anteilnahme, wie wichtig Zusammenhalt und Menschlichkeit in solchen Momenten sind.
Hier geht es zu Spendenseite von gofundme.com


