Unterrichtsausfall im südlichen Wartburgkreis endlich bekämpfen – Schulamt in der Pflicht

Gastbeitrag von Jürgen Fischer-Crailsheim
(Wahlkreisbüro Martin Henkel)

Die Antwort der Landesregierung auf meine Kleine Anfrage zum Unterrichtsausfall an Regelschulen im Bereich des Staatlichen Schulamts Westthüringen bestätigt die Sorgen vieler Eltern im südlichen Wartburgkreis in alarmierender Weise.

Besonders deutlich wird: Die Situation an der Rhön-Ulstertal-Schule Geisa, der Ersten Stadtschule Bad Salzungen und vor allem an der Staatlichen Regelschule Dermbach ist jeweils weiterhin äußerst angespannt.

„Aus meiner Sicht ist die Situation absolut inakzeptabel und muss sich schnellstens ändern. An mich haben sich in den vergangenen Monaten wiederholt Eltern gewandt, die sich über dauerhaften Unterrichtsausfall in verschiedenen Fächern beklagen“, sagt Martin Henkel (CDU).

Gleichzeitig wurde mehrfach Kritik an der Langwierigkeit von Einstellungsverfahren für neue Lehrkräfte sowie am Engagement des Staatlichen Schulamtes Westthüringen geäußert.

Die nun vorliegenden Zahlen bestätigen die Sorgen der Eltern eindrücklich: Im Frühjahr des laufenden Schuljahres 2025/26 lag der Unterrichtsausfall an der Regelschule Geisa bei 21,2 Prozent – und zwar vollständig ersatzlos.

Besonders gravierend ist, dass nach Rückmeldungen aus der Schule vor allem Englisch, Mathematik und Sport betroffen sind. Dass die Schule inzwischen auf Initiative engagierter Eltern mit einem eigenen Flyer selbst nach Lehrkräften sucht, zeigt, wie ernst die Lage inzwischen geworden ist.

Übertroffen wird die Regelschule Geisa jedoch noch von der Ersten Stadtschule in Bad Salzungen. Hier fallen in diesem Frühjahr 24,2 Prozent aller Stunden aus. Das ist ein noch immer höchst besorgniserregender Wert, nach dem Rekordausfall von 36,4 Prozent (!) aller Stunden im Herbst 2025.

Unter den abgefragten Regelschulen im südlichen Wartburgkreis nimmt allerdings die Regelschule Dermbach mit einem aktuellen Ausfall von 25,7 Prozent aller Stunden derzeit den traurigen Spitzenplatz ein. Damit fällt hier mehr als jede vierte Unterrichtsstunde aus.

Die allermeisten Stunden fallen ersatzlos aus und werden nicht durch Stillarbeit kompensiert. Für die Schüler bedeutet dies verpasste Lerninhalte, für Lehrkräfte zusätzliche Belastung und für Eltern wachsende Unsicherheit über die Bildungsqualität vor Ort.

Die Landesregierung verweist in ihrer Antwort auf bestehende Maßnahmen wie Bewerbungsmanagement, befristete Einstellungen, Quer- und Seiteneinstieg sowie organisatorische Anpassungen. Das zeigt: Das Problem ist bekannt.

Dennoch bleibt entscheidend, dass diese Maßnahmen jetzt auch spürbar an den Schulen, insbesondere im ländlichen Raum, ankommen – und zwar schnell.

„Ich erwarte vom Staatlichen Schulamt Westthüringen endlich, dass der ersatzlose Unterrichtsausfall im südlichen Wartburgkreis zügig und signifikant reduziert und die seit Jahren besonders betroffenen Schulen wirksam entlastet werden.

Die Schulkinder in unserer Region dürfen nicht dauerhaft und überproportional die Leidtragenden einer angespannten Personalsituation sein. Es braucht jetzt schnelle Entscheidungen, damit bereits zu Beginn des nächsten Schuljahres deutliche Verbesserungen erzielt werden“, so Henkel abschließend.