Gastbeitrag von Lea Hohmann
Oberhalb des Festplatzes in Klings ist ein neues kleines Highlight für Einwohner und Gäste entstanden: Ein Kneipptretbecken mit Barfußpfad lädt seit Kurzem zur Erfrischung und aktiven Gesundheitsförderung ein.
Möglich wurde das Projekt durch die Förderinitiative „Investive Projekte zur nachhaltigen Entwicklung im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön“.
Das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten (TMUENF) unterstützte das Vorhaben mit 111.556,29 Euro. Vor wenigen Tagen wurde die Anlage feierlich eröffnet.
Der Ortsteil Klings, seit 2019 Teil der Stadt Kaltennordheim, liegt idyllisch eingebettet in einem Talkessel oberhalb von Diedorf (Feldatal), nahe dem Grünen Band.
Mit rund 400 Einwohnern ist die Gemeinde bekannt für die Hexenlinde, den Premiumwanderweg DER HOCHRHÖNER sowie ihre markante evangelisch-lutherische Kirche. Die Idee für das Kneipptretbecken entstand in der örtlichen Kindertagesstätte „Knirpsenland“.
Im Zuge ihres 50-jährigen Bestehens wurde 2025 zugleich die Zertifizierung als erster Kneipp-Kindergarten der Rhön gefeiert. Diese Auszeichnung des Kneipp-Bundes e. V. steht für eine ganzheitliche Gesundheitsförderung.
Kinder lernen dort spielerisch die Grundlagen einer naturgemäßen Lebensweise und wie sie mit einfachen Anwendungen ihr Wohlbefinden stärken und Krankheiten vorbeugen können.
Gemeinsam zur Projektidee
Ausgehend von dieser Initiative entwickelte das Team der Kita gemeinsam mit engagierten Eltern des Fördervereins – darunter Angela Räder, Anja Hohmann und Madeleine Denner – die Idee, das Kneippen auch außerhalb der Einrichtung erlebbar zu machen.
Im Rahmen des Förderaufrufs 2023 wurde das Projekt zusammen mit der Stadt Kaltennordheim eingereicht – mit Erfolg: Bereits wenige Wochen später lag der Förderbescheid vor.
Bis zur Umsetzung galt es jedoch einige Herausforderungen zu bewältigen. So stellte sich heraus, dass die ursprünglich geplante Wasserquelle nicht ausreichend ergiebig war, weshalb eine zusätzliche Wasserleitung verlegt werden musste.
Auch die bauliche Umsetzung sowie die inhaltliche Gestaltung der Informationstafeln mit Anleitungen zum Kneippen erforderten intensive Abstimmungen.
Ein Gemeinschaftsprojekt für den Ort
Im Spätherbst 2025 konnte das Projekt schließlich erfolgreich abgeschlossen werden. Bei der Eröffnung dankten Bürgermeister Erik Thürmer und Ortsteilbürgermeister Uwe Hüther dem Thüringer Umweltministerium für die Förderung sowie der Biosphärenreservatsverwaltung in Zella/Rhön für die unterstützende Zusammenarbeit.
Ein besonderer Dank galt den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern aus Klings, die maßgeblich zum Gelingen beigetragen haben.
So wurden Pflasterarbeiten in Eigenleistung umgesetzt, die Wasserleitung im Zuge einer Löschwasserleitung verlegt und technische Arbeiten gemeinsam mit dem Wasser- und Abwasserverband Bad Salzungen ausgeführt.
Viele engagierte Bürger – darunter auch Dietmar Denner, Marko Geruschke und Peter Schapke – brachten sich aktiv ein.
Gut angenommen und rege genutzt
Das neue Kneipptretbecken erfreut sich bereits großer Beliebtheit. Neben den Kindergartenkindern nutzen auch Einwohner und Wanderer die Anlage regelmäßig. Für die Pflege wurde sogar ein gemeinsamer Plan entwickelt, an dem sich die örtlichen Vereine beteiligen.
Die feierliche Eröffnung wurde von Beiträgen der Kindergartenkinder begleitet. Mit dem ersten „Ankneippen“ der Beine und Arme wurde die Anlage offiziell ihrer Bestimmung übergeben – rechtzeitig vor den warmen Sommertagen.
Ulrike Schade, Leiterin der Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, zeigt sich erfreut über den Erfolg des Projekts: „Genau solche Vorhaben wollen wir mit der Förderung unterstützen – Projekte, die vor Ort einen konkreten Nutzen schaffen und von der Gemeinschaft getragen werden. Es ist schön zu sehen, wie gut das Kneipptretbecken angenommen wird und wie viele Menschen davon profitieren.“
Hintergrund zur Förderung
Seit 2021 wurden im Thüringer Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön bereits 74 Projekte zur nachhaltigen Entwicklung bewilligt. Das Gesamtfördervolumen liegt bei rund 2,3 Millionen Euro.
Die Projekte reichen von nachhaltigem Tourismus über die Verbesserung der Wanderinfrastruktur bis hin zu Maßnahmen im Klima- und Ressourcenschutz sowie der Umweltbildung.
Zu den Projekten
Seit 2021 wurden bereits 74 Projekte zur nachhaltigen Entwicklung im Thüringer Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön durch das Thüringer Umweltministerium bewilligt. Das Gesamtfördervolumen seit 2021 beläuft sich auf rund 2,3 Mio. Euro.
Neben den Themen nachhaltiger Tourismus, Aufwertung Wanderwegeinfrastruktur, Ressourcen- und Klimaschutz stehen vor allem auch Projekte mit Schwerpunkt Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung im Vordergrund bzw. werden thematisch verknüpft.
Weitere Informationen gibt es unter: www.biosphaerenreservat-rhoen.de.



