Kommt es in Stadtlengsfeld zur Abwahl des Ortsteilbürgermeisters?

Gastbeitrag von Rüdiger Christ

In Stadtlengsfeld könnten die Bürgerinnen und Bürger möglicherweise über die Abwahl des Ortsteilbürgermeisters entscheiden. Dem Rhönkanal liegt eine Kopie eines Schreibens der Gemeindeverwaltung Dermbach vom 23. Juni 2026 vor.

Adressiert ist das Schreiben an Ralf Trautvetter, Mitglied des Dermbacher Gemeinderates und ehemaliges Mitglied des Stadtlengsfelder Ortsteilrates.

Darin wird dessen Antrag auf Zulassung eines Bürgerbegehrens zur Abwahl des Stadtlengsfelder Ortsteilbürgermeisters behandelt.

Die Gemeindeverwaltung erläutert dabei die gesetzlichen Voraussetzungen und verweist auf die entsprechenden Bestimmungen der Thüringer Kommunalordnung.

Bereits im Mai Rücktritt gefordert

Bereits am 16. Mai 2026 hatte der Rhönkanal über einen Leserbrief ehemaliger Stadtlengsfelder Ortsteilräte berichtet (hier lesen). Darin forderten unter anderem Ralf Trautvetter und weitere Unterzeichner den Rücktritt von Ortsteilbürgermeister Andreas Kuropka.

In dem Schreiben wurden unter anderem ein erheblicher Vertrauensverlust, Streitigkeiten innerhalb des Ortsteilrates sowie zahlreiche Vorwürfe im Zusammenhang mit der Amtsführung erhoben.

Kritisiert wurden unter anderem angebliche Alleingänge, fehlende Transparenz, die Nichtumsetzung von Beschlüssen sowie wiederholte Falschinformationen gegenüber dem Ortsteilrat und der Öffentlichkeit.

Auch die Rücktritte mehrerer Ortsteilratsmitglieder sowie Diskussionen um Weihnachtsmarkthütten, ein Spielgerät, abgesagte Sitzungstermine, den Umgang mit finanziellen Mitteln und Wahlversprechen wurden thematisiert.

Der Rhönkanal hatte den Leserbrief damals im Wortlaut veröffentlicht und darauf hingewiesen, dass es sich bei den darin erhobenen Vorwürfen um die Sichtweise der Verfasser handelt.

Ortsteilbürgermeister äußert sich

Auf Anfrage des Rhönkanals hat sich Ortsteilbürgermeister Andreas Kuropka zu den aktuellen Abwahlbestrebungen geäußert:

„Rein formal haben die Herren Ralf Trautvetter und Michael Deisenroth die Möglichkeit, ein Bürgerbegehren anzustrengen. Ich sehe dem gelassen entgegen.

Darüber hinaus möchte ich auf den von mir aufgebauten WhatApp- Kanal von Stadtlengsfeld mit zwischenzeitlich über eintausend Abonnenten und einer aktiven Beteiligung hinweisen.

Ich denke, beides ist ein guter Indikator für die Stimmung im Ort. Ich gebe unumwunden zu, dass die letzten zwei Jahre nicht alles perfekt liefen, dennoch wurde viel Positives bewegt.

Ich war auch derjenige Ortsteilbürgermeister, der mit Abstand die meisten Ortsteilratssitzungen abgehalten hat. Vergleicht man dabei die Zuständigkeiten des Ortsteilrates entsprechend der Hauptsatzung mit den von mir behandelten Themen, so kann mir keiner vorwerfen, dass ich nicht versucht hätte, jeden aktiv einzubinden und mitzunehmen.

Dies ist ein Zeichen des großen Vertrauens in die Mitglieder des Ortsteilrates. Die Wählerinnen und Wähler haben mich zu ihrem Ortsteilbürgermeister und Gemeinderat bis zur nächsten Kommunalwahl im Jahr 2029 gewählt.

Dieses Mandat möchte ich erfüllen und habe noch viele Vorhaben, die ich gemeinsam mit Einwohnerinnen und Einwohnern, denen das Wohl der Gemeinschaft und des Ortsteils am Herzen liegt, voranbringen möchte.

Ich wiederhole mein Gesprächsangebot an die Herren Trautvetter und Deisenroth, im Interesse unseres Ortsteils den Streit beizulegen, die Themen aufzuarbeiten und künftig gemeinsam für das Wohl aller zu arbeiten.“

Rhönkanal berichtet weiter

Ob es tatsächlich zu einem Bürgerbegehren und in der Folge zu einem Bürgerentscheid über eine mögliche Abwahl des Ortsteilbürgermeisters kommt, bleibt abzuwarten.

Der Rhönkanal wird die weitere Entwicklung im Blick behalten und aktuell darüber berichten.