Engagement für Artenvielfalt – Gemeinsame Aktionen zum Pflegezonentag

Gastbeitrag von Lea Hohmann

Mit anpacken, entdecken und verstehen: Der länderübergreifende Pflegezonentag im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön vor wenigen Tagen hat eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig Naturschutz sein kann.

Ob auf artenreichen Wiesen oder an sensiblen Wasserlebensräumen – zahlreiche Engagierte beteiligten sich in Hessen und Thüringen an Mitmachaktionen und setzten ein starkes Zeichen für den Erhalt der Rhöner Kulturlandschaft.

Auch wenn die geplante Veranstaltung in Bayern leider entfallen musste, wurde andernorts umso tatkräftiger gearbeitet, geforscht und vermittelt. Dabei wurde einmal mehr deutlich: Der Schutz der biologischen Vielfalt lebt vom gemeinsamen Engagement vor Ort.

Pflegezonen spielen dabei eine zentrale Rolle im Biosphärenreservat: Sie umgeben die streng geschützten Kernzonen und verbinden nachhaltige Nutzung mit aktiver Landschaftspflege und Umweltbildung. Hier wird sichtbar, wie Mensch und Natur im Einklang zusammenwirken können.

Hessen: Wasserwelten beim Hessentag entdecken

In Hessen wurde der Pflegezonentag mitten im bunten Treiben des Hessentags in Fulda erlebbar. Im Bereich „Natur auf der Spur“ tauchten Besucherinnen und Besucher in die faszinierenden Wasserwelten der Rhön ein – zwischen Quellen, Bächen und verborgenem Leben.

An interaktiven Stationen wurde anschaulich vermittelt, warum die Rhön als „Land der offenen Fernen“ auch eine Landschaft der Quellen ist – und weshalb sauberes Wasser die Grundlage für eine vielfältige Natur bildet.

Ein besonderer Moment: der Blick durchs Mikroskop auf die nur wenige Millimeter große Rhönquellschnecke. Kaum sichtbar, aber von großer Bedeutung, steht sie für die Empfindlichkeit und den Wert intakter Quellbereiche.

„Die Rhön ist eine Landschaft der Quellen – und jede einzelne ist ein wertvoller Lebensraum“, betonte Stefan Zanker. „Gerade Arten wie die Rhönquellschnecke zeigen uns, wie wichtig es ist, diese sensiblen Bereiche zu schützen und behutsam zu bewirtschaften.“

So wurde für Groß und Klein greifbar, wie viel Leben in einem Tropfen Wasser stecken kann – und wie wichtig es ist, diese besonderen Lebensräume auch in Zukunft zu bewahren.

Thüringen: Gemeinsam anpacken am Katzenstein

In der Thüringer Rhön stand tatkräftiger Naturschutz im Mittelpunkt. Am Katzenstein bei Dermbach trafen sich neun engagierte Helferinnen und Helfer – darunter externe Teilnehmende, der Bewirtschafter der Fläche sowie Mitarbeitende der Biosphärenverwaltung und des Landschaftspflegeverbands Thüringer Rhön e. V..

Nach einer kurzen Einführung in die Bedeutung der Pflegezonen und das ENL-Projekt „Lupine II“ ging es direkt hinaus auf die Wiese.

Bei sommerlichen Temperaturen wurde rund zwei Stunden lang gearbeitet: Gebietsfremde und für die heimische Artenvielfalt gefährliche Lupinen wurden mit speziellen Werkzeugen mitsamt der Wurzel ausgestochen – eine anspruchsvolle, aber wirkungsvolle Maßnahme.

Der gemeinsame Einsatz zahlte sich aus: Die Fläche konnte vollständig von den vorwiegend blauen, aber auch weißen und rosafarbenen Lupinen befreit werden. Insgesamt wurden rund 0,46 Tonnen Pflanzenmaterial gesammelt, abtransportiert und fachgerecht entsorgt.

Die Aktion machte eindrucksvoll deutlich, was gemeinsames Engagement bewirken kann – und wie wichtig kontinuierliche Pflege ist, um wertvolle Lebensräume zu sichern und heimische Arten zu stärken.

Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Der länderübergreifende Pflegezonentag ist Teil einer Reihe von Aktionstagen im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön.

Er steht beispielhaft für das partnerschaftliche Zusammenspiel von Verwaltung, Verbänden, Bewirtschafterinnen und Bewirtschaftern sowie engagierten Bürgerinnen und Bürgern.

Wer die Rhön nicht nur erleben, sondern aktiv mitgestalten möchte, findet auch künftig zahlreiche Gelegenheiten bei Veranstaltungen und Mitmachaktionen im gesamten Biosphärenreservat.