Mitteilung des Bistums Fulda
Besuch aus Mosambik im Generalvikariat Fulda: Jesuitenmissionar Pater Heribert „Fernando" Müller SJ hat Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez, den Bischofsvikar für die Weltkirche im Bistum Fulda, über die Situation in seiner Diözese informiert.
Der 65-Jährige ist gebürtig aus Eichenzell-Rothemann und war vor seinem Wirken in Mosambik viele Jahre in Simbabwe tätig. Noch bis zum 7. Juli ist er in der alten Heimat, die seine missionarische Arbeit durch Spenden und Aktionen unterstützt.
Weil im Bistum Fulda Kirchen profaniert werden, Kelche und Monstranzen aber weiterhin im Gottesdienst gebraucht werden, finden diese sakralen Gegenstände nun in Pater Müllers Gemeinden in Mosambik Verwendung.
Der Gast dankte dem Weihbischof dafür ausdrücklich, das kirchliche Leben in Angonia im Nordwesten von Mosambik werde dadurch bereichert.
Missionarische Motivation
Müller ist nach Worten von Weihbischof Diez inzwischen der letzte Missionar, der für die Weltkirche im Bistum Fulda im aktiven Einsatz ist. „Fernando" leitet sich von seinem Zweitnamen Ferdinand ab. „Heribert" sei für die Afrikaner schwer auszusprechen.
Seine missionarische Motivation begründet der 65-Jährige damit, die Menschen darin zu bestärken, ihren eigenen Wert (wieder) zu erkennen.
„Und ich möchte meine eigenen Erfahrungen ganz im Sinne des Evangeliums weitergeben. Denn das Wichtigste ist der Glaube der Menschen.“
Aussendung als Auftrag
Im Gespräch mit Weihbischof Diez und Steffen Jahn, Leiter des Dezernates Weltkirche, erinnert sich Pater „Fernando" an die Situation im Jahr 1987, als ihn der Provinzial seines Ordens anrief und fragte, ob er bereit sei, „außerhalb der Bundesrepublik mit Jugendlichen zu arbeiten”.
Eine solche Aussendung sei als Auftrag zu verstehen, betont der 65-Jährige, dessen erstes Ziel damals Simbabwe war.
Dort leitete er nach seiner Priesterweihe 1992 die große Makumbi-Mission nordöstlich von Harare, zu der Schulen, ein Internat und ein Waisen-Kinderdorf gehörten.
Bildungsprojekt in Mosambik
In Mosambik hatte er 2014 zunächst die Leitung der neu gegründeten Jesuitenschule ESIL (Escola Secundária Inácio de Loyola) im fruchtbaren Hochland von Angonien übernommen.
Unter seiner Führung wurde das Bildungsprojekt zu einem Hoffnungsträger in einer armen Region.
Nach dem erfolgreichen Aufbau der ESIL-Schule kehrte er Anfang 2025 in die direkte Gemeindearbeit in entlegenen ländlichen Regionen zurück. Die Pfarrei im nordwestlichen Mosambik ist in vier Filialgemeinden unterteilt.
Insgesamt gibt es in der Diözese 72 Gemeinden. Pater Müller berichtet von einem lebendigen Miteinander, das ihm hilft, den Menschen verbunden zu sein und an sozialen Brennpunkten wirken zu können.
Dazu gehören die Renovierung von Kirchen, die Ausbildung von Katechisten und die Unterstützung von Waisenhäusern und Krankenstationen.
Viele Gläubige
Viele Kirchen und Kapellen sind zu klein für die zahlreichen Gläubigen bei Gottesdiensten, sodass viele von draußen folgen. In Mosambik werde alles ruhiger betrachtet, sagt der Jesuitenmissionar. „Dort gibt es mehr Zeit."
Sehr nachdenklich wird der Jesuit, wenn er über den gewaltsamen Tod des katholischen Bischofs Osório Citora Afonso in Mosambik spricht. Dieses Verbrechen sei ein Schock und ein „Schuss in das Herz der Kirche von Mosambik" gewesen.
Über die Hintergründe könne nur spekuliert werden, die Menschen aber wollten Aufklärung. Bischof Afonso hatte sowohl politische als auch wirtschaftliche Machtstrukturen im Land kritisiert, darunter Korruption.



