Gastbeitrag von Julia Otto
Erstmals haben die Katholische Pfarrei St. Familia im Felda- und Werratal und die Ev. Kirchengemeinde Dermbach und Empfertshausen gemeinsam ökumenische Religiöse Kindertage als Ferienangebot veranstaltet.
Vom 6. bis 8. Juli kamen in Zella 26 Kinder der ersten bis vierten Klasse zusammen. Unter dem Motto „Abenteuer Bibel – mehr als nur Geschichten“ erlebten sie drei Tage voller Glauben, Gemeinschaft, Kreativität und Bewegung.
Die Kinder kamen aus Tann, Dermbach, Neidhartshausen, Brunnhartshausen, Andenhausen und Zella. Auch ein Mädchen aus der Nähe von Frankfurt, das seine Ferien bei den Großeltern verbringt, nahm an dem Angebot teil.
Begleitet wurde die Freizeit von der Gemeindereferentin Heike Rasche, der pastoralen Mitarbeiterin Stefanie Gärtner und Gemeindepädagogin Ellen Schmuck.
Der erste Tag stand unter dem Thema „Du bist ein Schatz Gottes – Er kennt dich ganz genau!“. Den Einstieg bildete eine Schatzkiste mit einem Spiegel.
Als die Kinder hineinschauten, entdeckten sie ihr eigenes Spiegelbild – ein anschauliches Symbol für die Botschaft des Tages: Jeder Mensch ist in Gottes Augen einzigartig und wertvoll.
Anschließend erzählte Gemeindereferentin Heike Rasche mit einem Kamishibai, einem japanischen Erzähltheater mit Bildkarten, das Gleichnis vom verlorenen Schaf.
In fünf Workshops vertieften die Kinder das Tagesthema auf kreative und spielerische Weise: Sie gestalteten eigene Schatzkisten, setzten sich mit dem Bild des guten Hirten auseinander, zeichneten ihre Umrisse mit Straßenkreide und erlebten bei einer Aktion mit dem Schwungtuch die Zusage aus Psalm 139: „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“
So wurde die biblische Botschaft für die Kinder unmittelbar erfahrbar.
Am zweiten Tag rückte das Thema „Ich bin ein Schatz – du bist ein Schatz. Jeder ist wichtig in Gottes Welt“ in den Mittelpunkt.
Gemeindepädagogin Ellen Schmuck erzählte die Geschichte der Kiwi, die wegen ihres unscheinbaren Äußeren zunächst von den anderen Früchten ausgegrenzt wird. Erst später erkennen diese, dass jede Frucht ihre eigenen Besonderheiten besitzt.
Die Geschichte machte deutlich, dass niemand nach seinem Äußeren beurteilt werden sollte und Vielfalt eine Gemeinschaft bereichert. Die Erzählung verband Ellen Schmuck mit dem Bild des Apostels Paulus vom „einen Leib und den vielen Gliedern“ aus dem ersten Korintherbrief.
Wie die einzelnen Körperteile unterschiedliche Aufgaben übernehmen und dennoch untrennbar zusammengehören, so ist auch jeder Mensch mit seinen Fähigkeiten wichtig für die Gemeinschaft.
In der anschließenden Gesprächsrunde setzten sich die Kinder mit der Botschaft der Geschichte auseinander und formulierten eigene Gedanken dazu.
„Wenn jemand anders ist, kann ich trotzdem mit ihm befreundet sein“, sagte ein Mädchen. Ein Junge meinte schmunzelnd: „Es spielt keine Rolle, ob man aus Spanien oder Bananien kommt.“
Ellen Schmuck ergänzte: „Oder aus Zella, Dermbach oder einem anderen Ort – jeder gehört dazu.“
Anschließend wurde das Bewegungsspiel „Obstsalat“ gespielt, bei dem die Kinder verschiedene Obstsorten zugeordnet bekamen und durch das Wechseln der Plätze miteinander in Bewegung kamen.
Das Spiel griff die Botschaft des Tages auf: Jede einzelne Frucht ist anders und besonders – erst gemeinsam entsteht ein bunter „Obstsalat“. Anschließend durchliefen die Kinder in Kleingruppen sechs Erlebnisstationen.
Dort gestalteten sie Fensterbilder passend zur Kiwi-Erzählgeschichte, absolvierten Vertrauens- und Wahrnehmungsspiele, ertasteten Gegenstände, suchten einen versteckten Wecker nur mit ihrem Gehör und tauschten sich über ihre persönlichen Stärken und Begabungen aus.
Alle Angebote machten auf spielerische Weise deutlich, dass jeder Mensch einzigartige Gaben besitzt und diese für das Miteinander wichtig sind.
Zum Abschluss kamen die Kinder gemeinsam zum Schwungtuch zusammen: Jeder von uns ist einzigartig und wie ein Schatz – eine Erkenntnis, die sie am ersten Tag erarbeitet hatten. Doch erst gemeinsam entsteht eine bunte Gemeinschaft, in der alle dazugehören, miteinander Spaß haben und vieles schaffen können.
Der dritte Tag führte die Gruppe hinaus in die Natur. Gemeinsam wanderten die Kinder vom Gemeindehaus in Zella zum katholischen Pfarrgarten nach Dermbach.
Unterwegs erkundeten sie bei verschiedenen Such- und Mitmachaufgaben Gottes Schöpfung und entdeckten die Natur mit allen Sinnen. Im Pfarrgarten gestaltete jedes Kind aus den unterwegs gesammelten Naturmaterialien ein eigenes Mandala.
Dort begrüßte der katholische Pfarrer Ulrich Pasenow die Gruppe und aß gemeinsam mit den Kindern zu Mittag. Damit endeten die Religiösen Kindertage.
Mit den erstmals ökumenisch veranstalteten Religiösen Kindertagen haben die katholische Pfarrei St. Familia und die Evangelische Kirchengemeinde Dermbach und Empfertshausen ein bewährtes Ferienangebot gemeinsam weiterentwickelt.
Die drei Tage zeigten, wie Kinder unterschiedlicher Herkunft und Konfession miteinander Glauben entdecken, Gemeinschaft erleben und erfahren können, dass jeder Mensch in Gottes Augen wertvoll ist.
Die Verantwortlichen blicken auf die ersten ökumenischen Kindertage positiv zurück und möchten das Angebot in den Sommerferien 2027 fortsetzen.
















