Rasdorfer warum zu Besuch – Partnerschaftliche Kirmes in Nimmesch

Gastbeitrag von Winfried Möller

Bei einem Besuch von Bürgerinnen und Bürger aus der Point-Alpha Gemeinde Rasdorf in der Partnergemeinde Nimmesch/ Himesháza in Südungarn gab es drei Schwerpunkte die Feier einer gemeinsamen Kirmes, der Besuch in dem ungarndeutschen Dorf Feked und das 2. Stiffoller Treffen.

Mit der Gründung der Partnerschaft im Jahre 1989 in Rasdorf und im Jahr 1990 in Nimmesch/ Himesháza haben der Heimat- und Kulturverein Rasdorf, Vorsitzender Karl Hohmann, sowie die Point-Alpha Gemeinde, Bürgermeister Jürgen Hahn und der Verein Völkerfreundschaft Nimmesch/ Himesháza, Vorsitzende Szilvia Göndöcs-Acél, eine Verbindung geschaffen, die durch wechselseitige, regelmäßige Besuche in der Branya/ Braunau und im Hessischen Kegelspiel lebt.

Sechsunddreißig Personen, darunter 13 Kirmesmädchen und -burschen aus Rasdorf, alle in Gastfamilien untergebracht, erlebten was Vorfahren vor 300 Jahren aus dem Hochstift Fulda mit in die neue Heimat genommen hatten und heute noch pflegen.

In der deutschen Sprache der Stiffoller finden sich ebenso Begriffe wieder wie in den Namen, die Orten wie Rasdorf zugeordnet werden können. Zur Vielfalt und Kultur gehört auch die Feier der Kirmes mit dem Tanz unter dem Kirmesbaum.

Die Nimmescher und Rasdorfer Kirmesburschen und -mädchen hatten am Tag der Ankunft den Kirmesbaum geschmückt und aufgestellt. Höhepunkt war dann am übernächsten Tag der Umzug durch das Dorf und der Kirmestanz, bei dem Polka und Walzer präsentiert wurden.

Am gleichen Tag vormittags hatten die Rasdorfer und Nimmescher Jugendlichen bei der Herstellung des bei einem solchen Fest traditionellen Strudel geholfen.

Ein hauchdünner Teig, bestreut mit Mohn, Schmand, Kirschen oder geriebenen Apfel wird gerollt, gebacken und unter die Gäste gebracht.

Auf dem Programm stand auch Kultur. So besuchten die Erwachsenen Feked und erfuhren, wie die Stiffoller aus dem heute südlichen Landkreis Fulda, das zu Beginn des 18. Jahrhunderts verwüstete Land, das im Profil ihrer alten Heimat zwischen Vogelsberg und Rhön glich, urbar machten.

Die Jugendlichen entdeckten die Hauptstadt der Baranya Pécs, zu deutsch Fünfkirchen. Da rund um Nimmesch Wein produziert wird durfte ein Besuch verschiedener Presshäuser mit in die Erde getriebenen Weinkellern und Verkostung nicht fehlen.

Ein weiterer Höhepunkt war das 2. Stiffoller Treffen. In ihrer Einführung betonte die Nimmescherin Henriette Hohmann, dass die Veranstaltung ein Treffen der Nachkommen ungarndeutscher Familien sei, die aus der Umgebung der Abtei Fulda stammten.

So präsentierten die Kulturgruppen in Musik, Tänzen, Gesang und Mundart die Vielfalt der Kultur und Tradition. Dies sei der Kompass, um das kostbare Erbe lebendig zu halten und mit Stolz an die kommende Generation weiterzugeben, betonte Szilvia Göndöcs-Acél, Vorsitzende des Vereinsvölkerfreundschaft.

Mit dem Besuch der Rasdorfer schließe sich ein Kreis den man als Brücke der Freundschaft bezeichnen könne.

In Deutsch und Ungarisch begrüßte Bürgermeister Péter Pataki die zahlreichen Gäste aus unterschiedlichen ungarndeutschen Gemeinden und besonders die Rasdorfer, Setzelbacher und Grüsselbacher. Letzteren dankte er, dass sie durch ihren Besuch 300 Jahre überbrückten.

Für ihr herausragendes Engagement bei der Pflege von Stiffoller Brauchtum und Partnerschaft habe er Anikó Kramm-Mezei die Ehrenbürgerwürde verliehen.

Rasdorfs Bürgermeister Jürgen Hahn zeigte sich erfreut, dass es seit der Gründung der Partnerschaft gelungen sei, eine regelmäßige Verbindung, trotz der Entfernung von ca. 1140 Kilometern, durch wechselseitige Besuche aufrecht zu erhalten.

Es seien sogar Freundschaften zwischen den Rasdorfern und Nimmeschern entstanden, die unabhängig von den Partnerschaftsbesuchen in unterschiedlicher Weise, wie beispielsweise Teilnahme an Hochzeiten oder gemeinsamem Urlaub gepflegt würden.

Eine für die Zukunft anstehende Aufgabe sei, die Feier des 40-jährige Jubiläums der Partnerschaft zu planen.