Tuberkulose-Verdacht in Zillbach: Veterinärbehörde bittet um Aufmerksamkeit

Gastbeitrag von Christin Grobe

Der Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelüberwachung des Landratsamtes Schmalkalden-Meiningen informiert darüber, dass bei einem Wildschwein, das in Zillbach erlegt wurde, der Verdacht auf Tuberkulose besteht.

Der zuständige Jagdpächter hatte auffällige Merkmale bei der Lunge des Tieres festgestellt, nachdem er es aufgebrochen hatte. Daraufhin wurde das Tier durch den amtstierärztlichen Bereitschaftsdienst entgegengenommen und ins Landeslabor nach Bad Langensalza verbracht.

Von dort folgte am Mittwoch der Befund, dass „Mycobakterium tuberculosis-Komplex spezifische Genomsequenzen nachgewiesen wurden“. Das Untersuchungsmaterial wird derzeit durch das Nationale Referenzlabor untersucht. Hier wird das Probenmaterial erneut untersucht und der Befund vermutlich bestätigt.

„Wir müssen damit rechnen, dass der Erreger der Tuberkulose auch in Teilen unseres Landkreises vorhanden ist“, erläutert Dr. David Sporn, Amtstierarzt und Fachdienstleiter.

„Zumindest einzelne Wildtiere scheinen den Erreger in sich zu tragen.“ Derzeit besteht ein Monitoringprogramm für Wildtiere im Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Alles Raubwild und alles andere Wild, das bedenkliche Merkmale aufweist, muss einer Untersuchung zugeführt werden.

„Der Fund in Zillbach ist bislang der erste, der deutlich innerhalb unseres Landkreises liegt“, so Dr. Sporn. Das Monitoring war im April dieses Jahres gestartet worden, nachdem im Wartburgkreis in zwei Rinderhaltungsbetrieben die Tuberkulose ausgebrochen war und bei Wildtieren im Nachbarkreis ebenfalls Nachweise dieser Krankheit geführt wurden.

Die Veterinärbehörde des Landkreises Schmalkalden-Meiningen rät daher allen Jägerinnen und Jägern, insbesondere in der Nähe von Zillbach:

Bitte lassen Sie auffällige Stücke stets untersuchen und nehmen Sie in diesem Fall Kontakt zum Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelüberwachung auf.

Beachten Sie gute Hygiene: Nach Kontakt mit auffälligen Stücken müssen alle Flächen und Gegenstände gereinigt und desinfiziert werden, Kleidung ist bei mindestens 60°C zu waschen.

Beachten Sie, dass auch der Mensch an Tuberkulose erkranken kann. Nutzen Sie beim Aufbruch von Wild stets Einmalhandschuhe und beachten Sie die Grundsätze einer guten Eigenhygiene.

Die Veterinärbehörde informiert Landwirtinnen und Landwirten rund um die Gemarkung Zillbach:

Der Erreger der Tuberkulose scheint in der Wildtierpopulation vorhanden zu sein. Beachten Sie, dass Nutz- und Weidetiere sich anstecken können. Eine Tuberkulose beim Nutztier wäre bekämpfungspflichtig.

Versuchen Sie deshalb, enge Kontakte zwischen Wild- und Nutztieren zu vermeiden. Nutzen Sie Weiden abseits von Schwarzwildeinständen, achten Sie auf gute Zäune und Koppeln.

Beobachten Sie Ihren Tierbestand. Sollten Sie Auffälligkeiten bemerken (z.B. Abgeschlagenheit, Lungenprobleme o.ä.), informieren Sie bitte Ihren Hoftierarzt.

Der aktuelle Fund zeigt aus Sicht der Veterinärbehörde, dass die Einrichtung des Wildtier-Monitoringprogramms richtig und notwendig war.

„Wir müssen aufmerksam sein und genau hinschauen, ob nun noch weitere Verdachtsfälle folgen“, so Dr. Sporn. Waldspaziergänger müssen sich übrigens keine Sorgen machen: Eine Ansteckung des Menschen wäre nur bei einem sehr engen Kontakt mit einem Wildtier möglich.

Und auch die Freunde von Wildfleisch können unbesorgt sein: Durch die erneute Schulung aller Jäger und durch das Monitoringprogramm können sich Verbraucher sicher sein, dass nur unbedenkliches Wildbret auf ihren Tellern landet.

Dennoch gilt – wie schon immer – die dringende Empfehlung, dass Wildfleisch nur gut durcherhitzt verzehrt werden sollte.

Die Veterinärbehörde steht für Fragen jederzeit zur Verfügung. Die Amtstierärzte können über die Telefonnummer 03693/485-8139 erreicht werden. In Notfällen außerhalb der Geschäftszeiten besteht eine amtstierärztliche Rufbereitschaft, zu erreichen über die Leitstelle: 03693/886000.