Freundschaft über Grenzen hinweg – Delegation aus der Rhön zu Gast in Frankreich

Gastbeitrag von Erik Thürmer

Mit vielen neuen Eindrücken, herzlichen Begegnungen und erneut vertieften Freundschaften kehrte die deutsche Delegation aus Kaltenwestheim, Mittelsdorf und der Stadt Kaltennordheim vom deutsch-französisch-slowakischen Partnerschaftstreffen in Frankreich zurück.

Gemeinsam mit den Freunden aus der Slowakei verbrachten die Teilnehmer abwechslungsreiche Tage in den französischen Partnergemeinden Vignols, Saint-Solve und Lascaux und erlebten ein Programm, das Kultur, Geschichte, regionale Traditionen und persönliche Begegnungen auf besondere Weise miteinander verband.

Bereits am Donnerstagnachmittag erreichte die deutsche Delegation auf ihrem Weg in die französische Partnerregion die Stadt Dijon, wo eine Zwischenübernachtung eingelegt wurde. Schon die ersten Eindrücke der Hauptstadt Burgunds begeisterten die Reiseteilnehmer.

Die prachtvolle Architektur und die hervorragend erhaltene Altstadt zeugen bis heute von der großen Bedeutung Dijons als Residenzstadt der Herzöge von Burgund, deren Reich im Mittelalter zu den mächtigsten und wohlhabendsten Europas zählte.

Für die Besichtigung hatte Sophie Goffa, die vielen Kaltenwestheimern und Kaltennordheimern noch aus ihrer Zeit als Austauschschülerin in der Rhön in bester Erinnerung ist, eigens persönliche Stadtführer mit zahlreichen Empfehlungen vorbereitet.

Aufgrund ihrer Prüfungsphase an der Universität des Saarlandes konnte sie die Delegation zwar nicht persönlich begleiten, sorgte mit ihren individuell zusammengestellten Informationen jedoch dafür, dass die Teilnehmer die Stadt in kleinen Gruppen auf eigene Faust erkunden konnten.

Besonders beeindruckten die zahlreichen historischen Prachtbauten, die weitläufigen Plätze und die liebevoll restaurierte Altstadt. Auch kulinarisch bot Dijon zahlreiche Entdeckungen.

Viele Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, den weltberühmten Dijon-Senf in den traditionsreichen Senfgeschäften zu verkosten und als typisch burgundisches Mitbringsel zu erwerben.

Den gelungenen Auftakt der Reise rundete ein gemeinsames Abendessen mit regionalen Spezialitäten ab. Auf der Speisekarte standen unter anderem pochierte Eier nach burgundischer Art, Gänseleberpastete sowie das berühmte Bresse-Hähnchen.

Als süßer Abschluss wurde eine klassische Crème brûlée mit ihrer knusprig karamellisierten Zuckerkruste serviert. In den Abendstunden zeigte sich Dijon schließlich von einer ganz besonderen Seite: Zahlreiche historische Gebäude und Plätze waren stimmungsvoll beleuchtet und in ein eindrucksvolles Farbenmeer aus Licht getaucht.

Am Freitag setzte die Reisegruppe ihre Fahrt in Richtung der Partnergemeinden fort. Unterwegs wurde ein Zwischenstopp in Montluçon eingelegt.

Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, die sehenswerte Innenstadt mit ihren historischen Gassen und Plätzen zu erkunden und bei sommerlichen Temperaturen in einem Straßencafé oder bei einem erfrischenden Getränk das französische Lebensgefühl zu genießen.

Am späten Nachmittag erreichte die Delegation schließlich die Partnergemeinden. Gemeinsam mit den inzwischen ebenfalls eingetroffenen slowakischen Freunden wurden die Gäste im Festsaal von Saint-Solve herzlich willkommen geheißen.

Bei kleinen Snacks und Getränken bot sich ausreichend Gelegenheit für die ersten Gespräche und das Wiedersehen langjähriger Freunde. Für den kulturellen Rahmen sorgte eine regionale Folklore-Tanzgruppe, die mit traditionellen Tänzen und farbenfrohen Trachten die Gäste begeisterte.

Den Abend verbrachten alle Teilnehmer anschließend in ihren Gastfamilien, die ihre Freunde mit großer Herzlichkeit und einem gemeinsamen Abendessen empfingen.

Der Samstag führte die Teilnehmer nach Terrasson. Dort standen zunächst die „Jardins de l’Imaginaire“ – die Fantasiegärten – auf dem Programm.

Die außergewöhnliche Gartenanlage verbindet Landschaftsarchitektur, Kunst und Natur und zeigt unterschiedlichste Gartenbilder. Besonders die Wassergärten boten bei den sommerlichen Temperaturen eine willkommene Erfrischung und waren vor allem bei den jüngeren Teilnehmern sehr beliebt.

Beim gemeinsamen Mittagessen wurden regionale Spezialitäten wie Entenkeule und Schokoladenmousse serviert. Am Nachmittag folgte eine Bootsfahrt, die einen ganz neuen Blick auf Terrasson von der Wasserseite aus ermöglichte.

Überschattet wurde der Tag jedoch von den Auswirkungen des verheerenden Waldbrandes im Raum Bordeaux.

Obwohl sich das Brandgebiet mehr als 200 Kilometer entfernt befand, lag aufgrund der Wetterlage eine deutlich sicht- und riechbare Rauchfahne über der gesamten Region und machte das Ausmaß der Naturkatastrophe eindrucksvoll spürbar.

Am Abend stand ein Chorkonzert in der Kirche von Vignols auf dem Programm. Mit einer gelungenen Mischung aus klassischen und modernen Liedern begeisterten die Sängerinnen und Sänger das Publikum.

Anschließend trafen sich alle Teilnehmer im Festsaal von Vignols, wo Spanferkel vom Grill sowie zahlreiche weitere regionale Spezialitäten serviert wurden. In geselliger Atmosphäre klang der Abend aus.

Der Sonntag gehörte ganz den Gastfamilien. Jede Familie hatte ein individuelles Programm vorbereitet und zeigte ihren Gästen ihre persönlichen Lieblingsorte der Region.

Dadurch konnten die Interessen aller Generationen berücksichtigt werden. Einige besichtigten historische Sehenswürdigkeiten oder einen Schiefersteinbruch, andere unternahmen eine Draisinenfahrt oder erkundeten die reizvolle Landschaft des Périgord.

Am Abend kamen alle Teilnehmer zum offiziellen Festabend zusammen. Nach der Begrüßung tauschten die Bürgermeister der drei französischen Partnergemeinden Vignols, Saint-Solve und Lascaux, der slowakischen Gemeinde Klátova Nová Ves sowie des Ortsteils Kaltenwestheim und der Stadt Kaltennordheim Gastgeschenke aus.

Da seit dem Partnerschaftstreffen im vergangenen Jahr in Kaltenwestheim in Frankreich Kommunalwahlen stattgefunden hatten, bot der Festabend zugleich den feierlichen Rahmen, um die neu gewählten Bürgermeister der drei französischen Gemeinden offiziell vorzustellen.

In ihren Grußworten betonten sie ebenso wie die Vertreter aus Deutschland und der Slowakei die große Bedeutung der langjährigen Partnerschaft und die Verantwortung, diese Freundschaft auch künftig mit Leben zu erfüllen.

Ein festliches Menü mit Jakobsmuscheln, Kalbsbraten und einer Auswahl exquisiter Dessertkreationen bildete den kulinarischen Höhepunkt des Abends. Anschließend sorgte Tanzmusik dafür, dass bis in die Nacht gemeinsam gefeiert wurde.

Der Montag stand ganz im Zeichen des Apfels – einer der wichtigsten landwirtschaftlichen Kulturen der Region. Zunächst besuchte die Delegation eine moderne Obstplantage und erhielt einen praxisnahen Einblick in den Apfelanbau. Die Gastgeber beantworteten zahlreiche Fragen rund um Sorten, Pflege, Ernte und Vermarktung.

Anschließend führte der Weg zur Genossenschaft Cooplim, wo die Teilnehmer den weiteren Weg der Äpfel von der Anlieferung über die Kühlung und Lagerung bis hin zur Sortierung und Verpackung verfolgen konnten. Selbstverständlich durfte dabei auch eine Verkostung des regionalen Apfelweins nicht fehlen.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen schloss sich ein Workshop unter dem Motto „Geschichte verpflichtet – Demokratie verbindet“ an. Im Mittelpunkt standen der Austausch über die historische Verantwortung Europas, die Bedeutung demokratischer Werte sowie die Rolle kommunaler Partnerschaften für ein friedliches und geeintes Europa.

Die Teilnehmer aus Frankreich, Deutschland und der Slowakei nutzten die Gelegenheit, ihre Erfahrungen auszutauschen und die Freundschaft zwischen den Partnergemeinden weiter zu vertiefen.

Den Nachmittag verbrachten die Gäste noch einmal mit ihren Gastfamilien, bevor am Abend alle Teilnehmer zu einem gemeinsamen Abschiedsessen zusammenkamen.

Bei vielen herzlichen Gesprächen, einem letzten gemeinsamen Umtrunk und zahlreichen Umarmungen fiel der Abschied entsprechend emotional aus.

Nachdem der Reisebus beladen war, trat die Delegation mit vielen schönen Erinnerungen und dem festen Vorsatz, die gelebte Freundschaft auch in Zukunft weiter zu pflegen, die Heimreise in die Rhön an.

Das diesjährige Partnerschaftstreffen machte einmal mehr deutlich, dass die seit vielen Jahren gewachsene Verbindung zwischen den Menschen in Frankreich, Deutschland und der Slowakei weit mehr ist als eine formelle Städtepartnerschaft.

Sie lebt von persönlichen Begegnungen, gegenseitigem Interesse und dem gemeinsamen Willen, Kultur, Geschichte und Freundschaft über Grenzen hinweg zu bewahren. Ganz im Sinne des Mottos des Treffens: „Geschichte verpflichtet – Demokratie verbindet.“