Friedenskirche droht die Betriebsunfähigkeit – 50.000 Euro Spenden dringend benötigt

Gastbeitrag von Julia Otto

Die Friedenskirche ist mehr als ein historisches Gebäude im Kurort Bad Liebenstein: Sie prägt das Stadtbild, ist ein wichtiger Gottesdienstort und das geistliche Zentrum des Altensteiner Oberlandes. Doch ihre Zukunft ist finanziell unter Druck.

Seit Mai 2026 wird an der Friedenskirche gearbeitet. Nach dem ersten und zweiten Bauabschnitt, in denen Dach und Turm saniert wurden, ist jetzt der dritte Bauabschnitt, die Außenfassade, dran.

Der erste Teilabschnitt umfasst die Ostseite der Kirche mit Instandsetzung der Fassade, die Natursteinarbeiten am unteren Geschoss des Glockenturmes, des Treppenturmes, die Dacheindeckung des Treppenturmes und die bleiverglasten Fenster des Glockenturmes.

Nach dem Aufstellen des Gerüsts begannen nach der Entfernung des Putzes die Zimmererarbeiten. Im weiteren Verlauf wurden jedoch Schäden sichtbar, die bei der ursprünglichen Planung nicht in diesem Umfang absehbar waren.

Rund 50.000 Euro fehlen – Geld, das benötigt wird, damit die Kirche wieder betriebsfähig genutzt werden kann.

Schäden erst nach dem Öffnen sichtbar

Vor allem am Nordostturm zeigte sich nach dem Entfernen des alten Putzes ein erheblicher Sanierungsbedarf. Beschädigte Schwellen, Stiele und Streben des Fachwerks mussten teilweise ersetzt und ausgebessert werden. Auch die Gefache wurden neu ausgemauert.

Auch die Natursteinarbeiten am Turm sind umfangreicher als erwartet. Stark verwitterte Sandsteinflächen müssen restauriert und die Verfugung der Sandsteine wird nahezu komplett erneuert.

Weitere Schäden kamen am Dachstuhl des östlichen Treppentürmchens zum Vorschein. Dort war über längere Zeit Wasser in die Konstruktion eingedrungen.

Nach der Reparatur der Dachkonstruktion erhielt der Treppenturm eine neue Schiefereindeckung. „Wir machen das, was nötig ist“, sagt Architektin Dipl.-Ing. Heide Lochner. Ziel sei es, die Kirche zunächst wieder so instand zu setzen, dass sie sicher genutzt werden kann.

Historische Fenster können nur teilweise restauriert werden

Schwierig gestaltet sich die Restaurierung der historischen Bleiverglasungen. Die Fenster wurden bereits vor dem Einbau der Emporen eingesetzt und können deshalb nicht ohne Weiteres ausgebaut werden.

„Man müsste die Empore ausbauen, um die Fenster vollständig zu reparieren, dass muss man sich mal vorstellen“, erklärt Pfarrer Peter Nietzer. Deshalb können die Fenster in diesem Bereich zunächst nur eingeschränkt gereinigt und repariert werden. Die Fenster im Glockenturm können dagegen vollständig restauriert werden.

286.000 Euro Kosten für den Instandsetzung

Für diesen ersten Teilabschnitt des dritten Bauabschnitts waren ursprünglich eine Bausumme von 215.800 Euro eingeplant.

Auf Grundlage der Auswertung der Angebote werden die Kosten auf etwa 262.000 Euro geschätzt. Durch die zusätzlichen Schäden wird inzwischen mit rund 286.000 Euro gerechnet.

Die Kirchgemeinde wird dafür ihre gesamten Rücklagen auflösen und einsetzen. Zusätzlich soll beim Kirchenkreis Bad Salzungen-Dermbach ein Kredit über 30.000 Euro beantragt werden. Trotzdem bleibt eine Finanzierungslücke von etwa 50.000 Euro, die durch Spenden geschlossen werden muss.

„Wir versuchen, über Stiftungen Geld zu bekommen, aber es sieht schlecht aus“, sagt Pfarrer Peter Nietzer. Auch Städtebaufördermittel stehen voraussichtlich erst ab 2030 zur Verfügung.

Die finanziellen Folgen sind bereits spürbar. „Zum Beispiel werden wir die Fenster nicht in dem Umfang sanieren, wie es nötig wäre“, erklärt Nietzer.

Mehr als ein Denkmal

Für die Kirchengemeinde ist die Friedenskirche weit mehr als ein historisches Bauwerk. Sie ist ein zentraler Ort des Kur- und Gemeindelebens.

„Die Friedenskirche ist die Kirche im Altensteiner Oberland, in der die meisten Gottesdienste stattfinden. Sie ist das geistliche Zentrum für das Altensteiner Oberland“, sagt Pfarrer Nietzer.

Die derzeit laufenden Arbeiten sind allerdings erst ein erster Schritt. Nach Einschätzung der Architektin muss damit gerechnet werden, dass auch an weiteren Bauteilen vergleichbare Schäden festgestellt werden.

Weitere Bauabschnitte werden daher notwendig sein. Wie hoch die Kosten dafür ausfallen werden, lässt sich derzeit noch nicht verlässlich beziffern.

Für den ersten Schritt ist der Finanzbedarf bereits konkret: Rund 50.000 Euro werden benötigt, damit die Friedenskirche wieder betriebsfähig wird.

Spenden für die Friedenskirche

Wer zum Erhalt der Friedenskirche beitragen möchte, kann die Kirchgemeinde mit einer Spende unterstützen.

Spendenkonto:
Kreiskirchenamt Meiningen
IBAN DE33 8405 5050 00 120 424 63
BIC HELADEF1WAK

Verwendungszweck: „Erhalt der Friedenskirche Bad Liebenstein- RT 4603“
(bitte bei Überweisung immer die RT Nummer 4603 mit angeben)