Tipp für den Pflanzherbst: Mit Wildlingen Waldumbau forcieren

Mitteilung von ThüringenForst

Wildlinge sind natürlich gewachsene junge Forstpflänzchen, die unter Waldbäumen ausgegraben und an anderer Stelle im Wald wieder eingepflanzt werden. Grundsätzlich sind alle Forstpflanzen als Wildling geeignet.

Der Waldbesitzende spart bei der Wildlingsgewinnung das Geld für den Kauf von Baumschulware, er hat kurze Wege im eigenen Wald bei frischestem Pflanzmaterial und ist hochflexibel.

Er kann lückige Naturverjüngungen ergänzen, Kleinstflächen bepflanzen oder den Waldumbau in kleinen Schritten vorantreiben. Aufforstung und Waldumbau mit Wildlingen kann deshalb wirtschaftlich sein, gerade für Kleinprivatwaldbesitzende, die gern selbst ihren Wald bewirtschaften.

Wildlinge sollten allerdings nicht höher als 40 bis 50 cm sein, da nur diese kleinen Pflanzen auch eine kleine Wurzel besitzen. Letzteres ist wichtig bei der Wiederverbringung in den Waldboden, da die Wurzel keinesfalls verletzt werden sollte.

Deshalb sind gut durchfeuchtete, lockere und sandig-lehmige, möglichst steinfreie Böden besonders geeignet. Überhaupt: Bei der Arbeit mit Wildlingen ist den Wurzeln größtes Augenmerk zu schenken.

Selbst die Feinwurzeln dürfen bei der Pflanzentnahme mit einer Grabegabel weder abreißen, noch vertrocknen und auch nicht geknickt werden. Sinnvoll ist es auch, dass an der Wurzel klebende Erdreich nicht abzuschütteln, sondern an der Pflanze zu belassen.

Wildlinge unterliegen übrigens genau wie Baumschulpflanzen dem strengen deutschen Forstvermehrungsgutgesetz. Der Gesetzgeber macht hierbei eine Ausnahme: Werden die Wildlinge im eigenen Wald gewonnen und im eigenen Wald verwendet, entfallen die gesetzlichen Schranken.

Trotzdem sollte der Waldbesitzende darauf achten, nur dort Wildlinge zu gewinnen, wo der Ausgangsbestand mit Qualität und Wüchsigkeit überzeugt. Auch sollte nur auf ähnliche Standorte umgepflanzt werden.