Gastbeitrag von Gunter Schubert
Am Samstag gaben Anne Haasch, Berhard Reichel und Martin Höhler ein bemerkenswertes Konzert in Walldorf. Zu Beginn führten Frau Haasch und Herr Reichel die Zuhörer in ihr Programm ein.
Das Konzert gestaltete sich als ein unmittelbares Wechselspiel von Renaissance-Musik, vorgetragen von Bernhard Reichel an der Laute, und moderner Musik, interpretiert von Ann Haasch an der Gitarre.
Beide Instrumentalisten saßen an gegenüberliegenden Seiten des Kirchenschiffs auf einer Lichtinsel. Das Publikum fand sich im Halbdunkel dazwischen in Sitzreihen längs des Kirchenschiffs getrennt durch einen breiten Mittelgang.
Dieser wirkte wie eine Brücke zwischen den Zeiten, die von Martin Höhler immer wieder überquert wurde, um mit seinem Gesang die Zeiten zu verbinden. Somit war das Konzert für die Zuhörer nicht nur rein musikalische sondern auch raum-akustische ein besonderes Erlebnis.
Programmatisch ging es um Interpretationen von Abend und Nacht, was durch die zunehmende Dunkelheit vor den Fenstern verstärkt wurde.
Das Publikum folgte dem Dargebotenen hoch konzentriert und tief bewegt, sodass es den letzten Tönen des Konzerts noch eine Weile nachlauschte, ehe es den Musikern mit viel Applaus dankte.
Insgesamt war es ein Konzert der eher leisen Töne. Die beiden international erfolgreichen Instrumentalisten zeigten ihre Meisterschaft ohne Eitelkeiten und ergänzten sich harmonisch gerade wegen der Gegensätzlichkeit der gespielten Stücke.
Die Überraschung des Abends war der junge Tenor Martin Höhler, der die Lieder der beiden Komponisten vom hauchzarten Gefühl bis zu großer Vehemenz mit durchweg schönem Klang sehr authentisch interpretierte.
Im Anschluss an das Konzert nutzen die Zuhörer die Gelegenheit zum Gespräch mit den Musikern, sodass der Abend bei allen beteiligten noch lange nachklingen wird.



