KI-Frühstück in Geisa: Einblicke, Umsetzung & Coaching

Gastbeitrag von Anja Nimmich

Frische Brötchen, guter Kaffee und ein Thema, das derzeit kaum eine Branche unberührt lässt: Künstliche Intelligenz. Unter diesem Motto luden die Industrie- und Handelskammer des Regionalbüros Eisenach sowie die ThEx Wirtschaft 4.0 zum „KI-Frühstück" bei der MES GmbH in Geisa ein.

In lockerer Atmosphäre erhielten mittelständische Unternehmen aus der Region Einblicke, wie KI-Anwendungen Prozesse unterstützen und den Arbeitsalltag effizienter gestalten können.

Begrüßt wurden die Gäste von Carsten Geigengack, Geschäftsführer der MES GmbH, sowie von Geisas Bürgermeisterin Manuela Henkel. Roberto Schmidt, Geschäftsstellenleiter des Projektes ThEx Wirtschaft 4.0, führte in das Thema ein. Innerhalb des Projektes werden kleine und mittlere Unternehmen in Thüringen kostenlos zur Digitalisierung beraten.

Sein Fazit aus der Praxis: „Die meisten Unternehmen haben bereits mit KI gearbeitet, doch nur wenige haben damit tatsächlich ihre Prozesse optimiert“, so Roberto Schmidt.

„Entscheidend ist, dass Unternehmen sich konkret überlegen, wofür KI eingesetzt werden soll.“

Rund 80 Prozent der eigentlichen Arbeit bestehe dabei allerdings in der Praxis in einer saubereren Dateneingabe und -ablage, auf die die KI zugreifen kann.

Ebenso wichtig sei es, die Mitarbeitenden aktiv in den Veränderungsprozess einzubinden. Zwar würden stupide Aufgaben künftig wegfallen können, den Beschäftigten müsse aber vermittelt werden, dass effizienteres Arbeiten Umsatz und Gewinn steigert und damit das Unternehmen langfristig stabil in die Zukunft führt.

Im ersten Fachimpuls sprach Tobias Korch von ambarics software & consulting über KI-Assistenzsysteme und zeigte am Beispiel des hausinternen Systems „Saibot", wie solche Lösungen zum zentralen Kernbaustein eines Unternehmens werden können.

Dabei beleuchtete er auch, wie KI als tragender Bestandteil einer nachhaltigen Unternehmensstrategie funktioniert, inklusive der damit verbundenen Fragen zu Haftung und Verantwortung.

Im zweiten Impuls widmete sich Christian Wittrich von der Join GmbH der Frage, warum viele KI-Initiativen bereits in der Pilotphase stecken bleiben und wie Unternehmen dem wirksam gegensteuern können.

Im Zentrum standen die drei Stellhebel erfolgreicher KI-Nutzung: Daten, Governance und Mitarbeiterbefähigung. Wittrich gab einen ehrlichen Praxisblick auf typische Stolperfallen bei der KI-Implementierung im Mittelstand.

Als konkrete Fördermöglichkeit für kleine und mittlere Unternehmen wurde das INQA-Coaching vorgestellt. Mit einer Förderung von 80 Prozent und zwölf geförderten Coaching-Tagen unterstützt es Unternehmen dabei, sich fit für die digitale Zukunft zu machen.

Dadurch können die Firmen Arbeitsabläufe verbessern, attraktiver für Fachleute werden, ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken und neue Geschäftsideen umsetzen.

Interessierte Unternehmen erhalten weitere Auskünfte über die INQA-Beratungsstelle Thüringen beim IWT-Institut der Wirtschaft Thüringen, Ansprechpartnerin Ragna Melzer, E-Mail: ragna.melzer@lw-thueringen.de, Mobil: 0152 06365 834.

Im Anschluss nutzten die Unternehmer die Gelegenheit zum Austausch und Netzwerken mit anderen Unternehmen aus Thüringen und den Referenten.

Mit dem Projekt „ThEx Wirtschaft 4.0“ unterstützt die Digitalagentur Thüringen gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern Erfurt und Südthüringen sowie den drei Thüringer Handwerkskammern kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Freistaat kostenfrei bei der digitalen Transformation.

Neben individuellen Orientierungsberatungen werden Veranstaltungsformate wie das KI-Frühstück angeboten, die praxisnahes Wissen zu Künstlicher Intelligenz, aber auch zu weiteren digitalen Themen, vermitteln und deren Potenziale für den Mittelstand greifbar machen.

Weitere Informationen gibt es bei Roberto Schmidt, Geschäftsstellenleiter „ThEx Wirtschaft 4.0“, Mobil: 0173 2695 181, Email rschmidt@da.th.de.