Erste Predigt im neuem Amt – Silke Glöckner als Gemeindepfarrerin von Dermbach eingeführt

Gastbeitrag von Julia Otto

Proppenvoll war die Ev.-Luth. Kirche in Dermbach am vergangenen Sonntag – Ein Spiegelbild der übergroßen Freude, die mit der Amtseinführung von Pfarrerin Silke Glöckner in der Gemeinde Dermbach einhergeht.

Familie, Freunde, Vertreter der Kirche, Kommune und der Sozialstation waren von nah und fern gekommen, um diesen besonderen Anlass mitzufeiern.

Viele helfende Hände machten den Gottesdienst und den anschließenden Empfang in der Schlosshalle zu einem festlichen und fröhlichen Ereignis.

Nun ist es offiziell: „Silke Glöckner hat nun ihre erste eigene Pfarrstelle sicher und die Gemeinde hat eine Pfarrerin sicher“, führte Superintendent Christoph Ernst aus.

Das sei heute bei Weitem keine Selbstverständlichkeit mehr bei den vielen vakanten Pfarrämtern im Ev.-Luth. Kirchenkreis Bad Salzungen-Dermbach.

Im Laufe des Einführungsgottesdienstes wurde immer wieder deutlich, wie die gegenseitige Sympathie in den letzten sechs Jahren gewachsen ist, in denen Silke Glöckner bereits ihr Vikariat, also die praktische Ausbildung zur Pfarrerin und ihren Probedienst in der Kirchgemeinde Dermbach absolviert hatte.

Um die vielfältigen Aufgaben in der Gemeinde und die zusätzliche Vakanz in Empfertshausen zu bewältigen, sei die junge Pfarrerin künftig auch auf jedes einzelne Gemeindeglied angewiesen: „Nur durch das Mitwirken vieler Menschen kann eine Gemeinde lebendig sein“, regt Sabine Lutsch an, die Teil des Gemeindekirchenrates Dermbach ist.

Sie forderte die Gemeinde auf: „Machen Sie mit!“ Musikalisch wurde der Gottesdienst von Kirchenmusiker Ken Iwane an der Orgel und dem Dermbacher Posaunenchor unter der Leitung von Henri Krowiorsch festlich begleitet.

Amtseinführung

Dann war er gekommen, der große, feierliche Moment: Superintendent Christoph Ernst segnete die sichtlich berührte neue Pfarrerin ein. Auch wichtige Personen, von Silke Glöckner selbst ausgewählt, waren bei der Handauflegung aktiv dabei, äußerten ihre ganz persönlichen Wünsche für die junge Seelsorgerin.

Damit verbunden war auch das Pfarrdienstverhältnis auf Lebenszeit. Mit einem kräftigen „Ja, mit Gottes Hilfe“ antwortete Silke Glöckner auf die offizielle Frage des Superintendenten, ob sie das Amt ausüben wolle.

Für ihren weiteren Dienst gab Christoph Ernst ihr mit auf den Weg: „Bleiben Sie inspiriert in allem, was sie in der Gemeinde und darüber hinaus in ihrem Dienst bewegen wollen. Freuen Sie sich an dem, was Ihnen mit Gottes Gnade dabei gelingt. Und seien Sie auch frohen Mutes, wenn es mal schwierig wird.“

Zugleich riet er der jungen Pfarrerin: „Lassen Sie sich aber auch immer wieder prüfen und hinterfragen, in dem was Sie tun.“

Einen Engel für jeden Tag

Im Anschluss begrüßten die Kinder des Kinderchores Silke Glöckner in ihrem neuen Amt mit einem herzerfrischenden Engelsrap.

Unter­stützt von Gemeindepädagogin Ellen Schmuck und unter Trommelbe­glei­tung sorgten die Kids für einen echten Trommelwirbel in der Dreieinigkeitskirche.

Für ihren künftigen Dienst wünschten Sie ihrer Pfarrerin „Einen Engel, der so richtig fetzt.“

Dazu überreichten sie Silke Glöckner lauter kleine selbstgebastelte Papierengel, die ihr jeden Tag beistehen sollen. Für ihren Auftritt wurden die Kinder von der Gemeinde mit einem enthusiastischen Applaus belohnt.

Erste Predigt

Mit Spannung erwartet: Silke Glöckners erste „offizielle“ Predigt in ihrem neuen Amt. Für diesen besonderen Anlass habe sie ihren Leitsatz bzw. ihren Ordinationsspruch – nach dem sie vor Kurzem gefragt wurde – Römer 12,15 gewählt: „Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden.“

Mit diesem Bibelvers veranschaulichte die Pfarrerin, wie wichtig es ihr in ihrem Dienst als Pfarrerin sei, in Freud und in Leid nahe bei den Menschen zu sein, soweit sie es vermag.

„Ich will zeigen, dass das Wort Gottes tröstet und fröhlich macht“. Sie blickte zurück auf die letzten sechs gemeinsamen Jahre, in der sie bereits viele Menschen in Höhen wie in Tiefen begleitet hat.

Dabei richtetet sie auch ihr Wort an die Gemeinde: „Haben Sie ein Motto für ihr Leben als Christ?“ Für alle, denen spontan kein Motto in den Sinn kam, verlas die Pfarrerin eine Auswahl an Bibelversen aus dem Römerbrief, die zugleich auch das künftige Gemeindeleben bereichern könnten.

Bei aller Schwierigkeit, den richtigen Leitsatz bzw. Ratschlag zu finden: „Wenn sich jeder ein Motto aussucht und versucht danach zu leben, dann hat die Gemeinde ganz viel davon“, motivierte die Pfarrerin

Segenswünsche

Im Anschluss übermittelten Bettina Thüring, Margit Hugk und Eveline Grob im Namen aller Mitarbeiter der Sozialstation Dermbach – die in Trägerschaft der Kirchgemeinde liegt – Segenswünsche für den weiteren Pfarrdienst.

Das es an diesem Tag regnet, sei ein gutes Omen, denn es sei Frühling: „Unsere Beziehung kann wachsen und gedeihen“, schmunzelt Eveline Grob. Im Anschluss gab es für Silke Glöckner noch einen musikalischen Beitrag mit Harfe und Gitarre.

Empfang

Das „Motto der Gastfreundschaft“ hatte sich der Gemeindekirchenrat aus Dermbach für den Empfang im Anschluss auf die Fahne geschrieben.

Die Gäste erwartete in der Schlosshalle eine liebevoll gedeckte und mit selbst gebackenen Kuchen reichhaltig bestückte Kaffeetafel mit einer anschließenden Thüringer Rostbratwurst.

Dort wurde die junge Pfarrerin von über einem Dutzend verschiedener Teams aus der Gemeinde und Wegbegleitern mit Grußworten und Geschenken bedacht.

Kollegen vom Team Rhön, Studienfreunde, Vertreter der katholischen Gemeinde, des Rhönklub Zweigvereins Dermbach, des Handwerkerchores und der Feuerwehr Dermbach, der Gemeindekirchenrat aus Empfersthausen bis hin zum Seniorenkreis hießen sie willkommen.

Dies tat natürlich auch Dermbachs Bürgermeister Thomas Hugk. Hier wurde noch einmal deutlich, wie froh und dankbar Menschen aus der Gemeinde und der Region sind, dass Silke Glöckner weiter als Pfarrerin tätig sein wird.

Dass ihr der Start in Dermbach gelingen möge, sie hierfür von der Ausbildung und den bisherigen Werdegang bestens befähigt sei, kam ebenfalls in vielen Redebeiträgen zur Sprache.