Bahnhofsmission in Fulda: Kirche am Bahnhof

Gastbeitrag von Winfried Möller

„Menschlichkeit gibt Halt“ unter diesem Thema stand der bundesweite Tag der Bahnhofsmission. In Fulda beteiligte sich die Ökumenische Bahnhofsmission, verantwortet vom Caritasverband für die Regionen Fulda und Geisa und der Diakonie Fulda, mit einem Tag der offenen Tür.

Die Bahnhofsmission Fulda ist eine der wenigen Bahnhofsmissionen in Deutschland, die, außer der koordinierenden Caritas Mitarbeiterin Annika Ettrich, ihre Dienste überwiegend mit ehrenamtlich engagierten Mitarbeitenden leistet.

So hatten die Ehrenamtlichen alle Hände voll zu tun, um der Nachfrage der zahlreichen Besucher gerecht zu werden. Viele Reisende, aber auch Schülerinnen und Schüler, sowie Gäste, die regelmäßig die Bahnhofmission aufsuchen, ließen sich Kaffee, Tee und frische Waffeln schmecken.

Eine Duftbar, als interaktives Angebot, lud dazu ein, den Geruchssinn anzuregen und verschiedene Düfte den richtigen Begriffen zuzuordnen. Das „Glücksrad“ war ebenso gefragt, da es Preise wie Zahnbürsten, Pflaster oder Regenschirme zu gewinnen gab.

Natürlich wurden auch gerne Fragen zur praktischen Arbeit sowohl von den Ehrenamtlichen als auch der Leiterin beantwortet. Ein Ziel des bundesweiten Tages der Bahnhofsmission ist es, neue Ehrenamtliche für den Dienst von Kirche am Bahnhof zu gewinnen.

Dabei geht es nicht um Evangelisierung, sondern darum Menschen auf Reisen oder Hilfesuchenden einen Ankerpunkt zu bieten und Menschlichkeit erfahrbar zu machen. Denn immer mehr Menschen suchen Hilfe und Unterstützung bei der Bahnhofsmission.

Im vergangenen Jahr zählte die Bahnhofsmission Fulda 17.103 Besucher. Reisende sind ebenso herzlich willkommen, wie alle anderen Menschen, die Hilfe und Unterstützung benötigen.

Neben Ein-, Aus- und Umsteigehilfe für Reisende ist die Bahnhofsmission eng in das örtliche soziale Netz eingebunden. Die Engel in blau, wie die Mitarbeitenden auch genannt werden, sind durch ihr niederschwelliges Angebot an 6 Tagen in der Woche oft erste Anlaufstelle.

Wenn sich Gäste an sie wenden, kommen häufig Themen wie finanzielle Not, persönliche Probleme, Suche nach kurzfristiger Übernachtung oder Hilfe beim Umgang mit Behörden zur Sprache.

Bei einer Tasse Tee, einem Kaffee oder einem Marmeladenbrot kann man unkompliziert miteinander ins Gespräch zu kommen, berichtet der langjährige Ehrenamtliche Peter Axt, der zugleich auch die Leiterin in deren Abwesenheit vertritt.

Manche Menschen kommen sehr regelmäßig, denn Menschlichkeit und Akzeptanz würden „Groß“ geschrieben, so Leiterin Annika Ettrich. Die Ehrenamtlichen seien stets freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit, so die einhellige Meinung der Gäste.

Geschäftsführerin Susanne Saradj betonte, dass die ökumenische Bahnhofsmission ganz wunderbar das diesjährige Jahresthema der Caritas widerspiegele: Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen.

Die Bahnhofsmission ist ein Ort, an dem sich Generationen treffen und austauschen können. Sie ist montags bis freitags von 8.30 bis 16 Uhr und samstags von 8.30 bis 12 Uhr geöffnet.

Um diese Öffnungszeiten auch zukünftig beibehalten zu können, freuen wir uns immer über zusätzliche helfende Hände, sagt Bereichsleiterin Janina Wübbelsmann.

Kontakt und Informationen erhalten Interessierte über die Homepage der Caritas oder die Mailadresse der Leiterin Annika Ettrich www.rcvfulda.caritas.de oder annika.ettrich@caritas-fulda.de