Helios Bad Kissingen: Die Lungenkrebs-Früherkennung kommt

Gastbeitrag von Cornelia Grimm

Je früher Lungenkrebs erkannt wird, desto besser sind die Behandlungschancen. Starke und langjährige Raucherinnen und Raucher als Hochrisikogruppe können sich ab April 2026 in einem Screening untersuchen lassen.

Die hochspezialisierten Helios Zentren für Lungenkrebs setzen auf moderne Verfahren zur Abklärung und Therapie.

Bisher gab es in Deutschland kein Lungenkrebsfrüherkennungsprogramm, wie es beispielsweise in der Brust- oder Darmkrebsvorsorge existiert. Nun hat sich einiges getan.

„Mit der Früherkennung soll Lungenkrebs in einem frühen Stadium entdeckt werden, so dass eine heilende oder längerfristig kontrollierende Behandlung noch möglich ist“, sagt Dr. med. Sven Steinbach Chefarzt Medizinische Klinik III – Pneumologie am Helios St. Elisabeth Krankenhaus Bad Kissingen.

Lungenkrebs: häufig unentdeckt und häufig tödlich

Rund 45.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen von Lungenkrebs, damit ist dieser bei Männern die häufigste Krebs-Todesursache, bei Frauen die zweithäufigste¹.

„Zu Beginn der Erkrankung verursacht Lungenkrebs kaum Beschwerden und wird daher häufig erst spät entdeckt, meist wenn bereits Metastasen vorliegen und der Krebs sich ausgebreitet hat,“ erklärt Dr. Steinbach.

„Das systematische Lungenkrebsscreening ist nun ein großer Gewinn für die Betroffenen, da wir damit sehr viele Krebsfälle in frühen Stadien entdecken werden“, ergänzt der erfahrene Pneumologe.

Bisher wurde nur bei eindeutig auftretenden Symptomen wie langanhaltendem Husten oder Bluthusten eine radiologische Untersuchung als Kassenleistung verordnet.

Was ist die Lungenkrebsfrüherkennung?

Unabhängig von bereits auftretenden Beschwerden sind nun starke und langjährige Raucherinnen und Raucher ab 50 Jahren berechtigt, sich mit einem sogenannten Niedrigdosis-CT auf Lungenkrebs untersuchen zu lassen.

Bei dieser radiologischen Untersuchung werden in einer Computertomografie räumliche Bilder der Lunge erstellt, auf denen Tumore bzw. verdächtige Gewebeverdichtungen in der Regel gut zu erkennen sind.

Startpunkt für Personen mit Risiko einer Lungenkrebserkrankung ist ein hausärztliches Beratungsgespräch, auf das eine Überweisung an eine radiologische Praxis zum Screening folgt.

Spezialisierte Lungenkrebszentren zur Befund-Abklärung und Prüfung

„Wer nach der CT-Untersuchung einen auffälligen Befund erhält, sollte sich an ein spezialisiertes Lungenkrebszentrum wenden. Dort stehen die erforderliche Erfahrung sowie Hightech-Ausrüstung für eine sichere Diagnose und Therapie zur Verfügung“, rät Dr. Steinbach.

Helios betreibt rund ein Dutzend hochspezialisierte Lungenzentren², die eng im Verbund mit weiteren Kliniken und Arzt-Praxen vernetzt sind.

„Unser Ziel ist es, die hochwertige medizinische Versorgung in regionalen Netzwerken weiter auszubauen und eine Behandlung dort zu ermöglichen, wo die höchste medizinische Expertise vorhanden ist,“ erläutert Prof. Dr. Frederick Palm, Helios Medical Consultant.

„Bei Helios behandeln wir Lungenkrebs über 32.000-mal pro Jahr und ermöglichen unseren Patientinnen und Patienten unabhängig vom Standort Zugang zu unseren Expertinnen und Experten“, sagt Prof. Palm.

In den spezialisierten Lungenkrebszentren werden Entscheidungen über eine individuelle Behandlung stets interdisziplinär mit dem geballten Wissen aus unterschiedlichen Fachrichtungen getroffen. Zudem werden moderne Verfahren wie Künstliche Intelligenz zur Unterstützung der Befundanalyse eingesetzt.

Moderne Diagnostik und Behandlungsmethoden: präzise und minimalinvasiv

Die Helios Lungenkrebszentren setzen nun bei der Diagnostik auf das innovative roboterassistierte Bronchoskopie-System Ion. Dieses ermöglicht Ärztinnen und Ärzten, besonders tief vorzudringen und Proben von verdächtigem Lungengewebe zu entnehmen.

Bestätigt sich der Verdacht auf ein Lungenkarzinom, kann dieses je nach Behandlungsplan in einem minimalinvasiven Verfahren, ggf. unterstützt durch das robotische Assistenzsystem DaVinci, entfernt werden.

Für die Patientinnen und Patienten bedeutet dies im besten Fall die Option auf einen früheren Behandlungsbeginn, möglichst schonende Eingriffe und schnellere Wundheilung.

Wer ist für das Lungenkrebsscreening berechtigt?

In Deutschland haben nun aktive und ehemalige Raucherinnen und Raucher im Alter von 50 bis 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre lang stark geraucht haben, ab dem 1. April 2026 einmal jährlich Anspruch auf ein präventives Lungenkrebsscreening:

Alter: Menschen zwischen 50 und 75 Jahren
Dauer: Zigarettenkonsum ohne Unterbrechung seit mindestens 25 Jahren
Höhe: Zigarettenkonsum entspricht mindestens 15 sogenannten „Packungsjahren“ (20 Zigaretten pro Tag über 15 Jahre hinweg)
Bei starken Ex-Rauchern: Rauchstopp vor weniger als 10 Jahren

Offene Fragen abklären: Helios Live-Webinar am 23. April

Wer mehr über das Thema Lungenkrebsfrüherkennung erfahren möchte, kann sich aus erster Hand bei den Helios Lungenfachärztinnen und -ärzten informieren, wie das Screening abläuft und welche Möglichkeiten bestehen, falls dabei ein auffälliger Befund festgestellt werden sollte.

Das einstündige Webinar mit Chefarzt Prof. Dr. Tim Hirche, Co-Leiter des Lungenkrebszentrums der Helios HSK Wiesbaden, findet am Donnerstag, 23. April 2026, um 18:30 Uhr online statt und ist mithilfe von einem Laptop, PC, Smartphone oder Tablet möglich.

Eine anonyme Teilnahme ist möglich. Persönliche Fragen können über den Chat gestellt werden, die von den Fachärztinnen und -ärzten unmittelbar beantwortet werden. Anmeldung zum Webinar unter: helios-gesundheit.de/lunge

Selbsttest

Screening-Interessierte können mit unserem Online-Selbsttest herausfinden, ob eine Untersuchung zur Lungenkrebsfrüherkennung für sie infrage kommt.

Link zum Selbsttest:

¹ZfKD, & Robert Koch-Institut. (9. September, 2025). Anzahl der Krebsneuerkrankungen und durch Krebs verursachte Todesfälle in Deutschland nach Geschlecht im Jahr 2023 [Graph]. In Statista. Zugriff am 08. Oktober 2025, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/30563/umfrage/jaehrliche-krebserkrankungen-und-todesfaelle-in-deutschland/

² Helios Lungenkrebszentren – davon sechs DKG-zertifiziert: Berlin, Bonn/Siegburg, Duisburg, Erfurt, Hildesheim, Krefeld, München, Schwerin, Stralsund, Wiesbaden, Wuppertal